Elon Musk will nach eigenen Angaben einen Teil seiner Unternehmensanteile über sogenannte Trump Accounts an Kinder in den USA übertragen. Welches Unternehmen betroffen wäre, wie viele Aktien verteilt werden könnten und wann dies geschehen soll, ließ er offen. Die Äußerungen folgten auf die Ankündigung von Anthropic, einen gemeinwohlorientierten Fonds mit Unternehmensanteilen auszustatten. Damit stellt sich erneut die Frage, wie Anteile nicht börsennotierter Unternehmen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnten.
Musk äußerte sich auf X als Reaktion auf eine Diskussion, in der ein Nutzer vorgeschlagen hatte, SpaceX-Anteile an amerikanische Kinder zu geben. Musk stimmte dem Vorschlag zu. Bis zum 19. Oktober bestätigte er jedoch weder eine Beteiligung von SpaceX noch, dass ein konkreter Verteilungsplan vorbereitet wird.
Anthropic-Fonds soll zunächst 5 Prozent erhalten
Anthropic kündigte am 18. Oktober den Anthropic Public Benefit Fund an. Der vollständig im Besitz des Unternehmens befindliche Fonds soll zunächst Aktien im Umfang von 5 Prozent des Anthropic-Eigenkapitals erhalten. Voraussetzung ist die Zustimmung der Aktionäre.
Auf Basis der im Mai genannten Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar wäre dieses Paket rund 48,25 Milliarden US-Dollar wert. Der Wert könnte sich verändern, sobald die Anthropic-Aktien gehandelt werden. Der Fonds kann außerdem bei jedem Anstieg des Unternehmenswerts um 50 Prozent gegenüber einer festgelegten Referenzmarke bis zu weitere 2 Prozent der Aktien zuweisen.
Anthropic erklärte, einschließlich der Zusagen von Gründern und Beschäftigten seien derzeit rund 20 Prozent der Unternehmensanteile für Projekte zum öffentlichen Nutzen vorgesehen. Geplant sind unter anderem direkte Zahlungen an die Öffentlichkeit sowie Forschung zu den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt.
Musk setzt auf eine direkte Verteilung
Musk kritisierte den fondsgebundenen Ansatz von Anthropic. Seiner Ansicht nach sollten die Anteile direkt an die Öffentlichkeit gehen, statt zunächst in einem gemeinnützigen Fonds zu liegen. Später erklärte er, auch selbst Unternehmensanteile an die Bevölkerung verteilen zu wollen. Daraufhin kam der Vorschlag auf, dafür Trump Accounts zu nutzen.
Bei Trump Accounts handelt es sich um staatliche Anlagekonten für Kinder in den USA. Für berechtigte Neugeborene ist eine staatliche Einzahlung von 1.000 US-Dollar vorgesehen. Nach Angaben des Weißen Hauses haben sich bislang 70 Millionen Kinder registriert. Spender können Aktien einzelner Unternehmen in die Konten einbringen; für die Empfänger kann eine Mindesthaltedauer von fünf Jahren gelten.
Sollte Musk die Konten nutzen, würden Empfänger, Haltefrist, Zugangsvoraussetzungen, steuerliche Behandlung und regulatorische Ausgestaltung vom endgültigen Vorschlag und den Kontoregeln abhängen. Bislang hat Musk lediglich eine Absicht geäußert. Angaben zum Unternehmen, zur Zahl der Aktien, zur Bewertungsmethode oder zum Zeitplan fehlen. Für Anleger handelt es sich daher derzeit um eine persönliche Ankündigung und nicht um einen beschlossenen Aktienverkauf oder Übertragungsplan.