Meta hat das Instagram-Konto der Bewegung „No Kings“ für mehrere Stunden gesperrt. Auslöser war ein ungewöhnlich hohes Volumen automatisierter Lesezugriffe, das die Sicherheitssysteme fälschlich als Bot-Aktivität einstuften. Das Konto wurde genutzt, um während landesweiter Kundgebungen zur vorzeitigen Stimmabgabe aufzurufen. Die Sperre verhinderte, dass die Organisatoren zeitnah neue Informationen veröffentlichen konnten.
Claude-Zugriffe lösten Bot-Erkennung aus
Meta-Sprecher Andy Stone erklärte am Sonntag, eine technische Prüfung habe ergeben, dass die Sperre vor allem durch das Leseverhalten des Kontos ausgelöst worden sei und nicht durch dessen veröffentlichte Inhalte. Die Sicherheitssysteme des Unternehmens stellten fest, dass ein Claude-Tool Profile, Beiträge und Hashtags abgerufen hatte. Die Aktivität konzentrierte sich auf einen kurzen Zeitraum am 17. Oktober und erreichte etwa das Vierfache des üblichen Lesevolumens des Kontos.
Das Zugriffsmuster ähnelte nach Angaben von Meta dem Datenverkehr automatisierter Bots. Daraufhin nahmen die automatisierten Systeme das Konto offline. Zunächst hatte das Unternehmen lediglich erklärt, ein automatisierter Prozess sei „versehentlich ausgelöst“ worden. Später konkretisierte Meta, dass der ungewöhnliche Datenverkehr zur Sperre geführt habe.
Konto nach mehreren Stunden wiederhergestellt
Die Organisation „No Kings“ teilte mit, ihre Administratoren hätten während der am Samstag abgehaltenen landesweiten Kundgebungen mehrere Stunden lang keinen Zugriff auf das Konto gehabt. Meta erklärte, eine automatisierte Prüfung habe rund eine Stunde nach der Entfernung des Kontos erkannt, dass die Maßnahme nicht hätte erfolgen dürfen, und das Konto wieder freigeschaltet. Die Wiederherstellung der Zugriffsrechte für die Administratoren nahm jedoch weitere Zeit in Anspruch.
Stone entschuldigte sich in den sozialen Medien bei den Betreibern des Kontos. Meta bedauere den Fehler zutiefst, schrieb er. Offen blieb, wer das Claude-Tool kontrollierte und weshalb der Administratorenzugriff bei der ersten Prüfung nicht umgehend wiederhergestellt wurde.
Organisatoren verlangen Erklärung zu Wahlbotschaften
Das „No Kings“-Netzwerk bezeichnet sich als überparteilich und entstand im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Protesten gegen US-Präsident Donald Trump. Nach Angaben der Organisation fanden am Samstag landesweit knapp 3.000 Kundgebungen statt. Im Mittelpunkt stand der Aufruf, die Möglichkeit zur vorzeitigen Stimmabgabe zu nutzen. Die Organisatoren stellten Early Voting als eine Möglichkeit dar, das Risiko von Störungen bei der Teilnahme an der Wahl zu verringern.
Die Gruppe bezeichnete die Einschränkung wahlbezogener Kommunikation als „inakzeptabel“ und forderte Meta auf, die Sperre zu erklären und ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Dabei geht es nicht nur um die Wiederherstellung des Kontos. Die Auseinandersetzung betrifft auch die Frage, wie automatisierte Sicherheitssysteme zwischen legitimer Kommunikation mit großer Reichweite, dem Zugriff externer Tools und tatsächlicher Bot-Aktivität unterscheiden.
Nach Metas Darstellung bezog sich die Maßnahme nicht auf die Inhalte des Kontos. Auslöser war vielmehr der starke kurzfristige Anstieg beim Abruf von Profilen, Beiträgen und Hashtags. Nach der Wiederherstellung konzentrierten sich die Organisatoren weiterhin auf die Verzögerung beim Administratorenzugriff und darauf, wie die Plattform bei stark frequentierten öffentlichen Veranstaltungen mit Fehlalarmen umgeht.