SpaceX-Präsidentin und COO Gwynne Shotwell hat am 22. September Unternehmensaktien im Wert von 52,5 Millionen Dollar verkauft – wenige Tage vor dem geplanten ersten Versuch der Starship-Rakete, eine stabile Umlaufbahn zu erreichen. Es war der erste größere Aktienverkauf eines SpaceX-Managers seit dem Börsengang des Unternehmens an der Nasdaq im Juni. Die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen zeigen, dass der Verkauf auf einem Handelsplan beruhte, den Shotwell Monate vor der Festlegung des aktuellen Starttermins aufgesetzt hatte.
Shotwell übt Optionen aus und verkauft 342.170 Aktien
Aus einem am 24. September bei der SEC eingegangenen Form-4-Bericht geht hervor, dass Shotwell Optionen zum Kauf von 342.170 Aktien ausübte. Die Ausübungspreise lagen zwischen 8,40 und 19,40 Dollar je Aktie; insgesamt kostete sie der Erwerb rund 4,5 Millionen Dollar. Noch am selben Tag verkaufte sie alle Aktien über Morgan Stanley zu Preisen zwischen etwa 151 und 155 Dollar. Der Erlös belief sich auf rund 52,5 Millionen Dollar.
Die Transaktionen erfolgten im Rahmen eines Handelsplans nach Regel 10b5-1, den Shotwell am 23. Juni beschlossen hatte. Solche Pläne legen Transaktionen im Voraus fest und sollen verhindern, dass Führungskräfte ihre Handelsentscheidungen auf wesentliche, nicht öffentliche Informationen stützen. Der Verkauf lag zwar zeitlich kurz vor dem geplanten Starship-Start. Den Unterlagen zufolge bestand der Plan jedoch bereits, bevor der aktuelle Starttermin feststand.
Shotwell hält weiterhin rund 5,58 Millionen Aktien
Nach dem Verkauf gehörten Shotwell direkt rund 2,47 Millionen Aktien der Klasse A. Zwei Familienstiftungen hielten weitere 3,11 Millionen Aktien. Zusammengenommen belief sich ihr Bestand damit auf etwa 5,58 Millionen Aktien. Beim Schlusskurs von SpaceX am Freitag von 148,68 Dollar entsprach das einem Wert von rund 830 Millionen Dollar.
Der Verkauf machte etwa 6 Prozent ihrer Beteiligung aus. Zusätzlich hielt Shotwell 575.005 noch nicht ausgeübte Optionen.
Starship soll erstmals eine stabile Umlaufbahn erreichen
SpaceX setzte den Start von Starship Flight 14 für Montag um 7.15 Uhr Central Time vom Weltraumbahnhof Starbase in Texas an. Bei der Mission soll die Rakete erstmals versuchen, eine stabile Umlaufbahn zu erreichen. An Bord sind 26 Starlink-Internet-Satelliten vorgesehen. SpaceX hatte zuvor den 22. September als Starttermin angepeilt und den Zeitplan später geändert. Die damalige Startplanung hatte die SpaceX-Aktie zwischenzeitlich um 6 Prozent steigen lassen.
Shotwells Handelsplan und der wechselnde Startkalender gehen auf unterschiedliche Zeitpunkte zurück: Der Plan stammt vom 23. Juni, rund drei Monate vor dem aktuellen Flugtermin. Der Ausgang der Mission könnte die Einschätzung des Entwicklungsfortschritts von SpaceX beeinflussen. Ein einzelner Verkauf im Rahmen eines vorab festgelegten Plans lässt jedoch keinen Schluss auf Shotwells Einschätzung des Starts oder der Perspektiven des Unternehmens zu.
Auslaufende Haltefristen erhöhen das verfügbare Aktienangebot
Auch das Ende der Lock-up-Fristen nach dem Börsengang steht im Fokus der Anleger. Am 24. September wurden rund 328 Millionen Aktien zum Verkauf freigegeben. Bereits am Vortag war die SpaceX-Aktie um mehr als 4 Prozent gefallen. Frühinvestoren und weitere Anteilseigner dürfen nach Ablauf der Haltefrist ihre Aktien verkaufen. Weitere Freigaben sind bis Juni 2027 vorgesehen.
Der Analystenkonsens bei TipRanks lautet auf Basis von 33 Einschätzungen „Moderate Buy“. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 232,07 Dollar und liegt damit rund 56 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag. Zugleich notiert die Aktie etwa 34 Prozent unter ihrem Höchststand von 225,64 Dollar. Der für Montag geplante Starship-Start und die schrittweise Freigabe bislang gebundener Aktien gehören damit zu den kurzfristigen Entwicklungen, die Anleger beobachten.