- Eine aktuelle Umfrage unter 47 Marktstrategen, Analysten und Portfoliomanagern, die sich auf Aktienmarktprognosen konzentrieren, zeigt, dass der S&P 500 Index bis Ende 2026 voraussichtlich 7.620 Punkte erreichen wird. Dies entspricht einem marginalen Anstieg von 1,3 % gegenüber dem Schlusskurs von 7.519,12 Punkten am Dienstag. Das Ziel für Mitte 2027 wurde weiter auf 8.050 Punkte angehoben.
- Angetrieben durch starke Unternehmensberichte im ersten Quartal und ein robustes Wachstum der Investitionen in künstliche Intelligenz, sind die Erwartungen an das Gewinnwachstum der S&P 500-Unternehmen für 2026 im Vergleich zum Vorjahr von 16 % Anfang Januar auf fast 25 % gestiegen. Dies ist die höchste Gewinnwachstumsprognose seit der Erholung zu Beginn der Pandemie im Jahr 2021.
- Geopolitische Konflikte, die zu einem Energiepreisaufschlag und potenzieller Inflationsbeständigkeit führen, rekonstruieren den geldpolitischen Kurs. Der Swap-Markt hat die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen der Fed in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in die Vermögenspreise eingepreist, was einen deutlichen Wandel gegenüber der zu Jahresbeginn weit verbreiteten Erwartung einer lockeren Geldpolitik darstellt.
Gewinnerwartungen kompensieren makroökonomische Risiken
In der neuesten Umfrage vom 15. bis 26. Mai haben die Strategen die Gewinnunterstützung für den US-Aktienmarkt allgemein angehoben. Trotz der durch den Nahostkonflikt verursachten Lieferkettenprobleme und der Bedenken über Stagflation aufgrund von Ereignissen im Zusammenhang mit dem Waffenstillstandsabkommen in der Nähe der Straße von Hormus, hat die Flexibilität der Unternehmensgewinne diese makroökonomischen Gegenwinde effektiv absorbiert. Daten der London Stock Exchange Group zeigen, dass die aktuelle Erwartung eines jährlichen Gewinnwachstums von fast 25 % einen Abwärtsschutz für die Indexbewertung bietet. Diese von mikroökonomischen Fundamentaldaten getriebene Hausse führt dazu, dass 9 von 13 befragten Experten klar angeben, dass die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur von mehr als 10 % im Benchmark-Index in den nächsten drei Monaten gering ist.
Starke Dynamik bei Investitionen in künstliche Intelligenz
Der Philadelphia Semiconductor Index hat seit Ende Dezember letzten Jahres einen Anstieg von über 80 % verzeichnet, was die rigide Expansion der Investitionen in Technologie-Hardware durch Technologiegiganten bestätigt. Die kürzlich von Nvidia angekündigten Aktienrückkäufe im Wert von 80 Milliarden Dollar und die über den Erwartungen liegende Umsatzprognose für das zweite Quartal senden ein Signal an die globalen Kapitalmärkte, dass die Nachfrage nach Rechenleistung noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. Da sich viele große multinationale Unternehmen in einem technologischen Wettrüsten befinden, hat sich diese nicht-produktive Kapitalausgabe kurzfristig in den Umsatz von Chip- und Serverlieferanten umgewandelt. Auch wenn die langfristige Investitionsrendite noch zu überprüfen ist, bleibt der Auftragsbestand mittelfristig gesättigt und bildet den Kernantrieb für den Nasdaq- und S&P 500-Index, um weiterhin historische Höchststände zu testen.
Zinsanpassungen durch geopolitische Konflikte
Makroökonomische Angebotsseitenschocks verändern tiefgreifend die Preisgestaltung im Rentenmarkt. Die jüngsten Schwankungen der Energiepreise, ausgelöst durch anhaltende Konflikte im Nahen Osten, haben zu einem Anstieg der US-Staatsanleihenrenditen geführt und die zu Jahresbeginn optimistischen Erwartungen an Zinssenkungen der Fed direkt umgekehrt. Futures-Handelsdaten zeigen, dass die aktuelle Preisbasis des Marktes auf der Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen der Fed in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 basiert. Anthony Saglimbene, Chefmarktstratege bei Ameriprise, weist darauf hin, dass steigende Energiepreise und Zinsen bedeuten, dass die Inflation zunehmend verankert wird. Sollte der Preis für Rohstoffe aufgrund der geopolitischen Lage in der Straße von Hormus weiter außer Kontrolle geraten, könnte der Markt erneut unter Druck geraten, die risikofreie Zinsbasis nach oben zu korrigieren.
Bewertungsresilienz und Differenzierung der Prämien
Obwohl der Dow Jones Industrial Average und der Nasdaq Composite Index im März einen Rückgang von mindestens 10 % von ihren Höchstständen erlitten haben, haben institutionelle Investoren unterschiedliche Bewertungen für die zukünftigen Prämien abgegeben. Die Medianprognose der Umfrage sieht den Dow Jones bis Ende des Jahres bei 52.500 Punkten, was einen stetigen Anstieg gegenüber dem Schlusskurs von 50.461,68 Punkten am Dienstag darstellt. Einige relativ optimistische Institutionen wie Northlight Asset Management haben sogar eine extreme Prognose von 8.300 Punkten für den S&P 500 Index bis Jahresende abgegeben. Vor dem Hintergrund hoher Gewinnerwartungen wird erwartet, dass die strukturelle Resilienz der US-Aktienbewertungen bestehen bleibt, solange die Kerninflation nicht zu einem weiteren wirtschaftlichen Abschwung führt. Allerdings könnte das Risiko der Konzentration zwischen den Branchen in der zweiten Jahreshälfte deutlicher werden.