Das Stablecoin-Angebot am Kryptomarkt schrumpfte in der Woche bis zum 11. Oktober um rund 856 Mio. Dollar. Gleichzeitig ging der Spot-Handel auf dezentralen Börsen zurück, während Perpetual Futures stärker gefragt waren. Die gegenläufigen Daten zeigen nicht eindeutig, ob Anleger Kapital aus dem Markt abzogen oder ihre Aktivitäten in gehebelte Produkte verlagerten. MicroStrategy und BitMine kauften im selben Zeitraum weiter Kryptowährungen.
Ethereum und Solana verzeichnen die größten Rückgänge
Die wöchentlichen Daten von Lookonchain führen den Rückgang auf Veränderungen bei USDT und USDC über mehrere Blockchains hinweg zurück. Auf Ethereum sank das gemeinsame Angebot der beiden Stablecoins um rund 726 Mio. Dollar, auf Solana um etwa 619 Mio. Dollar. Tron entwickelte sich entgegengesetzt: Dort stieg das Angebot um rund 526 Mio. Dollar.
DefiLlama bezifferte den gesamten wöchentlichen Rückgang auf etwa 856 Mio. Dollar. Das entspricht rund 0,3 Prozent des umlaufenden Stablecoin-Angebots. Stablecoins dienen häufig dazu, Kapital zwischen Trades zu parken oder Kryptowährungen wie Bitcoin zu kaufen. Ein sinkendes Angebot kann daher bedeuten, dass kurzfristig weniger Kapital für den Kryptohandel bereitsteht. Die Bestandsveränderung allein zeigt jedoch weder, wohin Gelder geflossen sind, noch belegt sie einen Ausstieg von Anlegern aus dem Markt.
Weniger DEX-Spotumsatz, mehr Handel mit Perpetuals
Das Spot-Handelsvolumen auf dezentralen Börsen (DEX) fiel im Wochenvergleich um 19,34 Prozent auf 47,84 Mrd. Dollar. Uniswap, eine der führenden Plattformen, verzeichnete einen Rückgang um 25,8 Prozent. Die Zahlen deuten auf eine schwächere On-Chain-Spotaktivität hin. Veränderungen beim Handelsumsatz lassen allerdings nicht darauf schließen, dass sich Bestände oder die Zahl der Anleger im gleichen Umfang verändert haben.
Bei Perpetual Futures zeigte sich die gegenläufige Entwicklung: Das wöchentliche Handelsvolumen stieg um 8 Prozent. Mit diesen Kontrakten können Händler gehebelte Positionen auf Kursbewegungen eingehen. Das höhere Volumen kann sowohl auf mehr Handelsaktivität als auch auf eine stärkere Nutzung von Derivaten zur Positionierung hindeuten. Ob Händler dabei überwiegend auf steigende oder fallende Kurse setzten, lässt sich aus dem Volumen allein nicht ablesen.
MicroStrategy und BitMine kaufen weiter zu
Der Rückgang des Stablecoin-Angebots und des DEX-Spotumsatzes fiel mit dem Anstieg des Perpetual-Handels zusammen. Zugleich setzten MicroStrategy und BitMine ihre Käufe fort. Die Wochenindikatoren weisen damit in unterschiedliche Richtungen: Die Spotaktivität ließ nach, der Derivatehandel nahm zu und Unternehmen kauften weiterhin Kryptowährungen.
Die Daten bilden Angebot und Handelsaktivität zu einem bestimmten Zeitpunkt ab, sind aber kein verlässlicher Hinweis auf künftige Kurse. Stablecoin-Bewegungen zwischen Blockchains, Spotumsätze und Futures-Volumen erfassen unterschiedliche Bereiche des Marktes. Ohne genauere Angaben zur Richtung der Positionen und zu den Kapitalflüssen lässt sich daraus kein breiter Konsens für fallende Kurse ableiten.