Skydance-Chef David Ellison und das Führungsteam haben am Donnerstag an der New Yorker Börse die Eröffnungsglocke geläutet und damit den Abschluss der Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) markiert. Nach einem fast einjährigen Übernahmeprozess steht der neue Konzern nun vor der Integration von Paramount+ und HBO Max – bei rund 80 Milliarden Dollar Schulden und im Wettbewerb mit Netflix, Disney und YouTube.
Nach fast einem Jahr beginnt die Integrationsarbeit
Ellison trat mit dem neuen Führungsteam auf dem Parkett der NYSE im New Yorker Finanzdistrikt auf. Wenige Tage zuvor hatte er die Beschäftigten am ersten Arbeitstag des neu formierten Unternehmens angesprochen. Der Transaktion waren ein unaufgefordertes Übernahmeangebot von Paramount, ein konkurrierendes Gebot von Netflix, Rechtsstreitigkeiten und eine Einigung vorausgegangen. Der Abschluss erfolgte zu einem Unternehmenswert von 110 Milliarden Dollar.
Der Zusammenschluss vereint die Film-, Fernseh- und Streaminggeschäfte von Paramount und WBD. Damit wächst das Inhalteangebot und das Portfolio bekannter Marken und Filmrechte. Die neue Führung muss nun jedoch Abläufe, Plattformen und Managementstrukturen aufeinander abstimmen. Wie Paramount+ und HBO Max zusammengeführt oder miteinander koordiniert werden, wird die Stellung des Konzerns im Streaming-Abonnementmarkt mitbestimmen.
Aktie legt zu, bleibt seit Jahresbeginn aber im Minus
Die Skydance-Aktie stieg am Donnerstag um mehr als 5 Prozent. Seit Jahresbeginn lag sie dennoch rund 30 Prozent im Minus; über die vergangenen zwölf Monate hatte sie annähernd die Hälfte ihres Werts eingebüßt. Die Feier an der Börse rückte die Sorgen der Anleger über die Verschuldung und die Risiken bei der Umsetzung der Integration nicht in den Hintergrund.
Ellison sagte dem Sender CNBC an der NYSE, das Unternehmen sei „in allen Geschäftsbereichen gut aufgestellt, um zu gewinnen“. Zudem verwies er auf die gemeinsamen Produktionskapazitäten von Paramount und Warner Bros. sowie deren bekannte Inhalte und Marken. Ob die Geschäfte tatsächlich wirksam zusammenarbeiten, muss sich allerdings erst in den künftigen Betriebsergebnissen zeigen.
NYSE-Auftritt rückt Marken und Führungsteam ins Rampenlicht
Vor dem Handelsparkett hing ein großes Skydance-Banner; auf den Bildschirmen waren die Marken Skydance, Paramount und Warner Bros. zu sehen. Zu den ausgestellten Filmrequisiten gehörten ein Helm aus Top Gun: Maverick, eine Gryffindor-Uniform und der Goldene Schnatz aus Harry Potter sowie die Schuhe aus Forrest Gump.
Vertreter von Paramount und Skydance sowie des wichtigen Investors RedBird Capital nahmen an der Veranstaltung teil. Neben Ellison erschien Ynon Kreiz, der neu ernannte Co-CEO von Skydance. Kreiz war zuvor CEO von Mattel und war weniger als eine Woche vor der Zeremonie zu Skydance gestoßen.
Nach dem Läuten der Börsenglocke trafen Ellison und weitere Führungskräfte NYSE-Mitarbeiter und posierten für Fotos zum öffentlichen Start des neuen Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen nun die finanziellen und operativen Aufgaben: rund 80 Milliarden Dollar Schulden zu bewältigen und die beiden Streamingdienste in die größeren Inhaltegeschäfte zu integrieren.