- Exklusiv von Reuters enthüllt: Der Irak und Pakistan haben mit dem Iran ein regionales Energieabkommen geschlossen, das es den Öltankern und LNG-Schiffen beider Länder erlaubt, die Straße von Hormus zu passieren. Dies zeigt, dass Teheran die Kontrolle über die Zuteilung der Durchfahrtsrechte dieser zentralen Wasserstraße tatsächlich in der Hand hat.
- Als ein auf Rohölexporte angewiesenes Förderland hat der Irak erfolgreich zwei sehr große Rohöltanker (VLCC) mit jeweils etwa 2 Millionen Barrel Rohöl sicher durch die Straße geführt, um die Öl-Lebensader zu sichern, die 95% seines Staatshaushalts ausmacht.
- Das Oxford Institute for Energy Studies weist darauf hin, dass die Strategie des Iran sich von einer rein physischen Blockade zu einer gezielten Kontrolle des Korridors gewandelt hat. Sollte dieses Modell zur Norm werden, wird die globale Versorgung mit insgesamt 20% Rohöl und LNG einer ständigen Neubewertung des geopolitischen Risikopreises unterzogen.
Veränderung der Durchfahrtsrechte in der Straße von Hormus
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten gestalten die Durchfahrtsregeln der globalen Energieengpässe neu. Mehrere informierte Quellen bestätigen, dass das Transportabkommen zwischen dem Irak, Pakistan und dem Iran eine strukturelle Veränderung der Natur der Straße von Hormus markiert. Dieses Gewässer wurde traditionell als neutraler internationaler Energiekorridor angesehen, ist aber nun zu einem kontrollierten Korridor umgestaltet worden. Der Iran hat durch die Vergabe von "Durchfahrtsgenehmigungen" an bestimmte Verbündete oder Interessengruppen faktisch die Fähigkeit erlangt, den Energieexport aus dem Persischen Golf zu beeinflussen. Der militärische Druck der USA und Israels auf den Iran sowie die Blockade iranischer Häfen haben den regionalen Energiefluss nicht vollständig unterbrochen, sondern den Iran dazu veranlasst, seine geografischen Vorteile zu nutzen, um einen asymmetrischen Seemachtspielmechanismus zu etablieren.
Systemisches Risiko des irakischen Rohölexports
Für den Irak ist die Öffnung der Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus eine Grundvoraussetzung für die Aufrechterhaltung der makroökonomischen Stabilität. Die Einnahmen aus dem Ölexport machen 95% des irakischen Staatshaushalts aus, und jede langfristige Unterbrechung der Logistik könnte sich schnell zu einer nationalen Wirtschafts- oder sogar politischen Krise entwickeln. Die Aussagen von Beamten des irakischen Ölministeriums zeigen, dass Bagdad seine traditionellen Allianzen mit Teheran nutzt, um mehr ungehinderte Schifffahrtschargen zu sichern. Der reibungslose Durchgang von zwei sehr großen Rohöltankern (VLCC) am Sonntag hat zwar kurzfristig den finanziellen Druck auf den Irak gelindert, doch bleibt dieser auf bilateralen Absprachen statt auf internationalen Abkommen basierende Transportmechanismus äußerst fragil.
Neubewertung der Logik der Energiemärkte
Der Abschluss des oben genannten Abkommens hat auf den Spot- und Derivatemärkten komplexe Preisreaktionen ausgelöst. Einerseits kann ein Teil des Rohöls den Persischen Golf reibungslos verlassen, was die extreme Panik über einen vollständigen Zusammenbruch der Angebotsseite am Rande lindert; andererseits erhöht dieser selektive Freigabemechanismus die Compliance- und Versicherungskosten des Rohölhandels erheblich. Die von Schifffahrtskreisen bestätigten Verhandlungsdetails zeigen, dass westliche Tanker ohne iranische Zustimmung einem höheren Risiko von Beschlagnahme oder Verweigerung ausgesetzt sein könnten. Wenn globale Energiekäufer gezwungen sind, je nach Herkunftsland oder Zielort der Schiffe differenzierte Frachtprämien zu zahlen, könnte die Forward-Kurve der Brent-Rohöl-Futures eine steilere Backwardation-Struktur aufweisen, was den Druck auf die globale importierte Inflation weiter verstärken würde.