Das Weiße Haus hat bestätigt, dass Patrick Witts befristeter Einsatz als Exekutivdirektor des Krypto-Rats beendet ist. Damit ist derzeit keine Person öffentlich als operative Leitung des Gremiums benannt, auch ein Nachfolger steht nicht fest. Offen bleibt, wer künftig die US-Politik zu digitalen Vermögenswerten und die Arbeit an einer Bitcoin-Reserve koordinieren wird.
Witts befristete Tätigkeit endet
Am 14. Oktober teilte das Weiße Haus mit, dass Witt nicht länger als Exekutivdirektor des Rats tätig sei. Es dankte ihm für seinen Dienst in der Regierung und wünschte ihm alles Gute. Witt, der zuvor im US-Verteidigungsministerium gearbeitet hatte, war dem Rat vorübergehend zugeteilt worden. Anfang dieses Jahres setzte er seinen Dienst bei der Nationalgarde des Bundesstaats Georgia aus; nun soll er dorthin zurückkehren.
Einen Grund für das Ende seines Einsatzes nannte das Weiße Haus nicht. Auch eine Nachfolge wurde nicht bekannt gegeben. Aus Witts Weggang allein lässt sich nicht ableiten, ob der Rat aufgelöst, umstrukturiert oder seine Aufgaben an ein anderes Ministerium übertragen werden.
Auch Harry Jung ist nicht mehr im Rat
Witts Abschied folgt auf den Weggang des stellvertretenden Direktors Harry Jung Ende Juli. Damit verfügt der Rat nach öffentlich bekannten Angaben über kein festes Vollzeitpersonal mehr. David Sacks, der zuvor die Arbeit zu künstlicher Intelligenz und Kryptowährungen leitete und an der entsprechenden politischen Abstimmung beteiligt war, schied im März aus. Er hatte die für sogenannte Special Government Employees geltende Grenze von 130 Tagen erreicht. Auch für Sacks wurde kein Nachfolger bekannt gegeben.
Wer die laufende Arbeit des Rats nun übernimmt, ist öffentlich nicht bekannt. Für Krypto-Unternehmen, Anleger und andere Marktteilnehmer bleibt damit unklar, wo die Zuständigkeit für die ressortübergreifende Koordination liegt. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Gesetzgebungsverfahren oder Verwaltungsprozesse zum Stillstand gekommen sind. Neue Personalpläne oder eine geänderte Arbeitsstruktur hat das Weiße Haus bislang nicht vorgestellt.
CLARITY Act steckt fest, Koordinierung ungeklärt
Witts Ausscheiden erfolgt rund einen Monat nachdem der Senat den CLARITY Act blockiert hatte. Der Gesetzentwurf sollte einen bundesweiten Rahmen für den US-Kryptomarkt schaffen. Wie es mit diesem Vorhaben weitergeht, ist damit offen. Die personellen Veränderungen im Rat entscheiden nicht über das Schicksal des Gesetzes, rücken aber die praktische Frage nach der künftigen Leitung der politischen Abstimmung in den Vordergrund.
Der Rat war außerdem an der Koordinierung der Digital-Asset-Politik und an Arbeiten zu einer Bitcoin-Reserve beteiligt. Zu einer Übergabe dieser Aufgaben oder einer möglichen Zuständigkeit anderer Behörden gibt es bislang keine öffentlichen Angaben. Eine angekündigte Ernennung oder Neuverteilung der Aufgaben würde zeigen, ob die Regierung ihre Koordinierungsstruktur verändert.