Cross River Bank nimmt Ripples dollar-gedeckten Stablecoin RLUSD in seine zentrale Banking-Infrastruktur auf. Fintech-Unternehmen können Dollarzahlungen und RLUSD über die bestehende API der Bank abwickeln; die Abrechnung erfolgt über das XRP Ledger. Damit erhält RLUSD einen weiteren Zugang zu Fintech-Zahlungen und Firmenabwicklungen, ohne dass Kunden eigene Blockchain-Systeme aufbauen müssen. Zeitplan und genauer Leistungsumfang sind bislang nicht bekannt.
Dollar und RLUSD über eine API
Fintech-Kunden können über das proprietäre Core Operating System (COS) von Cross River Gelder zwischen Dollar und RLUSD bewegen und grenzüberschreitende Zahlungen sowie Transaktionen für die Unternehmensfinanzierung abwickeln. COS unterstützt außerdem klassische Zahlungswege wie ACH, Überweisungen und Echtzeitzahlungen und ist rund um die Uhr verfügbar.
Die API verbindet Fintech-Unternehmen mit den Dienstleistungen der Bank. Cross River übernimmt dabei den Zugang zum Blockchain-Zahlungsnetzwerk. Kunden können RLUSD so neben herkömmlichen Bankzahlungen über eine einzige Integration nutzen, ohne selbst eine Blockchain-Infrastruktur einzurichten.
Adam Goller, Leiter des Fintech-Bankings bei Cross River, sagte, Unternehmen sollten für internationale Geldtransfers nicht auf mehrere Anbieter angewiesen sein. Die RLUSD-Anbindung erweitere die bestehende Plattform der Bank um Stablecoin-Transfers und On-Chain-Abwicklung.
XRP Ledger wickelt Zahlungen in Sekunden ab
Nach Angaben von Cross River dauert die Abwicklung über das XRP Ledger etwa drei bis fünf Sekunden. Für Zahlungsnetzwerke könnte das Emittenten und Acquirern eine zusätzliche Möglichkeit für die Abrechnung innerhalb eines Tages bieten und bestimmte Wartezeiten verkürzen. ACH, Überweisungen und weitere traditionelle Zahlungswege bleiben über COS weiterhin verfügbar.
RLUSD und XRP sind unterschiedliche Vermögenswerte: RLUSD ist ein dollar-gedeckter Stablecoin für Zahlungen, XRP der native Vermögenswert des XRP Ledgers. Cross River bestätigte, dass RLUSD-Zahlungen über XRPL laufen sollen. Ob für Transfers zwischen Kunden XRP als Zwischenwert benötigt wird, teilte die Bank nicht mit.
Markus Infanger, Senior Vice President bei RippleX, sagte, die Zusammenarbeit solle Unternehmen ermöglichen, Stablecoins über ihre bestehenden Bankbeziehungen zu nutzen. Die Bank stelle dafür die Verbindung zu On-Chain-Abwicklungsnetzwerken her.
Verfügbarkeit und Starttermin noch offen
Der Dienst ist derzeit in einigen US-Bundesstaaten verfügbar. Welche Bundesstaaten das sind, hat Cross River nicht genannt. Auch teilnehmende Kunden, Transaktionsvolumen und ein konkreter Starttermin wurden bislang nicht bekannt gegeben. Die anfängliche Reichweite und tatsächliche Zahlungsaktivität lassen sich daher noch nicht einschätzen.
Die Integration baut auf einer Stablecoin-Zahlungsplattform auf, die Cross River am 24. November 2025 angekündigt hatte. Sie stand zugelassenen Fintech-Unternehmen, Firmen und Partnern aus der Kryptobranche in einigen Bundesstaaten über COS zur Verfügung. Die aktuelle Erweiterung ergänzt die Unterstützung für RLUSD und das XRP Ledger.
In einem Geschäftsupdate im März sagte Luca Cosentino, Leiter des Krypto-Bereichs bei Cross River, berechtigte Konten könnten Stablecoins direkt aus Dollarbeständen senden und empfangen. Zudem verwies er auf geplante Integrationen von Emittenten, automatisierten Liquiditätswerkzeugen und standardisierten APIs.
RLUSD mit rund 2,4 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung
Zum 16. Oktober 2026 lag die Marktkapitalisierung von RLUSD bei rund 2,4 Milliarden US-Dollar; im Umlauf waren etwa 2,43 Milliarden Token. Das Handelsvolumen der vergangenen 24 Stunden belief sich auf rund 181,82 Millionen US-Dollar und lag damit 19,19 Prozent unter dem Wert des Vortags. Cross River erklärte in seiner Mitteilung vom 15. Oktober separat, dass auf dem XRP Ledger mehr als eine Milliarde RLUSD ausgegeben worden seien. Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Größen: die gesamte Marktkapitalisierung des Tokens und die Ausgabe auf XRPL.
Die Kooperation fällt in eine Phase, in der weitere Banken ihre Stablecoin-Angebote ausbauen. Standard Chartered hatte am 12. Oktober angekündigt, über seine Niederlassung im Dubai International Financial Centre berechtigten institutionellen Kunden die Verwahrung von auf XRPL ausgegebenem RLUSD anzubieten. Die Mitteilung verwies außerdem auf einen geplanten Ausbau der Sicherheitenintegration mit LMAX. Cross River setzt dagegen vor allem auf Zahlungszugang und Abwicklungsinfrastruktur, nicht allein auf Verwahrung.