- Die neuesten Daten des Hongkonger Statistikamts zeigen, dass der Warenexportwert im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 53,4 % auf 6411 Milliarden HKD (ca. 818 Milliarden USD) gestiegen ist, was den größten Anstieg seit 1984 und einen historischen Höchststand darstellt. Diese unerwartet starke Leistung wurde hauptsächlich durch die globale Expansion der Infrastruktur für künstliche Intelligenz angetrieben, wobei die Auslieferung von elektronischen Komponenten und Datenverarbeitungsgeräten deutlich zugenommen hat.
- Im gleichen Zeitraum stieg der Importwert Hongkongs im Vergleich zum Vorjahr um 45,4 %, wobei die Importe aus Südkorea um 177 % stark zunahmen und damit den fünften Monat in Folge dreistellige Zuwächse verzeichneten. Der Effekt des Umschlagplatzes verstärkte sich weiter, wobei die Exporte in die USA, nach Singapur, Taiwan und das chinesische Festland um 114 %, 83 %, 80 % bzw. 59 % im Vergleich zum Vorjahr deutlich zunahmen.
- Trotz der Einführung eines neuen US-Zolls von 12,5 % schätzt der Hongkonger Handelsentwicklungsrat, dass der Gesamteinfluss aufgrund von Ausnahmen für wichtige elektronische Produkte begrenzt ist. Der Markt erwartet allgemein, dass sich das Wachstum des Handels mit der Stabilisierung des Technologiezyklus und dem Auftreten von Basiseffekten allmählich normalisieren wird.
Nachfrage nach KI-Hardware formt die Struktur des Umschlaghandels neu
Der hohe Aufschwung im Bau von Rechenleistungseinrichtungen weltweit treibt direkt die Nachfrage nach Lagerbeständen von Halbleitern und elektronischen Komponenten an. Hongkong, als wichtiger Knotenpunkt der Lieferkette für High-Tech-Produkte in Asien, profitiert voll von den Überlaufeffekten der Kapitalverlagerung hin zu KI-Hardware. Sollten die globalen Technologieriesen ihre Investitionsintensität beibehalten, könnte die Neubewertung der entsprechenden Elektronik-Lieferketten-Segmente anhalten.
Regionale Lieferketten-Koordination und Kapitalflüsse
Der Anstieg der Importe aus Südkorea um 177 % und der starke Anstieg der Exporte nach Südostasien spiegeln die hohe Aktivität im Zwischenhandel zwischen den Halbleiterherstellern in Nordostasien und den Montagebasen in Südostasien wider. Die Kapitalflüsse zeigen, dass Gelder zunehmend um die ostasiatische Elektronikindustrie neu verteilt werden. Sollte der starke Exporttrend bei High-Tech-Produkten anhalten, wird dies die Risikobereitschaft für regionale Logistik- und Handelsfinanzierungsziele weiter erhöhen.
Risiken durch Zolländerungen und Puffer durch Ausnahmeregelungen
In Bezug auf die Erhöhung der US-Zölle auf 12,5 % schätzt der Hongkonger Handelsentwicklungsrat, dass die Ausnahmeregelungen für wichtige elektronische Komponenten einen wirksamen Puffer bieten werden. Die Sensibilität der Kapitalmärkte gegenüber marginalen Änderungen der Zollpolitik hat abgenommen, wobei der Fokus auf der Unersetzlichkeit der Produkte liegt. Solange keine systemischen Änderungen in der Handelspolitik erfolgen, bleibt der Druck auf die Gewinnmargen der Exportunternehmen kontrollierbar.
Basiseffekte im zweiten Halbjahr und Normalisierung des Zyklus
Mit dem Auftreten der hohen Basiseffekte des Vorjahres und dem allmählichen Eintritt des Halbleiter-Lagerzyklus in die mittlere bis späte Phase erwarten Institutionen allgemein, dass der Höhepunkt des Handelswachstums erreicht ist. Die makroökonomische Kapitalallokation könnte sich in Richtung marginaler Verteidigung verschieben, wobei die Nachhaltigkeit der Gewinne im Elektronikexportsektor neu bewertet wird. Sollte das globale Wirtschaftswachstum sich verlangsamen, könnte der Exportantrieb in der zweiten Jahreshälfte unter Druck geraten, sich moderat zurückzuziehen.