Strategy, das von Michael Saylor geführte Unternehmen und frühere MicroStrategy, kaufte in der Woche bis zum 27. September weitere 1.665 Bitcoin für 142,7 Millionen US-Dollar. Damit setzte es seine Käufe zum zweiten Mal in Folge fort – erstmals seit einer dreimonatigen Phase ohne aufeinanderfolgende Kaufwochen. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 85.681 US-Dollar je Bitcoin. In der Vorwoche hatte Strategy 950 Bitcoin für 75,7 Millionen US-Dollar erworben. Zusammen belaufen sich die Käufe der vergangenen zwei Wochen auf 2.615 Bitcoin. Zuvor hatte das Unternehmen im laufenden Quartal einen Teil seiner Bestände verkauft.
Bitcoin-Bestand erreicht Rekord von 847.666 BTC
Der jüngste Kauf fiel rund 75 Prozent größer aus als der in der Vorwoche. Frühere Verkäufe hatten die Nettozukäufe von Strategy im Quartal zunächst ins Minus gedrückt. Die beiden jüngsten Käufe kehrten diesen Trend um. Drei Handelstage vor Quartalsende, Stand 28. September, beliefen sich die Nettozugänge im dritten Quartal auf rund 1.666 Bitcoin.
Der Bitcoin-Analyst Mark Harvey erklärte, Strategy habe die im Quartal verkauften Bitcoin zurückgekauft und seinen Bestand darüber hinaus ausgebaut. Seinen Berechnungen zufolge verzeichnete das Unternehmen damit zum 24. Quartal in Folge einen Nettozuwachs bei Bitcoin.
Strategy hält nun 847.666 Bitcoin – so viele wie nie zuvor. Die kumulierten Anschaffungskosten liegen bei rund 63,9 Milliarden US-Dollar, entsprechend einem Durchschnittspreis von 75.437 US-Dollar je Bitcoin. Allein in diesem Jahr kaufte das Unternehmen 175.166 Bitcoin. Bei einem aktuellen Wert der Bestände von rund 70,7 Milliarden US-Dollar ergibt sich gegenüber den gesamten Anschaffungskosten ein nicht realisierter Buchgewinn von etwa 6,75 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 10,6 Prozent.
Diese Berechnung ist von den regelmäßig ausgewiesenen Kennzahlen des Unternehmens zu unterscheiden. Strategy meldete seit Jahresbeginn eine Bitcoin-Rendite von minus 3,7 Prozent und einen negativen BTC Gain von 25.085 Bitcoin. Zum für die Berechnung angesetzten Kurs entsprach das einem ausgewiesenen Verlust von rund 2,1 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal lag der BTC Gain bei minus 100.275 Bitcoin beziehungsweise etwa 8,37 Milliarden US-Dollar. Der Buchgewinn auf den aktuellen Bestand ist nicht mit diesen zeitraumbezogenen Kennzahlen gleichzusetzen.
Aktienemission finanziert Bitcoin-Käufe und STRC-Rückkäufe
Einen Teil des jüngsten Bitcoin-Kaufs finanzierte Strategy über den Verkauf von Stammaktien am Markt. In der vergangenen Woche platzierte das Unternehmen rund 1,47 Millionen MSTR-Aktien und erzielte netto 246,2 Millionen US-Dollar. Im Rahmen des Programms stehen noch 18,84 Milliarden US-Dollar an Kapazität zur Verfügung.
Der MSTR-Analyst Zaid hatte mit Bitcoin-Käufen im Umfang von 250 bis 300 Millionen US-Dollar gerechnet – etwa doppelt so viel wie tatsächlich ausgegeben wurde. Der geringere Betrag deute darauf hin, dass das Management einen Teil der Mittel für andere Zwecke eingesetzt habe, statt stärker auf den vorhandenen Kassenbestand zurückzugreifen, sagte er.
Zu diesen anderen Verwendungen zählte der Rückkauf von STRC. Strategy kaufte rund 1,53 Millionen Aktien seiner unbefristeten Class-A-Vorzugsaktie mit variablem Zinssatz für 151,7 Millionen US-Dollar zurück. Das war etwas mehr als die Ausgaben für Bitcoin im selben Zeitraum. Von der Rückkaufsumme stammten 103,5 Millionen US-Dollar aus der MSTR-Aktienemission und 48,1 Millionen US-Dollar aus dem US-Dollar-Kassenbestand. Weitere 22,1 Millionen US-Dollar aus den Dollarreserven flossen in Dividendenzahlungen auf Vorzugsaktien.
Zum 27. September verfügte Strategy über rund eine Milliarde US-Dollar an frei verwendbaren Barmitteln sowie eine separate Dollarreserve von fünf Milliarden US-Dollar. Nach Zaids Schätzung entfielen auf die Rückkäufe des Unternehmens in der vergangenen Woche rund 18,9 Prozent des gesamten STRC-Handelsvolumens. Eine Woche zuvor waren es 22,8 Prozent gewesen. Strategy nahm damit einen geringeren Anteil des Verkaufsangebots auf, blieb mit seinen Rückkäufen aber ein bedeutender Marktteilnehmer.
STRC nähert sich wieder 100 US-Dollar – Aktionäre stimmen über tägliche Dividenden ab
Der Kurs von STRC stieg zuletzt auf etwa 99 US-Dollar und näherte sich damit dem Liquidationsvorzugspreis von 100 US-Dollar. Seit Mai hatte die Aktie diese Marke nur schwer gehalten; während des Bitcoin-Ausverkaufs im Juni fiel sie zeitweise auf rund 71 US-Dollar. Im Rahmen eines Rückkaufprogramms über zwei Milliarden US-Dollar hat Strategy inzwischen mehr als eine Milliarde US-Dollar für den Rückkauf von Vorzugsaktien ausgegeben, um deren Marktpreis zu stabilisieren.
Die annualisierte Dividendenrate von STRC liegt derzeit bei 12 Prozent. Im Juni hatte Strategy die Zahlungshäufigkeit von monatlich auf zweimal im Monat erhöht. Nun will das Unternehmen den Rhythmus erneut ändern, um die Aktie für Anleger mit Fokus auf laufende Erträge attraktiver zu machen.
Am 28. Oktober soll eine außerordentliche Hauptversammlung über tägliche Dividenden für die vier in den USA notierten Vorzugsaktien STRC, STRF, STRK und STRD abstimmen. STRC wäre laut Vorschlag das erste Wertpapier mit dem neuen Zahlungsrhythmus. Die erste Dividende nach dem täglichen Zeitplan soll am 2. November ausgezahlt werden; Stichtag für den Anspruch wäre der 1. November.
Nach Angaben des Unternehmens könnte die tägliche Berechnung die Wartezeit bis zum Erhalt und zur Wiederanlage von Dividenden verkürzen. Außerdem soll sie Kursschwankungen rund um weniger häufige Zahlungstermine abmildern. STRC möglichst nahe bei 100 US-Dollar zu halten, ist eines der erklärten Ziele. Die nächsten Unternehmensangaben werden zeigen, ob Strategy eine dritte Woche in Folge Bitcoin kauft und ob Rückkäufe sowie der geplante tägliche Dividendenrhythmus den STRC-Kurs weiter stützen.