- Der Spotpreis für Gold geriet unter Druck und fiel zurück, da der Dollar sich erholte. Marktteilnehmer zeigten sich vorsichtig vor der Bekanntgabe der Zinsentscheidung der Fed und der Rede von Vorsitzendem Kevin Warsh, was zu einer vorübergehenden Schließung von Long-Positionen führte.
- Da die USA und der Iran den Waffenstillstand aufrechterhalten und sich im Nahen Osten ein Verhandlungsfenster öffnet, ist die geopolitische Risikoprämie gesunken. Rohöl und andere Rohstoffe schwächten sich ab, was die kurzfristigen Inflationserwartungen weiter entlastete.
- Händler erhöhen allmählich die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinserhöhung durch die Fed. Das Umfeld hoher Zinsen, kombiniert mit den in dieser Woche in den USA veröffentlichten BIP- und Inflationsdaten, mindert die kurzfristige Attraktivität von Gold als risikolose Anlage.
Gold unter Druck und Dollar steigt
Am Dienstag fiel der Spotpreis für Gold um 0,7 % auf 4049,12 USD pro Unze, während die US-Gold-Futures ebenfalls nachgaben. Der Dollarindex blieb in der Nähe eines einmonatigen Hochs, was die Haltekosten für Investoren in Nicht-Dollar-Währungen erhöhte. Die Kapitalströme zeigen, dass sich vor wichtigen politischen Entscheidungen die Flucht in den sicheren Hafen Dollar verstärkte, was die zuvor zwei Tage in Folge gestiegenen Edelmetallpreise erneut unter Druck setzte und in einer breiten Schwankungszone hielt.
Zinserwartungen und Fed-Entscheidung
Der Markt erwartet allgemein, dass die Fed bei diesem Treffen keine Änderungen vornimmt, aber die Unsicherheit über den Zinsverlauf nimmt zu. Laut den Daten des CME FedWatch Tools liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in dieser Woche bei etwa 40 %, während die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September auf etwa 80 % gestiegen ist. Hohe oder weiter steigende Kreditkosten erhöhen direkt die Opportunitätskosten von Gold, was einige kurzfristige Hebelfonds dazu veranlasst, vor der Zinsentscheidung ihr Risiko zu reduzieren.
Geopolitische Risiken und Ölkorrektur
US-Präsident Trump erklärte, dass die Verhandlungen mit dem Iran gut vorankommen und der Waffenstillstand aufrechterhalten wird, was die geopolitische Risikoprämie deutlich schwächte. Während der asiatischen Handelssitzung setzten die Ölpreise ihren starken Rückgang fort, was den inflationsbedingten Druck auf der Angebotsseite effektiv entlastete. Die Entspannung der geopolitischen Lage und die nachlassenden Inflationserwartungen führten dazu, dass die zuvor in den Goldmarkt geflossenen Absicherungs- und Werterhaltungsfonds Anzeichen eines Abflusses zeigten.
Industriemetalle und Edelmetalle im Gleichklang
Der Sektor der Edelmetalle und Basismetalle zeigte insgesamt ein synchrones Rückzugsmuster. Der Silberpreis fiel um 1,6 % auf 57,483 USD pro Unze, Platin sank um 0,6 % auf 1612,60 USD pro Unze. Gleichzeitig fielen die Kupfer-Futures an der London Metal Exchange und die US-Kupfer-Futures jeweils um 0,5 %. Die Schwäche der Industrie- und Edelmetalle spiegelt die abwartende Haltung des Marktes gegenüber dem makroökonomischen Wachstum und den in dieser Woche veröffentlichten zentralen Wirtschaftsdaten wie dem BIP des zweiten Quartals wider.