Die USA haben einen iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zurückgewiesen. Daraufhin legte der Ölpreis im frühen Asienhandel zu, während US-Aktienfutures leicht nachgaben. Anleger achten nun darauf, ob die Gespräche noch in dieser Woche wieder aufgenommen werden und wie sich die Schifffahrt durch die Meerenge entwickelt.
Am frühen 28. September 2026, Pekinger Zeit, lagen die Futures auf den S&P 500 rund 0,2 Prozent im Minus. Der Leitindex hatte am Freitag noch 0,5 Prozent gewonnen. Anleger waren mit der Hoffnung auf Fortschritte bei den Verhandlungen ins Wochenende gegangen. Die Ablehnung des jüngsten Vorschlags sorgte zum Wochenauftakt bei einigen risikosensiblen Anlagen für Gegenwind.
Brent verteuert sich um 1,5 Prozent
Am deutlichsten fiel die Reaktion am Ölmarkt aus: Brent, die internationale Referenzsorte, stieg um 1,5 Prozent. Händler bewerteten die Risiken für die Versorgung und den Transport von Rohöl und Ölprodukten durch die Straße von Hormus neu. Die Meerenge ist eine wichtige Route für Energieexporte aus dem Nahen Osten. Unklarheit über den Zugang, mögliche Pläne zur Wiederöffnung und den Stand der Verhandlungen kann sich daher auf Ölpreise und die Bewertung von Energieunternehmen auswirken.
Höhere Ölpreise können auch Aktienmärkte belasten, wenn sie Inflationserwartungen und Transportkosten steigen lassen oder Unternehmensmargen drücken. Für Länder, die auf Energieimporte angewiesen sind, könnte ein anhaltender Anstieg zudem die Handelsbilanz und die Verbraucher belasten. Bislang steht jedoch lediglich fest, dass die USA den iranischen Vorschlag abgelehnt haben. Wie sich der Zugang zur Meerenge verändert, ist offen.
Dollar legt gegenüber wichtigen Währungen leicht zu
Der US-Dollar stieg gegenüber den meisten wichtigen Währungen moderat. Geopolitische Spannungen können die Nachfrage nach der US-Währung stützen, wenn Anleger ihr Risiko reduzieren. Die begrenzten Kursgewinne deuten jedoch darauf hin, dass die Märkte zunächst auf klarere Signale zu den Verhandlungen und den Schifffahrtsbedingungen warten.
Die US-Seite erklärte, Gespräche könnten noch in dieser Woche wieder aufgenommen werden. Für Händler an den Energie-, Devisen- und Aktienmärkten kommt es darauf an, ob die Verhandlungen tatsächlich beginnen, ob Iran einen neuen Vorschlag vorlegt und wie sich der Verkehr durch die Straße von Hormus entwickelt.
Aktienmärkte warten auf Signale zu Ölversorgung und Diplomatie
Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen: Kommt es zu einer länger anhaltenden Beeinträchtigung der Ölversorgung und des Transports? Und können diplomatische Kontakte das Risiko einer weiteren Eskalation verringern? Auf den Gewinn des S&P 500 von 0,5 Prozent am Freitag folgte zum Wochenstart ein Rückgang der Futures. Das spiegelt die vorsichtigere Haltung der Anleger angesichts der fehlenden neuen Informationen wider.
Eine Wiederaufnahme der Gespräche wurde bislang nicht öffentlich bestätigt. Auch einen konkreten Zeitplan für die Wiederöffnung der Straße von Hormus gibt es nicht. Die ersten Bewegungen bei Öl, Dollar und US-Aktienfutures zeigen die unmittelbare Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen. Für die weitere Marktentwicklung sind nun die Lage in der Schifffahrt und offizielle Stellungnahmen beider Seiten entscheidend.