Berkshire Hathaway hat weitere 330 Millionen US-Dollar in das italienische Technologieunternehmen Bending Spoons investiert und seinen Anteil damit auf rund 4 Prozent erhöht. Nach der Nachricht legte die Aktie zunächst zu und näherte sich einer neuen Kaufmarke. Am Freitag gab sie jedoch im Zuge zunehmender Marktschwankungen mehr als 16 Prozent nach. Der Kursrückgang zeigt, dass auch die Beteiligung eines großen institutionellen Investors eine neu börsennotierte Aktie nicht vor kurzfristigen Ausschlägen schützt.
Berkshire kauft zehn Millionen Aktien zu je 33 Dollar
Berkshire erwarb im Rahmen einer Privatplatzierung zehn Millionen Bending-Spoons-Aktien zu je 33 Dollar. Das entspricht einem Gesamtwert von rund 330 Millionen Dollar und erhöht Berkshires Beteiligung auf etwa 4 Prozent.
Es ist Berkshires zweite Investition in das Unternehmen. Beim Börsengang im Juli hatte der Konzern bereits rund 600 Millionen Dollar investiert. Der jüngste Kauf baut die Position weiter aus und lenkt zusätzliche institutionelle Aufmerksamkeit auf das erst seit Kurzem börsennotierte Technologieunternehmen.
Bending Spoons setzt auf etablierte Digitalmarken
Das in Italien ansässige Unternehmen übernimmt bekannte digitale Dienste und Softwareanbieter mit Abomodellen, deren Wachstum ins Stocken geraten ist. Durch umfassende Restrukturierungen will Bending Spoons deren Profitabilität verbessern und die übernommenen Unternehmen langfristig halten.
Zum Portfolio gehören Evernote, Airtable, WeTransfer, Vimeo und AOL. Die Marken sind in Bereichen wie Notizen, Kollaborationssoftware, Dateitransfer, Video und Online-Inhalten tätig. Bending Spoons will durch die Zusammenführung von Abläufen sowie Änderungen an Produkten und Abomodellen den Cashflow und die Profitabilität steigern.
Aktie fällt am Freitag um mehr als 16 Prozent
Zu Wochenbeginn stieg die Bending-Spoons-Aktie nach Bekanntwerden von Berkshires zusätzlicher Investition und kam einer neuen Kaufmarke nahe. Damit rückte der Titel unter den jüngsten Börsengängen stärker in den Blick der Anleger.
Am Freitag drehte der Kurs und verlor bei zunehmender Marktvolatilität mehr als 16 Prozent. Neben der allgemeinen Marktlage beobachten Anleger die Liquidität der Aktie und die Frage, ob Übernahmen und Restrukturierungen dauerhaft zu einer höheren Profitabilität führen können.
Berkshires zwei Investitionen signalisieren eine klare institutionelle Beteiligung. Die veröffentlichten Angaben beziehen sich jedoch auf den Anteil und das Transaktionsvolumen; sie erlauben keine Aussage darüber, wie sich Gewinne oder Aktienkurs des Unternehmens entwickeln werden. Der Rückgang am Freitag rückt daher auch die Bewertung und das Geschäftsmodell des Börsenneulings erneut in den Fokus.