Mehr als 60 Millionen Kinder wurden in diesem Monat automatisch für Trump-Konten angemeldet. Damit steigt die Zahl der Konten auf knapp 70 Millionen. Gleichzeitig schlagen der Internal Revenue Service (IRS) und das US-Finanzministerium vor, Spenden in Form einzelner Aktien für größere Gruppen von Kinderkonten zuzulassen. Offen sind dabei unter anderem Fragen zu Mindesthaltedauer, Verwaltung und den Auswirkungen auf die Begünstigten.
Nach Angaben des Finanzministeriums waren rund 7 Millionen Kinder bereits vor der automatischen Anmeldung in das Programm aufgenommen worden. Präsident Donald Trump und Finanzminister Scott Bessent stellten das Verfahren am 7. Oktober im Weißen Haus vor.
Automatische Anmeldung erhöht die Reichweite, nicht das Guthaben
Trump-Konten sind steuerbegünstigte Sparkonten für Kinder. Mit 18 Jahren übernehmen die Kontoinhaber die Kontrolle. Für anspruchsberechtigte Kinder unter 18 Jahren mit gültiger Sozialversicherungsnummer kann automatisch ein Konto eröffnet werden. Eltern oder Erziehungsberechtigte müssen es jedoch zunächst beanspruchen, bevor sie es verwalten oder zulässige Einzahlungen vornehmen können.
Das unterscheidet sich von der automatischen Anmeldung zu beitragsfinanzierten Altersvorsorgeplänen wie einem 401(k)-Plan: Bei den Trump-Konten wird für anspruchsberechtigte Kinder zwar ein Konto angelegt, aber kein Geld automatisch vom Lohn oder anderen Einkünften abgezogen. Die Zahl der Konten kann daher stark steigen, ohne dass die Einlagen im gleichen Maß zunehmen. Ob ein Konto tatsächlich Guthaben erhält, hängt von späteren Einzahlungen oder Spenden ab.
Adam Bergman, Gründer von IRA Financial, sagte, die automatische Anmeldung könne Familien, die das Programm nicht kannten oder bisher keinen Antrag gestellt hatten, zumindest ein Startkonto für ihre Kinder verschaffen. AJ Kletkin, Vermögensberater bei der Private Advisor Group in New York, erwartet, dass dadurch mehr Familien teilnehmen und früher mit dem Sparen beginnen könnten. Der lange Anlagezeitraum könne Kindern zudem mehrere Jahrzehnte für den Zinseszinseffekt bieten.
Aktien-Spenden sollen meist fünf Jahre gehalten werden
Derzeit können Trump-Konten unter anderem in bestimmte kostengünstige Indexfonds investieren. Ein Vorschlag von IRS und Finanzministerium vom 30. September würde zusätzlich Spenden einzelner Aktien ermöglichen. Geplant ist, dass Spender Aktien in eine Gruppe von Konten für mindestens 5.000 Kinder einbringen können. Die begünstigte Gruppe müsste in einem zulässigen Bundesstaat oder geografischen Gebiet leben.
Für Spender könnten Aktien mit Kursgewinnen eine Möglichkeit sein, Kinder zu unterstützen, ohne die Anteile zuvor verkaufen und dabei möglicherweise Kapitalertragsteuer auslösen zu müssen. Nach dem Vorschlag müssten die Kontoinhaber die gespendeten Aktien grundsätzlich mindestens fünf Jahre halten. Die Behörden bitten um öffentliche Stellungnahmen; Eingaben sind bis zum 30. November möglich.
Brian Boswell, Mitgründer und leitender Vermögensberater bei The Retirement Studio, bezeichnete das Modell als ungewöhnlich: Kinder könnten einzelne Aktien erhalten, ohne selbst in der Lage zu sein, ihre Anlagen zu diversifizieren. Die fünfjährige Haltefrist solle möglicherweise verhindern, dass viele Konten die zugeteilten Anteile gleichzeitig verkaufen und damit den Aktienkurs beeinflussen. Ein gebündelter Verkaufsdruck könne jedoch entstehen, sobald die Frist abläuft, sagte Boswell.
Auswahl der Aktien und Verwaltung großer Gruppen offen
Christine Benz, bei Morningstar für persönliche Finanzen und Altersvorsorge zuständig, stellte auf der Plattform X infrage, ob Kinder mit einer einzelnen Aktie, die weder sie noch ihre Eltern ausgewählt haben, besser dastünden als mit einem S&P-500-Indexfonds. Dahinter steht eine praktische Frage des Vorschlags: Die Entwicklung hängt vom jeweiligen Unternehmen ab, während die Begünstigten möglicherweise keinen Einfluss darauf haben, welche Aktie sie erhalten.
Auch die Zuteilung und Verwaltung der Spenden in großem Umfang ist noch nicht geklärt. Bergman vermutete, dass letztlich nur eine vergleichsweise kleine Zahl von Menschen Trump-Konten mit Aktien unterstützen werde – möglicherweise einige Hundert Amerikaner. Joseph Medina, Partner bei EY Private in Washington, sagte, das Finanzministerium könnte die Vermögenswerte zunächst in einem großen Sammelkonto halten und die Anteile auf einzelne Konten verteilen, sobald diese beansprucht werden.
Die knapp 70 Millionen Konten stehen somit für eine rasch wachsende potenzielle Reichweite des Programms, nicht für ebenso viele Kinder mit Einlagen oder Aktienanlagen. Der Plan für Aktien-Spenden befindet sich noch im Stellungnahmeverfahren. Endgültige Regeln, die Zuteilung der Vermögenswerte und die verfügbaren Anlageoptionen sind weiterhin offen.