Strive hat zwischen dem 12. und 13. Oktober 2.822 Bitcoin gekauft. Der Zukauf unterstreicht, dass die Nachfrage von Unternehmen weiterhin auf wenige Bitcoin-Treasury-Firmen konzentriert ist. Nach Daten von River bis zum 5. Oktober hatten Strategy und Strive in diesem Jahr zusammen 197.000 Bitcoin angesammelt – mehr als der Nettozuwachs von 193.000 Bitcoin bei Unternehmen insgesamt. Zwar ist die Zahl börsennotierter Unternehmen mit Bitcoin-Beständen binnen eines Jahres um 10 Prozent gestiegen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Käufe auf einen breiteren Kreis von Unternehmen verteilt sind.
Strategy und Strive prägen die Unternehmenskäufe
River zufolge stockten klassische Unternehmen ihre Bestände bis zum 5. Oktober 2026 um rund 20.000 Bitcoin auf. Andere Bitcoin-Treasury-Firmen kauften etwa 8.000 Bitcoin hinzu. Zugleich verkauften große Miner laut der begleitenden Erläuterung 32.800 Bitcoin. Käufe und Verkäufe fanden parallel in mehreren Kategorien statt; zudem sind die Werte in der Grafik gerundet. Die Differenz von rund 4.000 Bitcoin zwischen den Kategorien lässt sich daher nicht unmittelbar als Nettoverkaufsvolumen aller übrigen Marktteilnehmer interpretieren.
River beziffert die Nettoakkumulation von Unternehmen insgesamt auf 193.000 Bitcoin. Strategy und Strive kamen zusammen auf 197.000 Bitcoin. Entscheidend für die Frage, ob sich die Nachfrage verbreitert, ist deshalb nicht allein die Zahl der Unternehmen mit Bitcoin-Beständen. Ebenso wichtig ist, ob Firmen außerhalb der führenden Treasury-Unternehmen weiterhin in nennenswertem Umfang zukaufen.
Strive meldet Kauf von 2.822 Bitcoin und Warrantausübung
In einer am 14. Oktober eingereichten Mitteilung erklärte Strive, zwischen dem 12. und 13. Oktober 2.822 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von rund 83.266 US-Dollar je Coin gekauft zu haben. Gebühren und Aufwendungen sind darin enthalten. Das Unternehmen teilte außerdem mit, Warrants ausgeübt zu haben, und erwartete daraus Bruttoerlöse von 369,2 Millionen US-Dollar. Bis zum Handelsschluss am 13. Oktober waren demnach sämtliche im Rahmen der Privatplatzierung ausgegebenen traditionellen Warrants ausgeübt worden.
Aus der Mitteilung geht nicht hervor, ob die erwarteten Erlöse bereits vollständig in bar eingegangen waren oder welcher Betrag nach Abzug der Kosten verblieb. Auch bestätigte Strive nicht, dass das Geld für die Bitcoin-Käufe im selben Zeitraum verwendet wurde. Die Angaben zur Finanzierung belegen somit weder die konkrete Herkunft der Mittel für den jüngsten Kauf noch Umfang oder Finanzierung eines möglichen nächsten Zukaufs.
Vor diesem Kauf hatte Strive am 13. Oktober gemeldet, zwischen dem 5. und 9. Oktober 3.311 Bitcoin erworben zu haben. Zum 9. Oktober hielt das Unternehmen demnach 32.773 Bitcoin und verfügte über 310,3 Millionen US-Dollar an Barmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Zugleich stieg die ausgewiesene Zahl der ausstehenden Stamm- und Vorzugsaktien.
Strategy kauft Bitcoin und kauft Vorzugsaktien zurück
Strategy teilte am 12. Oktober mit, zwischen dem 5. und 11. Oktober 250 Bitcoin für 21,5 Millionen US-Dollar gekauft zu haben. Damit belief sich der Bestand zum 11. Oktober auf 848.250 Bitcoin. Von den Kaufkosten entfielen 21 Millionen US-Dollar auf Nettoerlöse aus dem Verkauf von MSTR-Stammaktien, weitere 500.000 US-Dollar stammten aus US-Dollar-Mitteln.
Im selben Zeitraum gab Strategy 192,4 Millionen US-Dollar für den Rückkauf von 1.932.145 STRC-Vorzugsaktien aus. Der Aktienrückkauf und der Bitcoin-Kauf waren getrennte Kapitalverwendungen. Strategy nannte die konkrete Finanzierungsquelle für den Rückkauf nicht. Aus der Mitteilung lässt sich daher weder ableiten, dass das Unternehmen zur Finanzierung Bitcoin verkauft hat, noch dass der Rückkaufbetrag andernfalls für weitere Bitcoin-Käufe zur Verfügung gestanden hätte.
Zum 11. Oktober verfügte Strategy über Dollarreserven von 4,88 Milliarden US-Dollar, die Dividenden auf Vorzugsaktien und Zinszahlungen auf Schulden absichern sollen. Zusätzlich hielt das Unternehmen 640,5 Millionen US-Dollar in Barmitteln für allgemeine Treasury-Zwecke. Ein Bitcoin-Kauf erhöht den Bestand; ein Rückkauf von Vorzugsaktien führt Kapital an die Inhaber der betreffenden Wertpapiere zurück. Beide Vorgänge können in derselben Woche stattfinden, haben aber unterschiedliche Bedeutung für die Nachfrage am Bitcoin-Markt.
Semlers Bitcoin-Transfer schuf keine neue Marktnachfrage
Als Strive und Semler am 13. Januar die Zustimmung der Aktionäre zu ihrer Transaktion bekannt gaben, hielt Semler nach eigenen Angaben bereits 5.048,1 Bitcoin. Strive hatte separat 123 Bitcoin gekauft und kam vor der Übernahme auf 7.749,8 Bitcoin. Eine Abschlussmitteilung vom 16. Januar bestätigte den Vollzug der Transaktion. Das kombinierte Unternehmen hielt danach rund 12.797,9 Bitcoin.
Semlers Bitcoin-Bestand wurde in die gemeinsame Treasury von Strive übertragen und erhöhte damit die unter Strives Namen ausgewiesenen Bestände. Die Coins wechselten jedoch zwischen Unternehmen den Besitzer; Strive kaufte sie nicht erneut am Markt. River erläutert in seinem Bericht und der Kategoriengrafik nicht, wie dieser Vorgang in den zusammengefassten Zahlen für Strategy und Strive berücksichtigt wurde. Deshalb lassen sich die 5.048,1 Bitcoin anhand der verfügbaren Daten weder direkt herausrechnen noch die Käufe auf bereinigter Basis neu berechnen.
Die jüngsten von Strive und Strategy gemeldeten Kaufzeiträume liegen beide nach Rivers Datenstichtag am 5. Oktober und umfassen unterschiedliche Zeiträume. Für einen Vergleich mit den Branchendaten wären einheitliche Zeitfenster und Methoden nötig. Die vorliegenden Zahlen zeigen eine stark konzentrierte Verteilung der Bitcoin-Bestände von Unternehmen. Um festzustellen, ob sich auch die neue Nachfrage breiter verteilt, müssen tatsächliche Marktkäufe, Transfers zwischen Unternehmen sowie Finanzierungserlöse getrennt betrachtet werden – einschließlich der Frage, ob und wann diese Erlöse tatsächlich eingegangen und für Bitcoin-Käufe eingesetzt wurden.