- Laut den neuesten Verwahrungsdaten der Federal Reserve (Fed) sank der Bestand an US-Staatsanleihen, die von ausländischen offiziellen Institutionen gehalten werden, in der Woche bis zum 6. Mai um 8,7 Milliarden US-Dollar auf 2,73 Billionen US-Dollar. Diese Veränderung fällt zeitlich mit dem geschätzten Zeitraum zusammen, in dem das japanische Finanzministerium (MOF) kürzlich 54,7 Milliarden US-Dollar zur Intervention auf dem Devisenmarkt eingesetzt hat.
- Der Weg der Mittelbeschaffung für diese Intervention hat das Interesse des Rentenmarktes geweckt. JPMorgan (JPM:US) analysiert, dass die japanischen Behörden dazu neigen, kurzfristige Schatzwechsel (T-Bills) zu liquidieren, um Marktauswirkungen zu minimieren. Die Bank of America (BAC:US) warnt jedoch, dass der US-Anleihemarkt einem Ungleichgewicht von etwa 70 Milliarden US-Dollar ausgesetzt sein könnte, wenn die Bargeldreserven erschöpft sind.
- Die bilaterale finanzpolitische Koordination zwischen den USA und Japan tritt in eine entscheidende Phase ein. Der US-Finanzminister Scott Bessent, der sich selbst als Chefverkäufer von Anleihen bezeichnet, wird Japan besuchen. Es wird erwartet, dass er mit dem japanischen Premierminister Sanae Takaichi, dem Finanzminister Satsuki Katayama und dem Gouverneur der Bank of Japan (BOJ), Kazuo Ueda, substantielle Gespräche über Wechselkursschwankungen und den Aufwärtsdruck auf die Renditen von US-Staatsanleihen führen wird.
Veränderungen in Verwahrkonten und Mittelherkunft
Die Mikrostruktur des globalen Devisenmarktes verändert sich signifikant durch souveräne Interventionen. Das Volumen der von der Fed verwahrten handelbaren US-Staatsanleihen ausländischer offizieller Institutionen verzeichnete den ersten Rückgang seit fast einem Monat. Obwohl der Rückgang um 8,7 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum geschätzten Gesamtumfang der Deviseninterventionen moderat erscheint, spiegelt er die Prioritäten der japanischen Behörden bei der Nutzung von Devisenreserven wider. In der Praxis nutzt die Bank of Japan in der Regel vorrangig die bei der New Yorker Fed hinterlegten Bargeldeinlagen und führt Kaufaufträge für Yen und Verkaufsaufträge für Dollar während der US-Handelszeiten, der globalen Liquiditätsspitze, aus. Mit zunehmender Interventionshäufigkeit verfolgt der Markt die Veränderungsrate der Verwahrkonten hochfrequent, um die Verbrauchsrate der hochliquiden Vermögenswerte in den japanischen Devisenreserven zu berechnen. Sollten nachfolgende Daten eine signifikante Reduzierung von kurzfristigen Schatzwechseln bestätigen, könnte die vordere Renditekurve der US-Staatsanleihen einem impulsartigen Neubewertungsdruck ausgesetzt sein.
Liquiditätsfriktionen am vorderen Ende der Renditekurve
Die Erwartung eines souveränen Verkaufs von Vermögenswerten stellt die grundlegende Liquidität des US-Staatsanleihenmarktes auf die Probe. Derzeit befindet sich der US-Anleihemarkt in einer Phase extremer Sensibilität gegenüber Inflationspersistenz und Haushaltsdefiziten. Strategen der National Australia Bank (NAB:AU) weisen darauf hin, dass, wenn Japan den Verkauf von US-Staatsanleihen als normalisierte Interventionsmaßnahme einsetzt, der daraus resultierende Abzugseffekt direkt die Aufnahmefähigkeit des aktuellen Marktes herausfordern wird. Besonders im Markt für kurzfristige Schatzwechsel, der zwar insgesamt groß ist, könnte eine konzentrierte Verkaufswelle im Umfang von mehreren zehn Milliarden US-Dollar die Expansionsfähigkeit der Bilanzen der Primärhändler unter Druck setzen. Dies könnte zu einem vorübergehenden Anstieg der Overnight-Repo-Sätze (SOFR) führen, die Finanzierungskosten auf dem Offshore-Dollar-Markt erhöhen und die Liquiditätsfriktionen vom Staatsanleihenmarkt auf das breitere hypothekarisch gesicherte Kreditsystem übertragen.
Politisches Ringen und bilaterale Wechselkursbewertung
Der Kampf um den Yen-Wechselkurs ist nicht mehr nur ein isoliertes Währungsphänomen, sondern hat sich zu einem tiefgreifenden politischen Ringen zwischen den USA und Japan in ihren fiskalischen und monetären Zyklen entwickelt. Seit 2022 hat Japan über 200 Milliarden US-Dollar investiert, um den Yen-Wechselkurs zu stützen, aber solche antizyklischen Interventionen können oft nur kurzfristige Volatilität dämpfen und nicht die durch Zinsdifferenzen zwischen den beiden Ländern bestimmten fundamentalen Trends umkehren. Der Besuch des US-Finanzministers in Japan unterstreicht die potenziellen Sorgen der USA über den Verkauf von Vermögenswerten durch den größten ausländischen Gläubiger. Sollte die Rendite von US-Staatsanleihen aufgrund japanischer Verkaufsaktivitäten unkontrolliert steigen, würde dies die Emissionskosten und den Schuldendruck der US-Regierung direkt erhöhen. Daher könnten die bilateralen Gespräche versuchen, ein neues politisches Einvernehmen zwischen der Tolerierung einer moderaten Yen-Abwertung und der Aufrechterhaltung der mikroökonomischen Stabilität des US-Staatsanleihenmarktes zu finden.
Marginale Schwächung der Angebots- und Nachfragestruktur von US-Staatsanleihen
Aus einer makroökonomischeren Liquiditätsperspektive setzt die Fed ihre quantitative Straffung (QT) fort, was bedeutet, dass das US-Finanzministerium stärker auf private Mittel angewiesen ist, um neue Schulden zu absorbieren. Sollte sich in dieser Phase die traditionelle Nachfragequelle ausländischer offizieller Institutionen zu einem Nettoverkäufer entwickeln, wird die marginale Preisgestaltungsmacht von US-Staatsanleihen weiter auf renditehungrigere, preissensitive Investoren übergehen. Sollte Japan gezwungen sein, mittel- bis langfristige Staatsanleihen zu verkaufen, um Interventionsmittel zu beschaffen, wird die Laufzeitprämie (Term Premium) für langfristige US-Staatsanleihen passiv ansteigen. Diese marginale Schwächung der Angebots- und Nachfragestruktur erfordert, dass Investoren bei der Konstruktion von festverzinslichen Portfolios das nicht-ökonomische rationale Verhalten souveräner Institutionen als Tail-Risiko berücksichtigen.