- Der Benchmark-Drei-Monats-Kupferpreis an der Londoner Metallbörse (LME) erreichte ein Dreimonatshoch von 13.558,50 USD pro Tonne, angetrieben durch die Erwartung, dass die Produktionskapazität der Grasberg-Kupfermine von Freeport-McMoRan (FCX:US) in Indonesien erst Anfang 2028 wiederhergestellt wird.
- Die Kupferbestände an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) sanken im Vergleich zur Vorwoche um 5,6 % auf 181.333 Tonnen, den niedrigsten Stand seit Januar. Die Erwartung einer Verknappung am Spotmarkt, zusammen mit potenziellen US-Zollmaßnahmen, verlieh dem Comex-Kupfer relative Renditevorteile.
- Die Bewegungen innerhalb der Basismetalle zeigen eine strukturelle Divergenz. Die Entspannungserwartungen im Golfgebiet trieben den LME-Aluminiumpreis um 0,9 % nach oben, während Blei, Zink und Zinn moderate Rückgänge zwischen 0,6 % und 0,7 % verzeichneten.
Störungen auf der Angebotsseite formen die Terminstruktur neu
Die Angebotsbeschränkungen auf dem globalen Kupfermarkt ziehen weiter an. Die unerwartete Verlängerung des vollständigen Produktionszyklus im Grasberg-Bergwerk in Indonesien, einem zentralen Standort für Kupferkonzentrat, hat die Logik der mittelfristigen Marktbilanzierung direkt verändert. Die zuvor von Freeport-McMoRan (FCX:US) gegebene Prognose für eine nahezu volle Produktionskapazität bis Ende 2027 wurde verschoben. Diese verzögerte Freisetzung der physischen Kapazität führte dazu, dass der Kupferpreis an der Londoner Metallbörse (LME) am Freitag um 1,3 % stieg. Der wöchentliche Anstieg des LME-Kupferpreises könnte 4,4 % erreichen, was, wenn der Trend anhält, den größten Wochenanstieg seit dem vierten Quartal 2025 darstellen würde. Diese durch Minenstörungen ausgelöste Neubewertung der Erwartungen führt dazu, dass die Forward-Kurve eine stärkere Spot-Prämie zeigt.
Divergenz der Lagerzyklen und regionalen Prämien zwischen China und den USA
Auf der Ebene der Lagerzyklen zeigen die Bestandsdaten der beiden größten globalen Verbrauchs- und Handelszentren eine deutliche Divergenz. Die Kupferbestände an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) nehmen schneller ab und sanken im Vergleich zur Vorwoche um 5,6 % auf 181.333 Tonnen, was darauf hindeutet, dass sich die Abholbereitschaft der Abnehmer in Asien nach einer Phase der Preisstabilisierung am Rande verbessert hat. Gleichzeitig übertrafen die Comex-Kupfer-Futures in den USA weiterhin die globalen Benchmarks, mit einem wöchentlichen Anstieg von voraussichtlich 6,3 %, wobei der Preis auf 6,25 USD pro Pfund stieg. Diese regionale Überrendite spiegelt teilweise die vorausschauende defensive Preisgestaltung des Marktes wider, der mögliche US-Zölle auf Kupferimporte einpreist, was zu einer Verfestigung der Spot-Prämienstruktur in Nordamerika führt.
Marginale Erholung der makroökonomischen Stimmung und geopolitischen Preisgestaltung
Die Preise für Basismetalle werden nicht nur durch mikroökonomische Angebot- und Nachfragefaktoren beeinflusst, sondern auch durch die tiefgreifenden Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Stimmung. Mit der Aussicht auf eine potenzielle Entspannung der Konflikte im Golfgebiet beginnen die Marktgelder, sich allmählich von extremen Tail-Risk-Hedging-Modellen hin zu traditionellen wirtschaftlichen Zyklusthemen zu bewegen. Die Analyse von Panmure Liberum deutet darauf hin, dass, wenn sich die geopolitische Lage tatsächlich entspannt, der Schwerpunkt der Vermögensallokation der Investoren wieder auf die Preisgestaltung der globalen industriellen Erholung zurückkehren wird. Diese marginale Erholung der makroökonomischen Stimmung bietet eine grundlegende logische Unterstützung für die Aufrechterhaltung der hohen Volatilität der Kupferpreise auf mittlere bis lange Sicht.
Kapitalrotationseigenschaften im Basismetallsektor
Vor dem Hintergrund eines signifikant stärkeren Kupferpreises werden die internen Rotationseffekte bei anderen Basismetallen immer deutlicher. Beeinflusst durch die Spillover-Effekte der angespannten Energieversorgung im Golfgebiet stieg der LME-Aluminiumpreis um 0,9 % auf 3.523,50 USD pro Tonne. Allerdings stiegen die Aluminiumvorräte an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) um 2 % auf 492.728 Tonnen, den höchsten Stand seit sechs Jahren, was darauf hindeutet, dass der heimische Aluminiummarkt mit einem gewissen Druck bei der Spotverwertung konfrontiert ist. Darüber hinaus fiel der Nickelpreis nach Erreichen der 20.000er-Marke am Mittwoch um 0,3 % technisch zurück, während die kollektive Abwärtsbewegung von Blei, Zink und Zinn zeigt, dass die derzeitigen Long-Positionen eher auf Kupferressourcen mit harten Angebotsbeschränkungen konzentriert sind, anstatt eine undifferenzierte Allokation innerhalb des Sektors vorzunehmen.