Robert Kiyosaki, Autor von Rich Dad Poor Dad, hat in mehreren Beiträgen auf X sechs Arten finanzieller Probleme beschrieben. Besonders gefährlich sei möglicherweise nicht ein Mangel an Geld, sondern der schnelle Aufbau von Vermögen und dessen anschließender Verlust durch schlechtes Finanzmanagement.
Kiyosaki konzentrierte sich dabei weniger auf einzelne Anlageklassen oder Finanzprodukte als auf die Anforderungen, die wechselnde Vermögensverhältnisse an die persönliche Finanzplanung stellen. Finanzielle Fehler könnten wertvolle Erfahrungen liefern, sofern Betroffene bereit seien, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen und daraus zu lernen.
Von zu geringem Einkommen bis zu unkontrollierten Ausgaben
In seinem ersten Beitrag nannte Kiyosaki fünf finanzielle Probleme, mit denen die meisten Menschen irgendwann konfrontiert sein könnten: kein Geld zu haben, zu wenig zu verdienen, mehr auszugeben als einzunehmen, kein Geld für die Zukunft zurückzulegen und über zu viel Vermögen zu verfügen.
„Zu viel Geld“ bezeichnete er als ein häufig übersehenes Problem. Anders als die ersten vier Situationen gilt ein beträchtliches Vermögen im Allgemeinen als wünschenswert. Kiyosaki argumentierte jedoch, dass schnell wachsende Vermögenswerte neue Herausforderungen schaffen können. Dazu gehören die Frage, wie das Vermögen erhalten, verwaltet und sinnvoll eingesetzt wird.
Kiyosaki erklärte, er habe die ersten fünf Probleme selbst erlebt. Die Bewältigung früherer finanzieller Schwierigkeiten habe ihm Erfahrung vermittelt und ihn schließlich zu dem geführt, was er als die Phase des „zu vielen Geldes“ bezeichnete. Seine Aussagen stehen im Einklang mit seinem langjährigen Fokus auf Einkommen, Vermögenswerte und finanzielle Bildung.
Das sechste Problem: Wenn Vermögen rasch verschwindet
Einige Stunden später ergänzte Kiyosaki ein sechstes finanzielles Problem: den Übergang von erheblichem Vermögen zurück zu völliger Geldlosigkeit. Er stellte diese Situation als Gegenstück zur fünften Kategorie dar.
Besonders relevant sei dies für Menschen, die unerwartet reich werden, darunter Profisportler. Ein starker Vermögenszuwachs innerhalb kurzer Zeit bedeute nicht automatisch, dass die betreffende Person bereits über die nötigen Fähigkeiten zur Verwaltung dieses Geldes verfüge. Werden Mittel ungeeigneten Vermögensverwaltern anvertraut oder Ausgaben und Vermögenswerte nicht ausreichend kontrolliert, kann ein großes Vermögen schnell schrumpfen.
Kiyosaki nannte in seinen Beiträgen weder eine konkrete Vermögensaufteilung noch ein Renditeziel für eine bestimmte Anlage. Seine zentrale Aussage war, dass eine Veränderung des Vermögensumfangs finanzielle Risiken nicht von selbst beseitigt. Ob frühere Fehler zu nützlichen Erfahrungen werden oder zu größeren Verlusten führen, hängt seiner Darstellung zufolge davon ab, ob sie rechtzeitig erkannt und aufgearbeitet werden.
Die Herausforderung beim Umgang mit plötzlichem Reichtum
Kiyosaki verwies auf Profisportler, weil sie innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit eine Vergütung erhalten können, die deutlich über ihrem bisherigen Einkommen liegt. Seine Argumentation beschränkte sich jedoch nicht auf diese Gruppe, sondern bezog sich auf alle Menschen, die unerwartet eine große Geldsumme erhalten.
Für diese Personen sind ein höheres Einkommen, größere Vermögenswerte und langfristige finanzielle Stabilität nicht dasselbe. Wenn sich die finanzielle Lage von „zu wenig“ zu „zu viel“ verändert, wandeln sich auch die Risiken. Es geht dann nicht mehr nur darum, das Einkommen zu steigern. Ebenso wichtig sind die Frage, wer das Geld verwaltet, ob die Ausgaben dauerhaft tragfähig bleiben und ob frühere Fehler rechtzeitig erkannt werden.
Kiyosaki bezeichnete die sechste Kategorie als die gefährlichste, weil sie eintreten kann, nachdem jemand glaubt, finanzielle Not überwunden zu haben. In seinen öffentlichen Aussagen konzentrierte er sich auf den Ablauf des Vermögensverlusts und dessen mögliche Rolle als finanzielle Lektion. Eine konkrete Bewertung eines Unternehmens, Finanzprodukts oder digitalen Vermögenswerts nahm er dabei nicht vor.