Der aktuelle Bitcoin-Halving-Zyklus ist rund 62 % abgeschlossen und hat am 900. Tag seit dem Ereignis im April 2024 einen wichtigen zeitlichen Bezugspunkt erreicht. Vergleichbare Phasen früherer Zyklen fielen mit Bärenmarkttiefs zusammen oder lagen nahe daran. Eine eindeutige Bestätigung für ein bereits erreichtes Tief fehlt in diesem Zyklus bislang. Bitcoin notiert bei rund 83.100 US-Dollar und damit etwa 34 % unter dem Hoch vom Oktober 2025, zugleich aber rund 44 % über dem im Juli 2026 verzeichneten Tief von etwa 57.800 US-Dollar.
Nächstes Halving wird für April 2028 erwartet
Der Countdown auf Bitcoin.org zeigt den Netzwerkstand bei Block 970.344. Das fünfte Halving ist für Block 1.050.000 vorgesehen. Damit verbleiben noch 79.656 Blöcke.
Bei einem durchschnittlichen Blockintervall von zehn Minuten wird das nächste Halving derzeit für April 2028 erwartet. Die Blockbelohnung soll dann von aktuell 3,125 BTC auf 1,5625 BTC sinken. Gemessen an der Zahl der Blöcke ist der laufende Halving-Zyklus damit zu etwa 62 % abgeschlossen.
Einige Analysten vertreten die Ansicht, dass sich der historisch häufig beobachtete Vierjahreszyklus von Bitcoin verlängern könnte. Der zeitliche Abstand der vergangenen Halvings weist jedoch weiterhin auf eine gewisse Kontinuität hin. Das Halving-Datum allein legt die Kursrichtung nicht fest. Auch die Liquidität, das makroökonomische Umfeld und Veränderungen bei der Positionierung der Marktteilnehmer beeinflussen den Verlauf eines Zyklus.
Frühere Zyklen näherten sich bei 62 % ihren Tiefs
Der Analyst The Rational Root verglich in einem Beitrag auf X vier Halving-Zyklen und markierte jeweils den Zeitpunkt, an dem 62 % des Zyklus erreicht waren.
Im ersten Zyklus lag dieser Zeitpunkt ungefähr Anfang 2015. Bitcoin hatte sein Bärenmarkttief bereits im Januar ausgebildet. Der vergleichbare Zeitpunkt im dritten Zyklus fiel in die Nähe des Jahresendes 2022. Nach dem Zusammenbruch von FTX fiel Bitcoin im November desselben Jahres auf rund 15.500 US-Dollar, bevor sich ein Zyklustief herausbildete, das an den Märkten breite Aufmerksamkeit erhielt.
Auch der aktuelle Markt hat sich von seinem Julitief bei etwa 57.800 US-Dollar erholt. Diese Erholung bestätigt für sich genommen jedoch nicht, dass ein Tief erreicht wurde. Die historische Vergleichsgruppe ist klein, und jeder Zyklus verlief unter anderen Zinsbedingungen, mit einer jeweils unterschiedlichen Zusammensetzung der Marktteilnehmer und veränderten Strukturen bei den Handelsprodukten. Der Fortschritt des Halving-Zyklus allein ist daher nur eingeschränkt geeignet, eine Trendwende beim Bitcoin-Kurs zu bestimmen.
Tag 900 rückt in den Fokus der Händler
Der Händler Jesse Olson verglich die Kursentwicklung nach dem Halving in vier Zyklen. Dabei passte er die früheren Zyklen an den Bitcoin-Kurs zum Zeitpunkt des Halvings 2024 an. Seine Auswertung zeigt, dass die zwischenzeitlichen Hochs der früheren Zyklen jeweils vor ungefähr Tag 550 nach dem Halving erreicht wurden. Die Zyklustiefs traten dagegen tendenziell näher an Tag 900 auf.
Der aktuelle Markt hat dieses Zeitfenster nun erreicht, weshalb Tag 900 von Händlern besonders beobachtet wird. Sollte der historische Rhythmus weiterhin als Vergleichsgröße dienen, könnte der Markt versuchen, sich auf dem aktuellen Kursniveau abzustützen. Dafür wären jedoch weitere Signale aus der Kursstruktur, dem Handelsvolumen und dem Verhalten der Trendlinien erforderlich. Der zeitliche Abstand zum Halving reicht allein nicht aus.
Retest der Trendlinien ist noch nicht abgeschlossen
Die Zyklusvergleiche zeigen zudem, dass weder der Zyklus von 2018 noch der Retest wichtiger Trendlinien bislang eine vollständige Bestätigung für ein aktuelles Markttief liefern. Bitcoin liegt deutlich über dem Julitief, notiert aber weiterhin rund 34 % unter dem Hoch vom Oktober 2025 und hat den früheren Hochpreisbereich noch nicht wieder erreicht.
Die Marke von 62 % sollte daher vorerst eher als zeitlicher Referenzpunkt denn als eigenständiges Handelssignal verstanden werden. Die Marktteilnehmer beobachten weiterhin, ob Bitcoin die nach der Erholung etablierte Handelsspanne halten kann, ob der Retest der Trendlinien abgeschlossen wird und ob das aktuelle Tief erneut getestet wird.