- Die US-Notenbank wird am 28. und 29. Juli eine Zinssitzung abhalten, wobei es in den Finanzmärkten und der Wirtschaftswissenschaft zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten über diese Entscheidung kommt. Der Terminmarkt für Zinssätze zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 38 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Juli, während alle 76 von Bloomberg befragten Ökonomen erwarten, dass die Fed den Leitzinsbereich von 3,50 % bis 3,75 % unverändert lässt.
- Der Preis für Brent-Rohöl hat die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten und ist seit der Sitzung im Juni um etwa 25 % gestiegen. Die zunehmenden geopolitischen Spannungen und steigenden Energiekosten erhöhen das Risiko einer erneuten Inflationszunahme, was dazu führt, dass der Markt für Zinsswaps die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von zuvor 13 % schnell auf etwa 30 % anhebt.
- Fed-Vorsitzender Walsh hat die Forward Guidance-Politik aufgegeben und klar zum Ausdruck gebracht, dass er gegenüber der Inflation keine Toleranz zeigt, was dazu führt, dass dem Markt klare Richtungsanweisungen fehlen. Die Änderung des Kommunikationsmodells der Politik hat die Schwankungsbreite der Marktpreisgestaltung vergrößert, und Händler sind gezwungen, den Zinspfad in einem Umfeld ohne klare Hinweise neu zu bewerten.
Ölpreis über 100 Dollar formt Inflationserwartungen neu
Der Brent-Rohölpreis hat die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten und ist seit der Sitzung im Juni um 25 % gestiegen, was die langfristigen Inflationserwartungen erheblich erhöht hat. Der starke Anstieg der Energiepreise übt einen doppelten Druck auf den Endverbrauch und die Produktionskosten der Unternehmen aus, was den Rentenmarkt dazu veranlasst, die restriktive Zinspolitik der Fed neu zu bewerten und Kapital von hoch bewerteten Wachstumsaktien in defensive Vermögenswerte umzuschichten.
Aufgabe der Forward Guidance verstärkt Marktschwankungen
Fed-Vorsitzender Walsh hat die traditionelle Praxis der Forward Guidance aufgegeben und bei einer Anhörung im Kongress seine Nulltoleranz gegenüber hoher Inflation bekräftigt, was die Undurchsichtigkeit der politischen Ausrichtung erheblich erhöht hat. Das Fehlen eines offiziellen Zinsfahrplans hat das Handelsvolumen der Federal Funds Futures im Jahresvergleich um 50 % erhöht, und Händler ohne klare politische Ankerpunkte sind gezwungen, die Wahrscheinlichkeiten der Zinserwartungen stark zu streuen, was die kurzfristige Volatilität der Vermögenspreise stark ansteigen lässt.
Zunehmende Meinungsverschiedenheiten unter den Beamten verschärfen Entscheidungsdifferenzen
Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Falken und den abwartenden Mitgliedern innerhalb der Fed werden zunehmend öffentlich. Beamte wie der Präsident der Dallas Fed, Logan, und der Präsident der Cleveland Fed, Harker, plädieren für ein frühzeitiges Handeln, um die Ausweitung der Inflation einzudämmen. Die von New York Fed-Präsident Williams vertretene Mehrheitsmeinung plädiert jedoch dafür, auf weitere CPI-Daten im September zu warten. Das Tauziehen der Bürokratenlager über die Politik führt dazu, dass die Vermögensmärkte vor der Zinsentscheidung in heftige Auseinandersetzungen geraten.
Starke Diskrepanz zwischen institutionellen Umfragen und Derivatepreisen
Die neueste Bloomberg-Umfrage unter 76 Ökonomen zeigt, dass die Befragten einhellig erwarten, dass die Zinssätze im Bereich von 3,5 % bis 3,75 % bleiben, was im Gegensatz zu den 38 % Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Terminmarkt steht. Diese Diskrepanz in der Preislogik spiegelt wider, dass sich die Finanzmärkte an die neue Normalität ohne Forward Guidance anpassen. Sollte die Zinssitzung unerwartet zu einer Zinserhöhung führen, wird dies eine kurzfristige Neubewertung und Entschuldung über verschiedene Anlageklassen hinweg auslösen.