Anthropic plant einen unabhängigen Fonds, der Aktien des Unternehmens für gemeinnützige Vorhaben einsetzen soll. Zum Start ist eine Beteiligung von 5 Prozent vorgesehen. Gemessen an der jüngsten Unternehmensbewertung entspräche sie rund 48 Milliarden US-Dollar – allerdings nicht einer Auszahlung in dieser Höhe. Die Übertragung muss noch von den Aktionären genehmigt werden.
Vorgesehener Anteil entspricht rund 48 Milliarden US-Dollar
Der KI-Konzern will dafür eine unabhängige Gesellschaft mit beschränkter Haftung namens Anthropic Public Benefit Fund gründen. Laut einem Blogbeitrag sollen dem Fonds zunächst Aktien im Umfang von 5 Prozent des gesamten Eigenkapitals übertragen werden. Mit dem Wachstum des Unternehmens könnte der Bestand später steigen.
Die Bewertung von rund 48 Milliarden US-Dollar basiert auf dem Unternehmenswert, den Anthropic im Mai bekannt gegeben hatte. Sie beziffert den Wert der vorgesehenen Aktien, nicht die dem Fonds zur Verfügung stehenden Barmittel. Wie der Fonds seine Beteiligung verwalten oder einsetzen soll und welche Projekte gefördert werden könnten, hat Anthropic bislang nicht erläutert.
Das Unternehmen begründet die unabhängige Struktur damit, dass sie mehr Flexibilität und eine größere Reichweite bei der Verfolgung seiner Mission ermögliche. Über die anfängliche Aktienübertragung müssen die Aktionäre noch abstimmen.
OpenAI gründete 2025 eine ähnliche Stiftung
Der Vorschlag erinnert an den Schritt des Wettbewerbers OpenAI, der 2025 eine gemeinnützige Stiftung gegründet und ihr Unternehmensanteile im Wert von Milliarden US-Dollar für Projekte im öffentlichen Interesse zugesagt hatte. Beide Ansätze verbinden Unternehmenskapital mit gemeinnützigen Zwecken. Bei Governance, Mittelvergabe und Förderbereichen unterscheiden sie sich jedoch.
Die geplante Ausstattung von Anthropics Fonds hängt unmittelbar von der Bewertung des Unternehmens ab. Bei Zustimmung der Aktionäre erhielte er zunächst einen Anteil von 5 Prozent; spätere Aufstockungen sollen an die Wachstumspläne von Anthropic geknüpft sein. Offen sind weiterhin die Abstimmung, die konkrete Organisation des Fonds und die Kriterien für die Auswahl künftiger Empfänger.