Goldman Sachs hat die Aktie des KI-Cloud-Anbieters CoreWeave Inc. von „Neutral“ auf „Kaufen“ hochgestuft. Nach Einschätzung der Bank könnten die jüngsten Sorgen über die Verschuldung des Unternehmens übertrieben sein. Die Neubewertung folgt auf einen deutlichen Kursrückgang, während institutionelle Anleger weiterhin Wachstumspotenzial im Cloud-Geschäft sehen, da die Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz steigt.
CoreWeave-Aktie verliert 25 Prozent in einer Woche
Die CoreWeave-Aktie gab in der vergangenen Woche um 25 Prozent nach. Das war der stärkste Wochenverlust seit November des Vorjahres. Während des Ausverkaufs fielen auch die Kurse der Unternehmensanleihen auf Niveaus, die typischerweise mit zunehmendem Stress an den Finanzmärkten verbunden sind. Damit rückten die Fragen in den Vordergrund, ob CoreWeave seine Schulden bedienen und bestehende Finanzierungsvereinbarungen aufrechterhalten kann.
Zugleich stiegen die Kosten für eine Absicherung gegen einen Ausfall der CoreWeave-Anleihen im Tagesverlauf auf ein Rekordhoch. Solche Marktindikatoren werden häufig zur Einschätzung des Kreditrisikos eines Unternehmens herangezogen. Sie spiegeln jedoch die Preisbildung und die Stimmung am Markt wider und sind kein Beleg dafür, dass CoreWeave tatsächlich zahlungsunfähig geworden ist.
Am 19. Oktober blieb die Aktie äußerst schwankungsanfällig. Im Handelsverlauf legte sie zeitweise um bis zu 7,4 Prozent zu, bevor sie vorübergehend mehr als 2 Prozent ins Minus drehte. Die starken Ausschläge zeigen, wie Anleger die Bewertung von CoreWeave derzeit gegen die Nachfrage nach KI-Infrastruktur, den für den Ausbau erforderlichen Kapitalbedarf und die Verschuldung des Unternehmens abwägen.
Goldman bewertet die Schuldenlast neu
Die Hochstufung durch Goldman Sachs beruht auf der Einschätzung, dass die Sorgen über CoreWeaves Verschuldung inzwischen über das hinausgehen könnten, was das operative Geschäft rechtfertigt. Für einen Cloud-Anbieter, der kontinuierlich in Rechenzentren, Server und weitere Infrastruktur investieren muss, sind Investitionsausgaben und Finanzierungsstruktur zentrale Faktoren für die Bewertung. Höhere Finanzierungskosten oder ein erschwerter Zugang zu Kapital könnten das Expansionstempo und den künftigen Cashflow beeinträchtigen.
Das Geschäft von CoreWeave hängt eng von der Nachfrage nach Rechenkapazität für KI-Anwendungen ab. Kunden benötigen zunehmend Zugang zu leistungsfähigen Computing-Ressourcen, weshalb das Unternehmen seine Infrastruktur weiter ausbauen muss, um entsprechende Dienste bereitzustellen. Dadurch reagiert die Aktie sowohl auf die Wachstumserwartungen für den KI-Sektor als auch auf Veränderungen an den Kreditmärkten.
Die jüngsten Bewegungen bei den CoreWeave-Anleihen und an den Märkten für Ausfallschutz haben erneut die Frage aufgeworfen, ob sich das Expansionsmodell dauerhaft finanzieren lässt. Anleger richten ihren Blick nun darauf, ob das Unternehmen Wachstum, Verschuldung, Investitionsausgaben und Cashflow ausbalancieren kann und ob sich die Indikatoren für das Kreditrisiko weiter verschlechtern.
Die neue Einstufung von Goldman Sachs liefert eine weitere institutionelle Einschätzung zur Aktie. Sie beseitigt jedoch nicht die Unsicherheit über CoreWeaves Schuldenstand, Finanzierungskosten und die ausgeprägte Volatilität des Aktienkurses.