- Der am Mittwoch von der Bank of Japan veröffentlichte Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2025 zeigt, dass die Bilanzsumme der Zentralbank bis Ende März 2026 im Jahresvergleich um 9,1 % stark geschrumpft ist. Dies deutet darauf hin, dass der Normalisierungsprozess auf der Aktivseite nach Jahrzehnten ultralockerer Geldpolitik in vollem Gange ist.
- Offizielle Daten zeigen, dass der absolute Rückgang der Staatsanleihenbestände der Haupttreiber für den Rückgang der Gesamtaktiva ist. Dies bestätigt, dass die Bank of Japan das Quantitative Tightening tatsächlich eingeleitet hat, indem sie fällige Staatsanleihen ohne gleichwertige Reinvestition auslaufen lässt, um die Bilanz zu verkleinern.
- Mit der Veröffentlichung dieses offiziellen Prüfungsergebnisses am Mittwochnachmittag, Tokio-Zeit, begannen Swap-Märkte und Händler von Staatsanleihen, den Preisraum der langfristigen Zinskurve neu zu bewerten. Die Preisbildung für die marginale Entnahme von Liquidität aus dem Geldpool wird allmählich auf das lange Ende übertragen.
Historische Bilanzverkürzung etabliert Normalisierungspfad
Der veröffentlichte Bericht für das Geschäftsjahr 2025 markiert einen echten Wendepunkt in der Bilanzsumme der Bank of Japan. Die zuvor lange durchgeführte quantitative und qualitative Lockerungspolitik hatte die Bilanz der Zentralbank übermäßig aufgebläht, sogar zeitweise über die Summe des nominalen Bruttoinlandsprodukts Japans hinaus. Der Rückgang um 9,1 % im Jahresvergleich zeigt, dass die Entscheidungsträger nach dem Ausstieg aus negativen Zinssätzen und der Aufgabe der Zinskurvenkontrolle den Schwerpunkt der Politik reibungslos auf die Normalisierung der quantitativen Instrumente verlagert haben. Diese aktive oder halb passive Bilanzverkürzung hilft nicht nur, Preisverzerrungen auf dem Anleihemarkt zu beseitigen, sondern schafft auch den notwendigen Spielraum für politische Anpassungen bei zukünftigen externen makroökonomischen Schocks.
Effekte der Nichtverlängerung von Anleihebeständen zeigen sich
Aus der Struktur der Bilanzposten geht hervor, dass der Rückgang der Bestände an japanischen Staatsanleihen das Gesamtvermögen direkt reduziert hat. Im Geschäftsjahr 2025 hat die Bank of Japan die Frequenz und das Volumen der regulären Anleihekäufe schrittweise gesenkt, sodass eine große Anzahl von in der Lockerungsphase angesammelten mittel- und langfristigen Staatsanleihen nach Fälligkeit direkt in Barzahlungen des Finanzministeriums umgewandelt wurde, ohne erneut in den Sekundärmarkt eingespeist zu werden. Diese natürliche Abschreibung auf der Aktivseite verringert die Kontrolle der Zentralbank über den Markt für einzelne Staatsanleihen und ermöglicht es, dass die Preisfindungsfunktion des Anleihemarktes allmählich auf den privaten Sektor und ausländische langfristige Investoren zurückkehrt.
Marginale Abnahme der Liquiditätspools und Geldmarktgeschäfte
Mit dem Rückgang der Staatsanleihen auf der Aktivseite wurde auch das Guthaben auf den Überschussreserven-Konten der Geschäftsbanken auf der Passivseite entsprechend angepasst. Die Mittel auf den Konten der Geschäftsbanken, die zuvor durch unbegrenzte Liquiditätszufuhr der Zentralbank auf einem extrem hohen Niveau gehalten wurden, beginnen nun marginal abzunehmen. Obwohl die absolute überschüssige Liquidität im System weiterhin reichlich vorhanden ist, zeigt das zentrale Niveau der Geldmarktzinsen Anzeichen einer potenziellen Erhöhung der Flexibilität. Der leichte Anstieg der kurzfristigen Finanzierungskosten veranlasst große japanische Finanzinstitute, ihre Liquiditätsanlagen neu zu ordnen.