- Indien und die USA haben offiziell ein Rahmenabkommen über kritische Mineralien und seltene Erden unterzeichnet, das den Bergbau, die Verarbeitung und die damit verbundenen Kapitalinvestitionen umfassend abdeckt und darauf abzielt, ein widerstandsfähigeres Lieferkettennetzwerk aufzubauen.
- Am selben Tag kündigte das Außenministertreffen des Quad in Neu-Delhi den Start eines multilateralen Kooperationsrahmens an, der die Mobilisierung von bis zu 20 Milliarden US-Dollar von Regierungen und privaten Unternehmen plant, um Projekte durch Kredite, Garantien und langfristige Beschaffungsinstrumente zu unterstützen.
- Indien hat im Haushaltsplan für das Finanzjahr 2026 bis 2027 eine Politik für einen Seltene-Erden-Korridor eingeführt, um die derzeitige Beschränkung auf die tatsächliche Produktion von nur vier kritischen Mineralien zu überwinden und die Monetarisierung seiner 13,15 Millionen Tonnen Monazitreserven zu beschleunigen.
Doppelte Antriebskraft von Finanzierung und Politik für die Umstrukturierung der Lieferkette
Der Abschluss des Rahmenabkommens über kritische Mineralien zwischen den USA und Indien markiert eine Ausweitung der bilateralen strategischen Zusammenarbeit auf die vorgelagerte Hightech-Industriekette. Beide Seiten haben klargestellt, dass sie im Rahmen dieses Abkommens gemeinsam an internationalen Maßnahmen teilnehmen werden, um erzwungene Marktpraktiken in der Lieferkette zu bekämpfen. Gleichzeitig bietet die von den Außenministern des Quad mobilisierte Finanzierung von 20 Milliarden US-Dollar institutionelle finanzielle Unterstützung für nachfolgende Erkundungs-, Verarbeitungs- und Recyclingprojekte. Die Umsetzung dieser multilateralen Kredit-, Garantie- und Subventionspolitik dürfte die hohen Risikoprämien, denen privates Kapital in der frühen Entwicklungsphase von Seltenen Erden ausgesetzt ist, senken und so den Fluss von mittel- bis langfristigem Industriekapital lenken.
Hohe Abhängigkeit der USA von Importen bei Kernindustriewerkstoffen
Derzeit bleibt die Abhängigkeit der USA von ausländischen kritischen Mineralien hoch. Von den strategischen Materialien, die von den US-Behörden definiert wurden, sind 12 kritische Mineralien vollständig importabhängig, während bei weiteren 29 Mineralien die Importabhängigkeit über 50 % liegt. Seltene Erden, die als Kernkomponenten moderner Halbleiter-, KI-Technologien und Elektromotoren dienen, haben eine hohe Konzentration der Verarbeitungskapazitäten, was bei den US-Politikern Besorgnis über das Risiko von Lieferunterbrechungen hervorruft. Durch eine mehrfache Aufstellung in Argentinien, den Philippinen, Südafrika und Indien versucht die USA, in den kommenden Jahren die marginale Preisgestaltung bei der globalen Mineralienbeschaffung neu zu gestalten.
Technologische Engpässe bei der Monetarisierung der Monazitreserven Indiens
Obwohl Indien über reiche Ressourcen verfügt und landesweit etwa 13,15 Millionen Tonnen Monazit mit etwa 7,23 Millionen Tonnen Seltenerdoxide geschätzt werden, steht es vor erheblichen Produktions- und Verarbeitungsengpässen. Laut einem Bericht der US International Trade Administration ist Indien aufgrund unzureichender Erkundung, unzureichender Infrastruktur und fehlender Kernverarbeitungstechnologien derzeit nur in der Lage, vier Mineralien kommerziell zu produzieren: Kupfer, Graphit, Phosphor und Titan. Obwohl die spezifischen Bedingungen des Kooperationsrahmens mit den USA nicht offengelegt wurden, wird erwartet, dass Technologietransfer und Zusammenarbeit bei der Tiefenverarbeitung zentrale Themen der nachfolgenden Verhandlungen sein werden.
Mechanismus der marginalen Preisänderung unter politischen Erwartungen
Sollten die Mittel der USA, Indiens und des Quad in den kommenden Quartalen beschleunigt bereitgestellt werden, wird sich die Angebotsstruktur der globalen Seltenen Erden marginal verändern. Obwohl China derzeit immer noch 60 % der weltweiten Reserven und 90 % der Verarbeitung kontrolliert, werden die von mehreren Ländern gemeinsam aufgebauten langfristigen Beschaffungsvereinbarungen (Off-take Agreements) allmählich einen parallelen Markt bilden. Sollte die Seltene-Erden-Korridor-Politik Neu-Delhis erfolgreich umgesetzt werden und genügend private Sektor-Beteiligung anziehen, könnte die Preisgestaltung für die langfristige Versorgung mit Seltenen Erden nach unten korrigiert werden, was die Unsicherheit der Rohstoffkosten für die Hightech-Fertigungsindustrie verringern würde.