- Die Rendite der japanischen 10-jährigen Staatsanleihen stieg neun Handelstage in Folge und erreichte zeitweise 2,88 %, den höchsten Stand seit September 1996, und stellte damit einen 19-jährigen Rekord für den längsten Anstieg auf.
- Die Regierung von Sanae Takaichi plant, bis zum Geschäftsjahr 2040 über 370 Billionen Yen in öffentlich-private Investitionen zu stecken, hat jedoch keine konkreten Finanzierungsquellen angegeben, was ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Haushaltsdisziplin auf dem Anleihemarkt aufwirft.
- Der Stratege der Société Générale, Edwards, gab eine scharfe Warnung ab und wies darauf hin, dass die Divergenz zwischen dem Anstieg der Anleiherenditen und der Schwäche des Yen den Zusammenbruch des Marktvertrauens widerspiegelt, was eine Wiederholung des britischen Truss-Moments von 2022 befürchten lässt.
Fiskalexpansionspläne lösen heftige Neubewertung des Anleihemarktes aus
Japanische Staatsanleihen wurden kürzlich massiv verkauft, und die Renditen von Anleihen mit sehr langer Laufzeit übertrafen sogar die deutschen, was die Zinsstrukturkurve stark steiler werden ließ. Der leitende Ökonom von Daiwa Securities, Kento Minami, wies darauf hin, dass das Risikoaufschlag der langfristigen Preise stark neu bewertet wird und eine deutliche Diskrepanz zwischen Markterwartungen und Regierungspolitik besteht, was die Vorsicht der Investoren gegenüber den groß angelegten Fiskalexpansionsplänen der Takaichi-Regierung widerspiegelt.
Begrenzter politischer Spielraum bremst das Tempo der Zinserhöhungen der Zentralbank
Obwohl die Bank of Japan Mitte Juni die Zinsen auf 1 % angehoben hat, erscheint dies angesichts des anhaltenden Inflationsdrucks als unzureichend. Ein Analyst von Mizuho Securities bemerkte, dass die Takaichi-Regierung dazu neigt, die lockere Geldpolitik als Voraussetzung für Wirtschaftswachstum zu betrachten, was zu Bedenken führt, dass der Spielraum der Bank of Japan für zukünftige Straffungen erheblich eingeschränkt sein wird.
Die Divergenz des Yen-Logik unterstreicht den Zusammenbruch des Marktvertrauens
In der traditionellen Wirtschaftstheorie würde ein starker Anstieg der Anleiherenditen normalerweise Kapitalzuflüsse anziehen und den Wechselkurs stützen, doch der Yen schwächt sich trotz des Anstiegs der japanischen Anleiherenditen weiter ab. Der Stratege der Société Générale, Edwards, analysierte im „Global Strategy Weekly“, dass dieses ungewöhnliche Phänomen der Asset-Divergenz zeigt, dass das Vertrauen des Marktes in den tatsächlichen Wert des Yen zusammenbricht.
Umkehrung der grenzüberschreitenden Kapitalströme könnte mit Neubewertung der US-Aktienwerte resonieren
Als globaler langfristiger Anbieter billiger Finanzmittel könnte ein anhaltender Anstieg der Renditen auf dem japanischen Anleihemarkt auf 4 % oder höher weltweit Arbitrage-Kapital in großem Umfang nach Japan zurückfließen lassen. Dies könnte dazu führen, dass die derzeitigen Kurs-Gewinn-Verhältnisse von über 20 bei US-Aktien schwer zu halten sind und möglicherweise mit dem von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich gewarnten Risiko einer KI-Netzwerkblase in Resonanz treten, was eine Neubewertung der globalen Risikoanlagen auslösen könnte.