- Der Iran hat die unbefristete Schließung der Straße von Hormus angekündigt, was eine neue Runde militärischer Vergeltungsmaßnahmen der USA ausgelöst hat. Dies hat die Unsicherheit über die globale Energieversorgung verschärft, und der Brent-Ölpreis stieg im Tagesverlauf um 4,1 Prozent auf 79,11 US-Dollar pro Barrel.
- Die globale Flucht in sichere Anlagen beschleunigte den Zufluss in US-Dollar-Vermögenswerte und trieb den Dollar-Index auf 101,13. Gleichzeitig stieg die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen aufgrund wiederauflebender Inflationsrisiken auf 4,2393 Prozent.
- Die Aktienmärkte in Asien und den USA standen allgemein unter Druck. Der südkoreanische Aktienmarkt fiel aufgrund einer starken Korrektur im hochverschuldeten Halbleitersektor um 5,4 Prozent, und die Nasdaq-Futures wurden ebenfalls durch Bedenken über die Investitionsausgaben der Technologieriesen belastet.
Risiko von Energieversorgungsunterbrechungen treibt Ölpreise an
Die Preise für Brent- und West Texas Intermediate-Öl erlebten während der asiatisch-pazifischen Handelssitzung eine starke Erholung und machten die geopolitischen Entspannungserwartungen der letzten zwei Monate zunichte. Da etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransports von der Straße von Hormus abhängt, hat die Ausweitung geopolitischer Konflikte auf Energieinfrastrukturen wie Offshore-Bohrplattformen in Kuwait die Sorgen über langfristige Versorgungsunterbrechungen verstärkt. Sollte sich der Krieg im Nahen Osten weiter ausweiten, könnte die Prämie in der globalen Energieversorgungskette schneller freigesetzt werden, was den Ölpreis unter erheblichen Druck setzen könnte, die 100-Dollar-Marke pro Barrel erneut zu erreichen.
Ausbreitung der Risikoscheu belastet Aktienmärkte
Die Eskalation der geopolitischen Krise hat die Risikobereitschaft auf den globalen Finanzmärkten schnell abgekühlt, wobei die asiatischen Aktienmärkte am stärksten betroffen sind. Der japanische Nikkei-Index (N225:JP) fiel um 1,6 Prozent, während der hochverschuldete und hochvolatile südkoreanische KOSPI-Index (KOSPI:KR) aufgrund des Drucks auf Halbleiteraktien um 5,4 Prozent stark zurückging. Gleichzeitig sanken die Nasdaq-Futures (NQ:US) um 0,9 Prozent, was die zunehmenden Sorgen der Investoren widerspiegelt, dass die steigenden Energiekosten die Cashflows der Technologieriesen durch ihre milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz belasten könnten.
Erwartungen einer wiederauflebenden Inflation treiben US-Anleiherenditen an
Angetrieben durch steigende Energiepreise haben sich die Erwartungen an eine wiederauflebende Inflation auf den Finanzmärkten erneut verstärkt, was die zukünftige Politik der Federal Reserve (Fed) möglicherweise in eine restriktivere Richtung lenken könnte. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg unter dem doppelten Einfluss von sicherheitsbedingter Liquidität und Straffungserwartungen auf 4,2393 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang 2025. Sollte der Kerninflationsindikator aufgrund von Lieferkettenstörungen weiter steigen, könnte die Marktbewertung einer Zinssenkung in diesem Jahr vollständig neu bewertet werden, was die Attraktivität von unverzinslichen Goldanlagen verringert und den Goldpreis in New York um 1,1 Prozent an einem Tag sinken ließ.
Währungsmarktspaltung und geopolitische Diplomatie in der Sackgasse
Vor dem Hintergrund eines auf 101,13 gestiegenen Dollar-Index stehen die Wechselkurse des Euro und anderer wichtiger Nicht-US-Währungen allgemein unter Druck. Aufgrund der hohen Abhängigkeit der europäischen Wirtschaft von importierter Energie hat die aktuelle Energieversorgungskrise den Euro-Wert weiter unter Druck gesetzt. Der Iran erklärte, dass die Ära einseitiger Abkommen vorbei sei und forderte, dass die USA vor der Wiederaufnahme von Verhandlungen die Normalisierung der Energieexporte zusichern müssen, was darauf hindeutet, dass die Möglichkeit, die Transportkrise in der Straße von Hormus kurzfristig diplomatisch zu lösen, gering ist.