- Der weltweit größte Auftragsfertiger für Chips, TSMC, meldete im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg von 36 % im Vergleich zum Vorjahr, was 1,270 Billionen NT$ entspricht, umgerechnet etwa 39,63 Milliarden US-Dollar. Das Wachstum ist hauptsächlich auf die enorme Nachfrage nach fortschrittlichen Chips durch Anwendungen der künstlichen Intelligenz zurückzuführen.
- Aufgrund der Störung durch den Taifun Bavi wurde die ursprünglich für letzten Freitag geplante Veröffentlichung der Umsatzzahlen für Juni auf Montag nach Börsenschluss verschoben. Die Daten zeigen, dass der Umsatz im Juni im Vergleich zum Vorjahr um fast 68 % auf 442,68 Milliarden NT$ gestiegen ist, was einen neuen historischen Höchststand für einen einzelnen Monat darstellt.
- Diese über den Erwartungen liegende finanzielle Leistung wurde wenige Tage vor der offiziellen Veröffentlichung des zweiten Quartalsberichts von TSMC bekannt gegeben. Als exklusiver oder zentraler Lieferant für globale Technologieriesen wie Nvidia und Apple wird die Prognose von TSMC als absoluter Indikator für die Stimmung in der globalen Halbleiterindustrie angesehen.
Rechenleistung treibt Datenexplosion
Die vorläufigen Daten zum zweiten Quartal zeigen, dass TSMC in der fortschrittlichen Verpackung und bei den 3-Nanometer- und 5-Nanometer-Prozessen eine kontinuierlich hohe Auslastung aufweist. Mit der schrittweisen Erhöhung der Auslieferung von Chips der neuen Architektur von Nvidia (NVDA:US) profitiert TSMC als deren zentraler Auftragsfertiger direkt von den Vorteilen der AI-Hardware-Infrastruktur. Der Umsatz im Juni stieg im Monatsvergleich erneut um 6,2 %, was zeigt, dass die Bestellkraft der Großkunden nicht nachgelassen hat und die anfänglichen Bedenken des Marktes über eine verzögerte Erholung der Unterhaltungselektronik durch die starke Nachfrage nach Rechenleistung vollständig ausgeglichen wurden.
Kapazitätsgrenze der Lieferkette
Aufgrund geopolitischer Faktoren und der Neuausrichtung globaler Lieferketten steht TSMC unter Druck durch Abschreibungskosten in der Anfangsphase der Inbetriebnahme von Übersee-Waferfabriken. Doch aus der Sicht der Umsatzdichte hat das Unternehmen im ersten Halbjahr einen kumulierten Umsatz von 2,40 Billionen NT$ erreicht, was einem Wachstum von 35,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies bedeutet, dass das Unternehmen durch Technologievorteile und Preiserhöhungen bei CoWoS-Verpackungen erfolgreich einen Teil der Kosten an die nachgelagerten Bereiche weitergegeben hat. Sollte die Angebotslücke bei AI-Server-Chips in der zweiten Jahreshälfte nicht kurzfristig geschlossen werden, wird TSMC seine marginale Preisgestaltungsmacht weiter ausbauen.
Anpassung der Preisziele und Neubewertung der Risikobereitschaft
Nach der Veröffentlichung der positiven Daten, die durch die Verzögerung aufgrund des Taifuns entstanden sind, erhielten die Bewertungsniveaus der globalen Technologiewerte starken Rückhalt. Vorbörslich am Montag zeigten sich bei den Optionen von TSMC (TSM:US) und dem taiwanesischen Heimatmarkt (2330:TW) unterschiedliche implizite Volatilitäten. Ausländische Institutionen erwarten allgemein, dass TSMC auf der bevorstehenden Finanzkonferenz die Umsatzprognose in US-Dollar für das Gesamtjahr anheben wird. Sollte das Management aggressivere Investitionspläne bekannt geben, wird der Markt eine neue Runde der Neubewertung der Risikobereitschaft für den Halbleiterausrüstungssektor und die gesamte AI-Wertschöpfungskette erleben.
Prognosen als globaler Indikator
Der zentrale Fokus des Marktes hat sich vollständig auf die am Donnerstag dieser Woche stattfindende Präsentation der Ergebnisse des zweiten Quartals verlagert. Investoren werden die Margenverdünnung bei den 3-Nanometer-Prozessen und den Zeitplan für die Rentabilität der neuen Übersee-Fabriken genau beobachten. Vor dem Hintergrund begrenzter Angebotsflexibilität bei fortschrittlichen Prozessen wird die Prognose von TSMC für die kommenden Quartale nicht nur die eigene Bewertungslogik betreffen, sondern auch die Dauer und das Ausmaß des Aufschwungs in der globalen Halbleiterindustrie an der Spitze des Zyklus bestimmen.