Die Coinbase-Aktie (COIN) hat in den vergangenen Wochen nachgegeben und fiel am 14. Oktober unter ihren 50-Tage-Durchschnitt. Angesichts des technischen Drucks steht bei Optionshändlern ein Bear-Call-Spread mit Fälligkeit am 20. November im Fokus. Die Strategie setzt keinen starken Kursrückgang voraus: Entscheidend ist, dass Coinbase die Marke von 210 Dollar in den kommenden Wochen voraussichtlich nicht zurückerobert.
210 Dollar nach dem Bruch der 50-Tage-Linie im Fokus
Der jüngste Abwärtstrend rückt den kurzfristigen Kursverlauf von Coinbase für Optionshändler in den Mittelpunkt. Der Ausübungspreis von 210 Dollar ist die untere Schwelle des vorgeschlagenen Spreads und liegt nahe einem wichtigen Hoch, das die Aktie Ende September erreicht hatte. Schließt Coinbase am 20. November unter 210 Dollar, könnten beide Optionen ohne inneren Wert verfallen. Der Verkäufer dürfte dann die vereinnahmte Prämie behalten.
Für einen Bear-Call-Spread wird üblicherweise eine Call-Option mit niedrigerem Ausübungspreis verkauft und gleichzeitig eine weitere Call-Option mit höherem Ausübungspreis gekauft. Der gekaufte Call begrenzt den möglichen Verlust auf einen im Voraus bestimmbaren Betrag. Anders als bei manchen Optionspositionen mit theoretisch unbegrenztem Verlustrisiko lässt sich der maximale Verlust bei dieser Strategie bereits beim Einstieg berechnen.
Spread für den 20. November bei rund 1,20 Dollar
Ein Coinbase-Call-Spread mit den Ausübungspreisen 210 und 220 Dollar und Fälligkeit am 20. November wurde mit etwa 1,20 Dollar je Aktie quotiert. Da ein Optionskontrakt 100 Aktien umfasst, würde der Verkäufer rund 120 Dollar Prämie erhalten. Dieser Betrag ist zugleich der maximal mögliche Gewinn.
Schließt Coinbase am Verfallstag unter 210 Dollar, könnte die Prämie von 120 Dollar vollständig vereinnahmt werden. Bezogen auf die angegebenen Eckdaten entspräche das einer möglichen Rendite von etwa 32 Prozent. Liegt der Schlusskurs dagegen über 220 Dollar, wäre der maximale Verlust rund 380 Dollar. Das Auszahlungsprofil ist damit asymmetrisch: Ein Anstieg über den höheren Ausübungspreis kann einen Verlust verursachen, der deutlich über der erhaltenen Prämie liegt.
Aktienkurs und Spread-Preis bestimmen das Risiko
Die Position kann auch dann profitabel sein, wenn Coinbase fällt, seitwärts tendiert oder moderat steigt, solange die Aktie unter 210 Dollar bleibt. Das wichtigste ungünstige Szenario ist ein Kursanstieg in den Bereich zwischen den beiden Ausübungspreisen. Als Orientierungspunkte für eine Neubewertung der Position nennt das Handelskonzept außerdem einen Anstieg der Coinbase-Aktie über 190 Dollar oder eine Verdoppelung des Spread-Werts von 1,20 auf 2,40 Dollar.
Bis zum Verfall können sich der Optionskurs, die implizite Volatilität und die allgemeine Marktentwicklung auf den Wert des Spreads auswirken. Daher kann die Position zwischenzeitlich einen nicht realisierten Verlust aufweisen, auch wenn Coinbase noch nicht bei 220 Dollar notiert. Für den Verlauf sind unter anderem Schwankungen am Kryptomarkt, der technische Trend der Aktie und der Zeitwertverfall bis zum 20. November relevant. Die Konstruktion begrenzt den möglichen Gewinn und Verlust, sagt aber nicht voraus, dass die Coinbase-Aktie weiter fallen wird.