Eine Analyse von Bitquery zu acht Ethereum-Pools von Uniswap v3 zeigt, wie stark Transaktionskosten die Ergebnisse kleiner Liquiditätspositionen belasten. Nach Abzug der Gasgebühren übertrafen nur 18 % der geschlossenen konventionellen Positionen unter 1.000 US-Dollar die Rendite eines einfachen Haltens der ursprünglich eingebezahlten Tokens. Vor den Gasgebühren lag dieser Anteil noch bei 51 %. Die mittleren Gas-Kosten dieser Gruppe betrugen 67 Cent.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Liquiditätsanbieter neben den Gebühren auch Veränderungen ihrer Token-Bestände und die Kosten der Ausführung berücksichtigen müssen.
Die Untersuchung umfasste den Zeitraum vom 14. Oktober 2025 bis zum 13. Oktober 2026. Die Stichprobe bestand aus acht Ethereum-v3-Pools, die anhand der Zahl neu eröffneter Positionen Mitte 2026 ausgewählt wurden. Für die Erfolgsquote konventioneller Positionen wurden Positionen ausgeschlossen, die im selben Block eröffnet und geschlossen wurden.
Gasgebühren belasten kleine Positionen besonders stark
Von 71.166 geschlossenen konventionellen Positionen lagen 49 % vor Gasgebühren über der Vergleichsgröße. Nach Abzug der Transaktionskosten waren es noch 34 %. Mit zunehmender Positionsgröße wurde der Abstand in der Regel kleiner: Eine vergleichsweise geringe Gasrechnung kann bei einer kleinen Position einen großen Teil des Mehrertrags aufzehren. Größere Positionen verteilen dieselben Kosten auf mehr eingesetztes Kapital.
Bitquery ermittelte folgende Werte nach Positionsgröße:
- Unter 1.000 US-Dollar: 51 % vor Gasgebühren, 18 % danach
- 1.000 bis 10.000 US-Dollar: 45 % vor Gasgebühren, 36 % danach
- 10.000 bis 100.000 US-Dollar: 50 % vor Gasgebühren, 45 % danach
- 100.000 bis 1 Million US-Dollar: 55 % vor Gasgebühren, 51 % danach
- Über 1 Million US-Dollar: 60 % vor Gasgebühren, 59 % danach
Die Prozentsätze geben den Anteil der Positionen an, die den Vergleichsmaßstab übertrafen. Sie sind nicht nach eingesetztem Kapital gewichtet und zeigen daher nicht, welche Positionsklasse insgesamt den höchsten Gewinn erzielte.
Bei Positionen unter 1.000 US-Dollar sank die Erfolgsquote durch die Gasgebühren um 33 Prozentpunkte. Wenn der Vorteil gegenüber dem Halten der zugrunde liegenden Tokens gering ist, können bereits Ausführungskosten von mehreren Dutzend Cent das Ergebnis verändern.
So wurde die Outperformance berechnet
Bitquery verglich die bei der Schließung zurückgegebenen Tokens einschließlich der vereinnahmten Gebühren mit dem Wert, der beim Halten der ursprünglich eingezahlten Tokens erzielt worden wäre. Beide Portfolios wurden zum Ausstiegspreis bewertet, bevor die Gasgebühren abgezogen wurden. Eine Position kann daher zwar in US-Dollar an Wert gewinnen, den Vergleich mit dem ursprünglichen Token-Bestand aber dennoch verfehlen.
Ein separater Gesamtvergleich bezog auch Gebühren aus Positionen ein, die am Ende des Untersuchungszeitraums noch offen waren. Die untersuchten Positionen vereinnahmten Gebühren von 41,6 Millionen US-Dollar, während ihr Token-Bestand dem Haltevergleich um 60,6 Millionen US-Dollar hinterherlag. Die Gas-Kosten beliefen sich auf insgesamt 1,4 Millionen US-Dollar. Auf Basis gerundeter Werte lag das Gesamtergebnis damit 20,4 Millionen US-Dollar hinter dem Haltevergleich. Offene Positionen wurden zu den Preisen am Ende des Untersuchungszeitraums bewertet.
Die Studie schätzte die gesamten Gebühren in den untersuchten Pools auf 59,5 Millionen US-Dollar. In die Positionsanalyse flossen jedoch nur 41,6 Millionen US-Dollar ein. Die Differenz entfiel auf Gebühren, die bis zum Stichtag nicht abgeholt oder keiner bestimmten Position zugeordnet werden konnten. Da die ereignisbasierte Methode nicht abgeholte Gebühren ausschloss, wurden offene Positionen bei der Berechnung der Erfolgsquote nicht berücksichtigt. Weitere 207 Positionen mit Gebührenabhebungen zwischen verbundenen Positionen wurden aus den Positionsdaten entfernt. Bitquery zählte die Gasgebühren jeder Transaktion einmal und verteilte sie auf die darin enthaltenen Liquiditätsoperationen.
Flash Accounting in v4 kann Zwischentransfers reduzieren
Transaktionsgebühren auf Ethereum werden in Ether bezahlt. Uniswap v4 nutzt ein Flash-Accounting-Verfahren, bei dem während einer Operation intern offene Beträge erfasst werden. Übertragen werden am Ende nur die Nettobestände der Tokens. Dadurch kann sich die Zahl der für Abwicklungsswaps oder Änderungen an der Liquidität erforderlichen Transfers verringern.
Wenn eine Transaktion mehrere Pools durchläuft oder einen Swap mit einer Liquiditätseinzahlung verbindet, können sich interne Salden ausgleichen. Tokens müssen dann nicht wiederholt zwischen Pool-Kontrakten bewegt werden. Die tatsächliche Ersparnis hängt vom Transaktionspfad und von der Struktur der jeweiligen Integration ab. Eine Transaktion mit mehreren Operationen kann mehr Zwischentransfers vermeiden als ein einstufiger Vorgang.
Niedrigere Ausführungskosten führen jedoch nicht automatisch dazu, dass eine Position besser abschneidet als das Halten der zugrunde liegenden Tokens. Das Modell der konzentrierten Liquidität bleibt auch in v4 bestehen und übernimmt das zentrale Konzept aus v3: Liquiditätsanbieter legen eine Preisspanne fest, in der ihr Kapital aktiv ist.
Bewegt sich der Marktpreis, verändert sich die Menge der beiden Tokens in der Position. Verlässt der Preis die gewählte Spanne, kann die Position vollständig aus einem der beiden Assets bestehen und so lange keine Swap-Gebühren mehr erzielen, bis der Preis in die Spanne zurückkehrt. Übersteigen die Veränderungen des Token-Bestands die vereinnahmten Gebühren, kann die Position auch bei niedrigeren Gas-Kosten hinter dem Haltevergleich zurückbleiben.
Mehr v4-Operationen bedeuten nicht automatisch mehr Kapital
Ein separater Vergleich der v3- und v4-Aktivität durch Bitquery erfasste den Zeitraum vom 15. Juli bis zum 13. Oktober 2026 und wurde am 15. Oktober korrigiert. Die Zahl der täglich neu angelegten Liquiditätsoperationen in v4 stieg demnach von rund 1.288 in der ersten Woche auf 4.474 in der letzten Woche. Das entspricht etwa dem 3,5-Fachen. Bei v3 blieb die Zahl bei ungefähr 1.300 neuen Operationen pro Tag. In der korrigierten Auswertung wurden Ereignisse mit einer Positionsgröße von null bei beiden Versionen ausgeschlossen.
Während des 91-tägigen Zeitraums verzeichnete v4 an 88 Tagen mehr Hinzufügungen als Entnahmen. Bei v3 war dies an 89 Tagen der Fall. Die Zahl der Operationen zeigt, wie häufig sich die Liquidität veränderte, nicht aber, welchen Dollarwert Nutzer ein- oder auszahlten. Standardisierte Routen über den Position Manager machten 77 % des Anstiegs bei den neuen v4-Operationen aus. Zu den beteiligten Wallets gehörten Bots, Token-Emittenten und andere Adressen.
Die Untersuchung identifizierte 3.074 Wallets, die Transaktionen auf beiden Versionen versendeten. Wurden stattdessen nur Adressen gezählt, die die Pool-Kontrakte aufriefen, ergab sich eine Zahl von 18. Bei beiden Angaben handelt es sich um Adressenzählungen, nicht um eine Zahl eindeutig unterscheidbarer Nutzer. Da v3 und v4 Gebühren unterschiedlich erfassen, beschränkte sich der Vergleich auf die Aktivität bei Liquiditätsoperationen. Die Renditen einander zugeordneter Positionen wurden nicht zwischen den beiden Versionen verglichen.
VolatilePair Hook lag außerhalb des Untersuchungszeitraums
Uniswap v4 erlaubt optionale Hooks, mit denen sich das Verhalten eines Pools anpassen lässt, darunter Gebühren, Abrechnung und Preiskurven. Die Renditen von Pools mit Hooks lassen sich daher nicht allein aus dem Modell der standardmäßigen konzentrierten Liquidität ableiten.
Uniswap Labs gab am 14. Oktober den Start des VolatilePair Hooks auf Ethereum bekannt, zunächst mit dem Handelspaar ETH/USDC. Nach der Beschreibung des Unternehmens berechnet der Hook die Kauf- und Verkaufsgebühren bei jedem Swap neu und berücksichtigt dabei die jüngsten Preisbewegungen.
Da der Start nach dem Stichtag 13. Oktober erfolgte, wurde der VolatilePair Hook in den Bitquery-Daten nicht berücksichtigt. Für Liquiditätsanbieter sind Einsparungen bei Transferkosten daher nur ein Bestandteil der Gesamtrechnung. Entscheidend sind außerdem die Veränderungen der gehaltenen Tokens, die tatsächlich vereinnahmten Gebühren und die über die gesamte Laufzeit der Position gezahlten Gasgebühren.