- Während der asiatischen Handelssitzung stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen auf breiter Front an, da die geopolitische Lage im Nahen Osten plötzlich eskalierte und die internationalen Rohölpreise in die Höhe trieb, was die globalen Inflationsängste verstärkte.
- Kurz- und langfristige US-Anleiherenditen stiegen synchron an, wobei die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihen um etwa 4 Basispunkte auf 4,0740 % und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen um fast 5 Basispunkte auf 4,5281 % stieg.
- Investoren passten ihre Positionen vor der Veröffentlichung der wichtigen US-PCE-Daten an, da steigende Kraftstoffpreise die Gesamtinflationsindikatoren auf ein fast dreijähriges Hoch treiben könnten.
Geopolitische Risikoprämie löst Neubewertung von Anleihevermögen aus
Die plötzliche Verschärfung geopolitischer Konflikte durchbrach die zuvor ruhigen Markterwartungen. Berichten zufolge griffen die USA am frühen Morgen in der Nähe des Hafens von Abbas an, woraufhin die Iranische Revolutionsgarde einen Militärschlag auf eine US-Luftwaffenbasis ankündigte. Gleichzeitig erklärte das kuwaitische Militär, dass sein Luftabwehrsystem Raketen und Drohnen des Feindes abfängt. Diese Reihe von plötzlichen militärischen Aktionen ließ die zuvor optimistischen Erwartungen des Marktes an ein Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran schnell abkühlen. Die Flucht in sichere Häfen führte nicht zu Käufen traditioneller Staatsanleihen, sondern drückte aufgrund von Inflationsängsten die Anleihepreise und trieb die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe.
Laufzeitprämie bleibt unter mehreren makroökonomischen Druckfaktoren hoch
Der Markt befindet sich in einer komplexeren Kombination aus Inflationsrisiken, fiskalischem Angebotsdruck und weiterhin robustem Wirtschaftswachstum. Fullerton Fund Management weist darauf hin, dass die Komplexität des aktuellen makroökonomischen Umfelds die Laufzeitprämie hoch hält. Da die anhaltenden Konflikte die Energiepreise weiter in die Höhe treiben, stehen Investoren vor systemischen Herausforderungen durch das Wiederaufleben der globalen Inflation. Aufgrund der weitreichenden Durchdringung von Rohstoffen wie Rohöl auf der Produktions- und Verbraucherseite erwartet der Markt allgemein, dass die Zentralbanken der entwickelten Volkswirtschaften und der Schwellenländer gezwungen sein könnten, über einen längeren Zeitraum hohe Zinssätze beizubehalten oder sogar den Zinserhöhungszyklus wieder aufzunehmen.
Inflationsdatenvorschau und Druck zur Neubewertung der Geldpolitik
In diesem geopolitischen Erschütterungsfenster wird der Markt auch auf die Prüfung der zentralen US-Wirtschaftsdaten stoßen. Der später am Tag veröffentlichte US-PCE-Preisindex, der bevorzugte Inflationsindikator der Fed, wird den Spielraum für die zukünftige Geldpolitik direkt bestimmen. Aufgrund des jüngsten starken Anstiegs der Kraftstoffpreise wird allgemein erwartet, dass die Gesamt-PCE-Inflationsrate auf ein dreijähriges Hoch von 3,8 % steigen wird, während die Kern-PCE-Inflationsrate voraussichtlich 3,3 % erreichen wird, was deutlich über dem langfristigen Ziel der Fed von 2 % liegt. Sollte der Kerninflationsindikator stärker als erwartet ansteigen, könnte die Marktbewertung einer Zinssenkung in diesem Jahr vollständig neu gestaltet werden.
Engpässe bei der Anleihemarktliquidität und fiskalische Angebotseffekte überlagern sich
Neben dem Inflationsdruck ist das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage auf dem US-Anleihemarkt ein potenzieller Faktor für steigende Renditen. Vor dem Hintergrund eines anhaltend wachsenden Haushaltsdefizits hat die großangelegte Ausgabe von US-Staatsanleihen durch das Finanzministerium weiterhin einen Liquiditätsabzugseffekt auf den Markt. Wenn geopolitische Krisen die Rohstoffpreise in die Höhe treiben und die Inflationserwartungen verstärken, steigen die Risikoprämienanforderungen der Investoren für langfristige Staatsanleihen erheblich. Die aktuelle Form der Renditekurve zeigt, dass der Markt nicht nur die aktuellen Erwartungen an die Leitzinsen verarbeitet, sondern auch die Risiken für die mittelfristige makroökonomische Unsicherheit einpreist, was die Preise von US-Staatsanleihen kurzfristig unter Druck setzen könnte.