Rekordspenden von Krypto-Milliardären stärken UK Reform Party
Innerhalb von nur 24 Stunden sind der UK Reform Party zwei bemerkenswerte Einzelspenden von je 36 Millionen Pfund übermittelt worden. Die Spenden stammen von den Kryptowährungsinvestoren Christopher Harborne und Ben Delo, Mitbegründer der Handelsplattform BitMEX. Insgesamt summieren sich die Zuwendungen auf 72 Millionen Pfund (rund 97 Millionen US-Dollar) – der bislang höchste Betrag, der je in Großbritannien als Einzelsumme an eine politische Partei gespendet wurde. Diese Finanzspritze unterstreicht die wachsende Bedeutung der Krypto-Branche im politischen Umfeld Großbritanniens.
Hintergründe der Spender und ihre Aussagen
Christopher Harborne, der unter anderem in Tether und Bitfinex investiert, gab seine Spende in Höhe von 36 Millionen Pfund einen Tag nach Ben Delos Zuwendung bekannt. Harborne betonte ausdrücklich, dass er keine Titel oder politische Gegenleistungen erwarte, sondern einzig wünsche, dass die Reform Party für eine Regierungsübernahme gut gerüstet sei. Nigel Farage, Parteichef der Reform Party, äußerte sich positiv: Die großzügige Finanzierung erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit der Partei vor den nächsten Parlamentswahlen.
Zunehmender Einfluss der Krypto-Szene auf die Reform Party
Harbornes jüngste Spende übertrifft seine bisher größte Einzelzahlung von 12 Millionen Pfund aus Dezember 2022 um das Dreifache – diese galt bisher als größte Einzelsumme lebender Spender an eine britische Partei. Im ersten Quartal 2026 folgten zusätzliche Zuwendungen von Harborne und Delo im Volumen von etwa drei bis vier Millionen Pfund, die zusammen rund 76 % der Parteispenden dieser Periode ausmachten. Dies verdeutlicht den zunehmenden Einfluss wohlhabender Krypto-Investoren bei der Finanzierung der Reform Party.
Unklarheit über Zahlungsmittel und Untersuchungen zur Parteienfinanzierung
Noch ist unklar, ob die jüngsten Spenden in Kryptowährungen oder klassischem Geld erbracht wurden. Frühere Zahlungen von Harborne, darunter neun Millionen Pfund, wurden als Bargeldtransfers bestätigt. Die britische Electoral Commission erklärte im März, dass bislang keine politische Partei Spenden als Kryptowährungsvermögen deklariert hat. Parallel untersucht die Londoner Polizei Vorwürfe im Zusammenhang mit den Parteispenden der Reform Party. Zudem steht Nigel Farage im Fokus einer parlamentarischen Prüfung wegen eines fünf Millionen Pfund hohen persönlichen Geschenks von Harborne vor seiner Kandidatur 2024. Farage und die Partei weisen alle Vorwürfe von sich.
Regierung plant strengere Regeln für Krypto- und Auslands-Spenden
Die britische Regierung hat Pläne angekündigt, politische Spenden in Kryptowährungen zu verbieten und eine jährliche Obergrenze von 100.000 Pfund für Spenden aus dem Ausland einzuführen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Transparenz und Kontrolle von Parteifinanzierung zu verbessern und den Einfluss externer Akteure zu begrenzen. Damit zeichnet sich eine restriktivere Regulierungsstrategie ab, die das Verhältnis zwischen Kryptowährungen und politischer Finanzierung in Großbritannien neu definieren könnte.