Rekordspenden von Krypto-Insidern stärken UK Reformpartei
Die UK Reformpartei erhält von zwei bekannten Persönlichkeiten der Kryptowährungsbranche jeweils 36 Millionen Pfund – insgesamt also 72 Millionen Pfund (ca. 97,4 Mio. US-Dollar). Damit übertreffen diese Spenden den bisherigen Höchstwert der größten Einzelspende in Großbritannien deutlich: Lord John Sainsbury hatte im Jahr 2022 10 Millionen Pfund an die Konservative Partei gespendet.
Ben Delo, Co-Gründer der Krypto-Börse BitMEX, offenbart in einer Telegrap-Kolumne, dass die Spende ursprünglich als monatliche Raten von je einer Million Pfund bis zur Wahl 2029 geplant war. Aus Sorge vor möglichen gesetzlichen Spendenbeschränkungen zahlte er den Betrag vorzeitig in voller Höhe. Sein Ziel sei es, die politische Kultur im Vereinigten Königreich zu verändern, um einem nationalen Abstieg entgegenzuwirken. Christopher Harborne, ein Investor bei Tether, reagierte auf Delos Ankündigung und erhöhte den Betrag aus Wettbewerbsgeist auf denselben Betrag. Nigel Farage, Parteichef der Reformpartei, bezeichnete die Spenden als „Ehre und eine demütigende Erfahrung“.
Hintergründe zu den Spendern und rechtlicher Rahmen
Ben Delo (42) gründete BitMEX im Jahr 2014 mit. 2022 bekannte er sich schuldig, unzureichende Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung etabliert zu haben, erhielt eine Bewährungsstrafe und eine Geldbuße von 10 Millionen Dollar. Im März 2025 wurde er von Ex-US-Präsident Donald Trump zusammen mit weiteren BitMEX-Gründern begnadigt. BitMEX kündigte an, die Plattform bis September 2026 dauerhaft einzustellen. Delo spendete zuvor bereits 8 Millionen Pfund an die Reformpartei und verlegte seinen Wohnsitz Anfang dieses Jahres von Hongkong nach Großbritannien.
Christopher Harborne, ein in Thailand ansässiger britischer Investor, hält etwa 12 Prozent an Tether. Seit 2025 leistet er wiederholt Spenden an die Reformpartei, seine bisher größte lag bei 9 Millionen Pfund.
Gesetzesinitiativen zur Regulierung politischer Spenden
Die hohen Zuwendungen erfolgen vor dem Hintergrund laufender parlamentarischer Debatten über ein neues Gesetz zur strengeren Kontrolle politischer Finanzierung. Der geplante Political Donations Bill verbietet Spenden in Kryptowährungen und begrenzt Beiträge von im Ausland registrierten Wählern auf 100.000 Pfund. Ziel ist es, Transparenz bei Geldflüssen in der Politik zu stärken. Das Gesetz wurde im September vom Unterhaus verabschiedet und wartet nun auf Zustimmung durch das Oberhaus und die königliche Sanktion.
Befürworter warnen, die hohe Anonymität von Kryptowährungen erschwere die Nachverfolgung von Geldern und behindere wirksame Regulierung. Gegner wie Ben Delo sehen in der Begrenzung der Oppositionsfinanzierung eine Bedrohung demokratischer Prinzipien und hinterfragen die unterschiedliche Behandlung von Gewerkschaftsspenden an die Labour Party.
Untersuchungen und Druck auf die Reformpartei
Die Reformpartei hatte 2025 als erste Partei Großbritanniens Spenden in Kryptowährungen akzeptiert. Farage versprach, falls gewählt, eine Bitcoin-Reserve bei der Bank of England einzurichten und die Kapitalertragssteuer auf Kryptoanlagen zu senken. 2024 hatte Harborne Farage privat 5 Millionen Pfund zukommen lassen, was zu einer parlamentarischen Untersuchung führte. Farage trat im Juli 2026 als Abgeordneter zurück, nachdem Korruptionsvorwürfe und Berichte über Offshore-Krypto-Plattformen öffentlich wurden.
Kürzlich leitete die Londoner Polizei eine Strafverfolgung gegen die Reformpartei ein, nachdem Mediensberichte über Gespräche hochrangiger Parteimitglieder zu einer Spende eines US-Spenders bekannt wurden. Mehrere Beteiligte traten im Zuge der Ermittlungen zurück. Die Reformpartei betont, keine Gesetze verletzt zu haben.
Die außergewöhnlichen Krypto-Spenden und die parallele Gesetzgebung markieren eine wichtige Zäsur in der politischen Finanzierung Großbritanniens und werfen Fragen zum Umgang mit Krypto im politischen Kontext auf. Marktteilnehmer und Aufsichtsbehörden beobachten die Entwicklungen mit großem Interesse.