- Die neuesten Preisangaben des Overnight-Index-Swap-Marktes zeigen, dass der Markt erwartet, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) in den nächsten zwölf Monaten die Zinsen um über 100 Basispunkte anheben wird, während die Straffung der Europäischen Zentralbank (EZB) im gleichen Zeitraum voraussichtlich nur etwa 75 Basispunkte betragen wird.
- Die marginale Divergenz der geldpolitischen Wege führt zu einer anhaltenden Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen den beiden Ländern, wobei die hohe Rendite die Kapitalströme in den neuseeländischen Dollar (NZD) beschleunigt und die Beteiligung der Händler an NZD-Cross-Trades deutlich zunimmt.
- Obwohl die geopolitische Lage im Nahen Osten die Ölpreise in die Höhe treibt und das Inflationsrisiko in Europa verschärft, erwartet der Markt allgemein, dass die Europäische Zentralbank selbst bei einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September den Höhepunkt des aktuellen Straffungszyklus erreichen wird.
Divergenz der Zentralbankpolitik treibt Zinsdifferenzgeschäfte an
Der Unterschied im Grad der hawkischen Politik zwischen der Reserve Bank of New Zealand und der Europäischen Zentralbank formt die Kapitalströme auf dem Devisenmarkt neu. Daten aus dem Zins-Swap-Markt zeigen, dass die robusteren Inflationsgrundlagen Neuseelands der Zentralbank ein breiteres Fenster für Zinserhöhungen bieten. Im Gegensatz dazu entschied sich die Europäische Zentralbank letzte Woche, die Zinsen unverändert zu lassen, wobei der politische Fokus allmählich auf die Abwägung von Rezessionsrisiken verlagert wird. Die Ausweitung des Zinsvorteils erhöht direkt den Wert von Arbitragegeschäften im neuseeländischen Dollar, was internationale Investitionen anzieht, die den NZD kaufen und niedrig verzinste Währungen verkaufen.
Euro gegenüber Neuseeland-Dollar testet wichtige Unterstützung des Jahres
Unter dem Einfluss der Divergenz der Geldpolitik steht der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Neuseeland-Dollar (EUR/NZD) unter erheblichem Druck und hat in diesem Monat um insgesamt 2,5 % nachgegeben. Institutionen wie die Macquarie Bank und die Westpac prognostizieren, dass dieses Währungspaar kurzfristig auf 1,93 oder sogar 1,90 fallen könnte, was den niedrigsten Stand seit Juni 2025 darstellt. Die Marktpreise deuten darauf hin, dass die wirtschaftlichen Gegenwinde und das potenzielle Stagnationsrisiko in der Eurozone weiterhin den Bewertungsaufschlag des Euro belasten.
Verbesserung der neuseeländischen Fundamentaldaten stärkt hawkische Erwartungen
Die Erholung der makroökonomischen Daten Neuseelands bietet der Zentralbank eine fundamentale Unterstützung für Zinserhöhungen. Der jüngst veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungsindex zeigen beide Anzeichen einer Erholung, was darauf hindeutet, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten sich stetig verbessern. Sollte die demnächst veröffentlichte Verbrauchervertrauensdaten die Ausweitung der Erholung weiter bestätigen, wird die Erwartung des Marktes, dass die Reserve Bank of New Zealand eine Hochzinspolitik beibehält, gefestigt, was den neuseeländischen Dollar weiterhin unterstützt.
Handelsliquidität erstreckt sich auf Nicht-US-Cross-Trades
Mit der allgemeinen Aufwertung des neuseeländischen Dollars gegenüber den Hauptwährungen zeigt sich eine strukturelle Veränderung in der Handelsstruktur des Devisenmarktes. Der Fokus institutioneller Händler hat sich von traditionellen Hauptwährungspaaren wie dem australischen Dollar gegenüber dem US-Dollar (AUD/USD) und dem neuseeländischen Dollar gegenüber dem US-Dollar (NZD/USD) auf Cross-Rates wie den Euro gegenüber dem neuseeländischen Dollar (EUR/NZD) verlagert. Die gestiegene Handelsaktivität erhöht nicht nur die Tiefe der Orderflüsse dieses Währungspaares, sondern spiegelt auch die Vermögensallokation globaler Makrofonds im Rahmen des Themas der Zinsdifferenzdivergenz wider.