Bei Brokern und Fintech-Unternehmen stehen Übernahmen, Finanzierungsrunden und neue Handelsangebote im Mittelpunkt. AvaTrade hat sich auf den Kauf des Großteils von FXCM geeinigt, während Trade Nation das britische Kundengeschäft von FXCM übernimmt. NAGA sammelte 8 Millionen US-Dollar ein, XTB erweiterte den Handel mit US-Aktien über Nacht und Nasdaq investierte in One Trading. Zugleich beschäftigen die Branche geringe Volatilität, ein britischer Steuerstreit und ein regulatorischer Schritt in den USA zu einer neuen Art von Index-Futures.
AvaTrade übernimmt Großteil von FXCM, Trade Nation britische Kunden
AvaTrade hat sich auf die Übernahme des Großteils des FXCM-Geschäfts geeinigt. Welche Vermögenswerte betroffen sind, wie der Abschluss geregelt wird und wann die Transaktion voraussichtlich vollzogen werden soll, ist bislang nicht bekannt. Auch das britische Geschäft von FXCM wird neu geordnet: Trade Nation hat das dortige Kundengeschäft übernommen.
Die Vereinbarungen stehen für die weitere Konsolidierung im Privatkundenhandel. Broker richten ihre Kundenbestände und Abläufe neu aus. Offen ist, wie die Kunden übertragen werden, ob sich Produkte oder Dienstleistungen ändern und wie die Geschäfte nach dem Abschluss geführt werden. Dazu wurden bislang keine Einzelheiten genannt.
NAGA erhält 8 Millionen Dollar, Vest Labs 13 Millionen
Die Handelsplattform NAGA hat in einer neuen Finanzierungsrunde 8 Millionen US-Dollar aufgenommen. Wer investiert hat, zu welcher Bewertung die Runde stattfand und wofür das Geld vorgesehen ist, wurde nicht mitgeteilt. Damit bleibt auch offen, ob NAGA die Mittel für die Produktentwicklung, eine Expansion oder den laufenden Betrieb einsetzen will.
Das Fintech-Unternehmen Vest Labs sammelte 13 Millionen US-Dollar ein. Beide Finanzierungsrunden fallen in eine Phase geschäftlicher Veränderungen im Brokerage-Sektor. Zu den konkreten Konditionen der Kapitalaufnahmen liegen jedoch keine Angaben vor.
XTB erweitert Handel mit US-Aktien über Nacht, Nasdaq investiert in One Trading
XTB hat sein Angebot für den Handel mit US-Aktien über Nacht ausgeweitet. Kunden können damit außerhalb der regulären Börsenzeiten handeln. Welche Aktien verfügbar sind, welche Handelszeiten gelten und an welche Bedingungen das Angebot geknüpft ist, hat das Unternehmen nicht näher erläutert. Handelsmöglichkeiten über die reguläre Sitzung hinaus erfordern zudem, dass Plattformen Betrieb und Kundenservice über zusätzliche Stunden hinweg gewährleisten.
Nasdaq hat sich an One Trading beteiligt. Die Höhe der Investition und die erworbene Beteiligung wurden nicht bekannt gegeben. Separat meldete Fortrade höhere Umsätze; Saxo erklärte, den Prozess zur Kontoeröffnung verkürzt zu haben. Die Mitteilungen betreffen Investitionen, Geschäftsentwicklung und Kundenaufnahme, enthalten aber keine detaillierten Zahlen für einen direkten Vergleich.
Geringe Volatilität rückt Brokerumsätze in den Fokus
Die niedrige Marktvolatilität setzt einige Broker unter Druck. Der Gründer von CMC relativierte allerdings deren Auswirkungen auf das Unternehmen. Für Anbieter, deren Einnahmen teilweise von der Handelsaktivität ihrer Kunden abhängen, können Veränderungen bei Volatilität und Handelsvolumen den Umsatz beeinflussen. Konkrete Umsatzangaben von CMC oder eine bezifferte Auswirkung wurden nicht genannt.
Devexperts hat einen neuen CEO ernannt. Der Name und das Datum des Amtsantritts wurden nicht mitgeteilt. Die Kryptohandelsplattform OKX wurde mit 25 Milliarden US-Dollar bewertet. Einzelheiten zu einer möglichen Finanzierungsrunde oder einer konkreten Bewertungstransaktion liegen dazu nicht vor.
Trading 212 meldet 70 Prozent Umsatzplus, CFTC ermöglicht Index-Futures
Trading 212 gab ein Umsatzwachstum von 70 Prozent bekannt. Das Unternehmen nannte weder den Berichtszeitraum noch die zugrunde liegende Umsatzbasis oder die wichtigsten Wachstumstreiber. Aus der Zahl allein lässt sich daher nicht ablesen, wie sich die Profitabilität entwickelt hat. Das britische Fintech Wise strebt in Großbritannien eine Einigung in einem Steuerstreit an. Die strittige Summe und der Stand der Gespräche sind nicht bekannt.
Die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) leitete einen Schritt ein, der die Einführung von Perpetual Index Futures ermöglicht. Das Produkt verbindet die Struktur eines unbefristeten Kontrakts mit einem Index als Basiswert. Welche konkreten Bedingungen genehmigt wurden, welche Regeln gelten und auf welchen Handelsplätzen die Kontrakte angeboten werden sollen, ist bislang offen. Diese Angaben bestimmen, in welchem Umfang die Produkte zulässig sind und welche betrieblichen Anforderungen für Marktteilnehmer gelten.