US-Aktienfutures mit deutlichem Rückgang vor Zinssitzung
Am Sonntagabend haben die Futures der US-Leitindizes spürbar nachgegeben. Anleger rechnen zunehmend damit, dass die Federal Reserve ihre Zinspolitik im September erneut verschärfen wird. Der Dow Jones Industrial Average Futures verlor rund 110 Punkte (-0,2 %), der S&P 500 Futures sank um 0,3 % und der Nasdaq 100 Futures gab fast 0,5 % ab. Zudem fiel Bitcoin unter die Marke von 78.000 US-Dollar und reduzierte damit seine Kursgewinne seit dem Vormonat.
Ölpreise ziehen trotz anhaltender geopolitischer Risiken an
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) legte am Sonntag um 1,7 % zu, unterstützt durch eine jüngste Erklärung der US-Regierung unter Trump. Diese kündigte eine Einigung an, um die umfangreichen Erdölreserven Venezuelas zu kontrollieren, wobei Details zur Umsetzung jedoch weiterhin unklar sind und mehrere Jahre in Anspruch nehmen könnten. Am Freitag schloss WTI bei 83,40 Dollar pro Barrel, nachdem der Kurs in der Vorwoche fast 3,7 % verloren hatte. Der globale Richtwert Brent notierte am Freitag bei 88,10 Dollar pro Barrel und konnte nach einem Rückgang von mehr als 5,6 % in der Vorwoche zumindest eine leichte Erholung verzeichnen. In der Zwischenzeit bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten angespannt: Nach Raketenangriffen auf die Straße von Hormus kündigten die USA und der Iran Vergeltungsmaßnahmen an, was für weitere Unsicherheit sorgt.
Ehemaliger Fed-Chef Warsh steigert Erwartungen für Zinserhöhung im September
Kevin Warsh, ehemaliger Vorsitzender der Federal Reserve, äußerte auf dem Wirtschaftsseminar in Jackson Hole, Wyoming, seine Sorge über die Inflationsentwicklung und deutete eine mögliche Zinserhöhung im September an. In der Folge schnellten die Renditen von kurzfristigen US-Staatsanleihen nach oben: Die Rendite zweijähriger Anleihen stieg um 0,118 Prozentpunkte auf 4,348 %. Das FedWatch-Tool der CME Group erhöhte am Sonntag die Wahrscheinlichkeit einer September-Zinserhöhung von 40 % auf 57 %.
Stephen Innes, Partner bei SPI Asset Management, stellte fest, dass sich die Markterwartung von der Frage, wie stark die Wirtschaft sein muss, um die Fed zu einer weiteren Anhebung zu bewegen, hin zu der Frage verlagert hat, wie schwach die Wirtschaft sein müsste, um eine Straffung zu verhindern. Diese Entwicklung spiegelt sich bereits in den Anleihemärkten wider.
Solide US-Aktienperformance der Vorwoche trotz Zinssorgen
Trotz der marktrelevanten Aussagen von Warsh am Freitag verzeichnete der S&P 500 die vierte Wochensteigerung in Folge und legte 0,5 % zu. Der Dow Jones und der Nasdaq stiegen jeweils um 0,5 % beziehungsweise 0,9 %. Für diese Woche richten Anleger ihren Fokus auf wichtige Wirtschaftsdaten wie die Arbeitslosenquote und weitere Beschäftigungszahlen, die am Freitag veröffentlicht werden sollen, sowie auf Inflationsindikatoren für den verarbeitenden Gewerbe- und Dienstleistungssektor.
Der Analyst Ives betont, dass es nicht nur auf die Zahlen selbst ankommt, sondern vor allem auf die zugrundeliegende Inflationsentwicklung am Arbeitsmarkt. Sollte die Beschäftigung robust bleiben und die Lohnzuwächse anhalten, dürfte die Arbeitslosenquote kaum steigen – was den Druck auf die Fed für eine Zinserhöhung im September weiter erhöhen würde.
Zentrale Technologieunternehmen stehen vor Quartalsberichten
Auch im Technologiesektor stehen diese Woche wichtige Quartalsberichte an: Broadcom, ein führender Hersteller von Chips für künstliche Intelligenz, wird am Mittwoch seine Ergebnisse vorstellen. Dies erfolgt kurz nach den starken Umsatzprognosen seines Konkurrenten Nvidia. Zudem werden Dell Technologies und Hewlett Packard Enterprise in Kürze ihre aktuellen Finanzberichte veröffentlichen, was zusätzliche Impulse für den Tech-Sektor bringen könnte.