USD/JPY auf tiefstem Stand seit März durch Zinserwartungen der BoJ
Trotz des dünnen Handelsvolumens am US-Arbeitstag fiel der US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen deutlich. Das Währungspaar USD/JPY sank um 1,22 % auf 154,33 und erreichte zwischenzeitlich mit 154,07 den niedrigsten Stand seit Ende März. In den vergangenen fünf Handelstagen legte der Yen rund 3,4 % zu. Der Hauptgrund liegt in der geänderten Zinserwartung rund um die Bank of Japan (BoJ). Satoshi Aida, ein Wirtschaftsberater von Premierministerin Sanae Takaichi, der zuvor als Gegner einer Straffung galt, rechnet nun mit einer Zinsanhebung bei der BoJ-Sitzung im September. Die Marktpreise spiegeln inzwischen nahezu vollständig eine Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 1,25 % wider. Während der US-Dollar historisch vom Zinsunterschied zur BoJ profitierte, würde ein schnelleres Anziehen der Zinspolitik in Japan bei gleichbleibender US-Notenbankpolitik die Carry-Trade-Vorteile schmälern und die Nachfrage nach US-Dollar reduzieren. Spekulationen über mögliche Interventionen der japanischen Notenbank während des Feiertags wurden laut, doch die entscheidende Kraft bleibt das Ringen zwischen tightening-Bets auf Seiten der BoJ und den pausierenden Signalen der Federal Reserve, die durch Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller zuletzt bekräftigt wurden.
US-Dollar gegenüber anderen Hauptwährungen kaum verändert
Gegenüber dem neuseeländischen Dollar stieg der US-Dollar minimal um 0,09 %. Der Euro zog leicht um 0,08 % auf 1,1622 USD an, das britische Pfund legte 0,12 % auf 1,3537 USD zu. Der Schweizer Franken verlor 0,02 % auf 0,8093 USD, der kanadische Dollar sank um 0,15 % auf 1,3816 USD, während der australische Dollar um 0,19 % auf 0,7216 USD zulegte. Der Neuseeland-Dollar gab dagegen um 0,09 % nach.
Ölpreise steigen aufgrund von Konflikten im Persischen Golf
Die Lage im strategisch wichtigen Meerengenabschnitt von Hormus spitzt sich zu: Iranische Raketenangriffe auf zwei US-amerikanische Kriegsschiffe führten zu Gegenmaßnahmen der USA gegen iranische Öltanker. Die Unsicherheiten in der Region ließen die Ölpreise um 1,22 USD (1,33 %) auf 92,70 USD je Barrel ansteigen. Die Bedeutung des Hormus als wesentliche Transitroute für Öl verstärkt geopolitische Risikoprämien und erhöht den Inflationsdruck, was für die Geldpolitik eine zusätzliche Herausforderung darstellt.
Entwicklung bei Edelmetallen und Kryptowährungen
Gold gab um 0,48 % nach und schloss bei 4.406,78 USD pro Unze, Silber blieb nahezu stabil und notierte bei 66,16 USD. Bitcoin verlor 1,47 % und fiel auf 79.161 USD.
Gemischte Performance an den europäischen Aktienmärkten
Die europäischen Börsen zeigten sich aufgrund des US-Feiertags mit geringem Volumen und gemischten Vorzeichen. Höhere Energiepreise unterstützten die Energiewerte, während die Aussicht auf weitere Leitzinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) die Anleger vorsichtig stimmte. Positive Wirtschaftsdaten stärkten die Zuversicht der Investoren in der Eurozone auf den höchsten Stand seit vier Jahren und übertrafen die BIP-Prognosen. Dennoch nährten sie zugleich die Erwartungen an eine weitere Straffung der EZB. So sank der deutsche DAX um 0,15 % auf 26.006,54 Punkte, während Frankreichs CAC 40 um 0,33 % auf 8.306,16 Punkte zulegte. Der britische FTSE 100 gab leicht um 0,08 % auf 10.822,14 Punkte nach, der spanische IBEX fiel um 0,14 % auf 20.021,80 Punkte, Italiens FTSE MIB stieg um 0,25 % auf 52.229,56 Punkte, und der STOXX 600 gab minimal um 0,02 % auf 639,72 Punkte nach.
Anstieg der Anleiherenditen in Europa
Verbesserte Wirtschaftsindikatoren, gestiegene Ölpreise und Zinserhöhungserwartungen ließen die zehnjährigen Renditen in den wichtigsten europäischen Staaten ansteigen. In Deutschland kletterte die Rendite um 4,7 Basispunkte auf 3,386 %, in Frankreich um 5,6 Basispunkte auf 4,251 %. Großbritannien verzeichnete einen Anstieg um 4,4 Basispunkte auf 5,178 %, Spanien um 5,2 Basispunkte auf 3,826 % und Italien um 5,3 Basispunkte auf 4,205 %.
Die jüngsten Marktbewegungen verdeutlichen den Einfluss geldpolitischer Erwartungen auf Währungs- und Anleihemärkte. Insbesondere die Dynamik im USD/JPY unterstreicht die Spannung zwischen einer möglichen BoJ-Zinserhöhung und der abwartenden Haltung der Fed. Während vereinzelt über Interventionen in der Währungsmarktstabilität spekuliert wurde, konzentriert sich die Anlegeraufmerksamkeit vor allem auf die bevorstehenden Entscheidungen dieser Notenbanken.