- Die Brent-Rohöl-Futures fielen um 5,04 Dollar pro Tag, ein Rückgang von 4,9 %, und notierten bei 98,50 Dollar pro Barrel; die US-West Texas Intermediate-Rohöl-Futures fielen um 4,82 Dollar, ein Rückgang von 5 %, und notierten bei 91,78 Dollar, beide erreichten ein neues Zweiwochentief seit dem 7. Mai.
- US-Präsident Donald Trump erklärte, dass Washington und Iran im Wesentlichen eine Einigung über den Rahmen eines Friedensabkommens erzielt haben, um die Straße von Hormus, die ein Fünftel der weltweiten Transportkapazität ausmacht, wieder zu öffnen, stellte jedoch klar, dass er nicht überstürzt eine formelle Unterzeichnung verlangt habe.
- Der Wochenbericht von Baker Hughes zeigt, dass die Anzahl der aktiven Öl- und Gasbohrplattformen in den USA im Vergleich zur Vorwoche um 7 auf insgesamt 558 gestiegen ist, was den höchsten Stand seit Juni 2025 darstellt und den fünften Anstieg in Folge markiert.
Sofortige Preisbewegungen am Markt
Hochfrequenzdaten von Refinitiv zeigen, dass die Rohöl-Futures am Montag systematisch abgewertet wurden. Um 13:27 Uhr Greenwich-Zeit erreichten die beiden wichtigsten Rohölkontrakte einen Rückgang von etwa 5 %. Aufgrund der diplomatischen Erwartungen zwischen den USA und dem Iran, die eine mögliche Verlängerung des 60-tägigen Waffenstillstands und die Wiedereröffnung der Straße vorsehen, kam es zu einer konzentrierten Schließung von Long-Positionen bei Investmentbanken, was zu einer Abwärtsverschiebung der vorderen Kurve der zuvor aufgrund geopolitischer Blockadeprämien hohen Terminkontrakte führte. Obwohl Berichte über die Ankunft einer iranischen Delegation in Doha für technische Gespräche während des Handels auftauchten, gab es nach Erreichen des Zweiwochentiefs keine starke Unterstützung durch Käufer.
Diplomatische Vermittlung und politische Variablen
Das geopolitische Spiel befindet sich in einer entscheidenden Phase der Erwartungsrekonstruktion. Trump sendete am Wochenende positive Signale an die Medien und erklärte, dass das Rahmenabkommen im Wesentlichen vereinbart sei, was direkt Druck auf die internationalen Ölpreise bei der Eröffnung am Montag ausübte. Die politische Unsicherheit bleibt jedoch durch seine nachfolgenden konditionalen Aussagen bestehen, in denen er betonte, dass er nicht beabsichtige, den endgültigen Text überstürzt zu unterzeichnen. Gleichzeitig trennte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, in seiner regelmäßigen Erklärung am Montag bewusst die aktuellen Waffenstillstandsverhandlungen von nuklearen Themen. Diese komplexe politische Ausrichtung zeigt, dass trotz der Möglichkeit einer marginalen Verbesserung der kurzfristigen Navigationsbedingungen das langfristige geopolitische Vertrauen noch nicht vollständig aufgebaut ist.
Neubewertung der langfristigen Angebotslücken
Die Überwachung der physischen Warenströme und das Angebotsdefizit bieten weiterhin eine grundlegende Unterstützung für den Markt. Das detaillierte Modell von Sparta Commodities zeigt, dass das derzeitige Defizit von 10 bis 11 Millionen Barrel Rohöl pro Tag, das durch die Lage in der Straße von Hormus verursacht wird, kurzfristig nicht vollständig durch alternative Routen ausgeglichen werden kann, und die globalen Energievorräte befinden sich in einer Phase des kontinuierlichen Verbrauchs. Der UBS-Analyst Giovanni Staunovo betonte ebenfalls, dass der Fokus auf den physischen Ölfluss und nicht auf diplomatische Erklärungen gelegt werden sollte. Obwohl Satellitendaten zeigen, dass am Montag zwei LNG-Tanker nach Asien unterwegs waren und ein seit drei Monaten festgehaltener irakischer Supertanker in See gestochen ist, erfordert die physische Reparatur beschädigter maritimer Einrichtungen in der Regel mehrere Monate, was bedeutet, dass die langfristige Angebotsseite weiterhin eine enge Vermögensbewertung aufrechterhält.