SanDisk-Aktien verloren am Montag 5,93 Prozent. Anleger wägen Fortschritte chinesischer Speicherhersteller, nachgebende Flash-Preise und den bevorstehenden Quartalsbericht des Unternehmens ab. Der Rückgang erfasste die gesamte Branche: SanDisk büßte rund 15 Milliarden US-Dollar an Börsenwert ein, Micron Technology etwa 52 Milliarden und SK Hynix rund 41,5 Milliarden US-Dollar. Zusammen sank der Marktwert der drei Unternehmen um etwa 108 Milliarden US-Dollar.
Trotz des Rücksetzers liegt SanDisk seit Jahresbeginn weiterhin mehr als 530 Prozent im Plus. Nach dieser starken Rally richten Anleger den Blick verstärkt auf Angebot und Nachfrage sowie darauf, ob die Geschäftszahlen den hohen Erwartungen gerecht werden. Meldungen über mögliche zusätzliche Speicherkapazitäten rücken damit stärker in den Fokus.
Fortschritte bei ChangXin nähren Sorgen über neues Angebot
ChangXin Memory Technologies erklärte, bei der Chipentwicklung Fortschritte erzielt zu haben, durch die mehr Speicherzellen auf einem einzelnen Chip Platz finden könnten. Anleger befürchten, dass daraus später zusätzliche Produktionskapazitäten entstehen und die derzeit knappe Versorgung entspannen könnten. Das würde das Verhältnis von Angebot und Nachfrage verändern, das die Preise bislang gestützt hat.
Unklar ist jedoch, wann und in welchem Umfang sich der Entwicklungsfortschritt in ein größeres Marktangebot übersetzen könnte. Der breite Rückgang der Speicheraktien am Montag zeigt, dass Anleger bereits auf die Möglichkeit einer Verschiebung reagieren. Welche Folgen sie tatsächlich für Preise und Branchenerträge hätte, lässt sich bislang nicht beziffern.
SanDisk legt Zahlen am 29. Oktober vor
SanDisk will seine Ergebnisse am 29. Oktober 2026 veröffentlichen. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 46,22 US-Dollar, nach 1,22 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Beim Umsatz erwarten sie 10,64 Milliarden US-Dollar gegenüber 2,31 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Das für die Aktie genannte Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 21,4.
Die Analystenstimmung ist insgesamt positiv: Der Konsens lautet „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2.303,57 US-Dollar. Mizuho hob sein Kursziel am 6. Oktober auf 2.050 US-Dollar an und bekräftigte die Einstufung „Outperform“. Rosenblatt nahm die Beobachtung am 22. September mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 2.400 US-Dollar auf. Der Bericht soll neue Anhaltspunkte zu Nachfrage, Preisen und den Wachstumserwartungen liefern.
Analysten rechnen weiter mit knappem NAND-Angebot
Einige Analysten beurteilen die Lage am Speichermarkt weiterhin positiv. Sie verweisen auf die KI-getriebene Nachfrage, das knappe NAND-Angebot und längerfristige Abnahmevereinbarungen mit Kunden. Harsh Kumar von BMO erwartet, dass das Angebotsdefizit bis 2027 und möglicherweise bis 2028 anhält. NAND könne in der nächsten Entwicklungsphase zum Engpass werden; zudem rechnet er im kommenden Jahr mit deutlichen Preiserhöhungen.
Die Analysten C.J. Muse, Matthew Prisco, Jamison Phillips-Crone und Galahad Caer von Cantor Fitzgerald befassten sich mit Toshibas Plänen, die Kapazität für Festplatten auszubauen. Ihrer Einschätzung nach könnte die Marktreaktion größer ausgefallen sein, als es die wahrscheinlichen Folgen der Pläne rechtfertigten. Derzeit liege die Nachfrage weiterhin über dem Angebot. Auch der institutionelle Researcher Nicholas Mugalli bezeichnete den Rücksetzer als mögliche Kaufgelegenheit. Das ist seine Einschätzung; wie sich Änderungen beim Angebot auswirken, müssen künftige Daten zeigen.
Am Montag belasteten die Fortschritte chinesischer Hersteller, schwächere Flash-Preise und die Vorsicht vor den anstehenden Zahlen die Speicheraktien. SanDisk gab fast 6 Prozent nach, liegt 2026 aber weiterhin mehr als 530 Prozent im Plus. Der nächste wichtige Datenpunkt ist der Bericht am 29. Oktober. Zugleich achten Anleger darauf, ob zusätzliches Angebot die knappe Lage am NAND-Markt tatsächlich entspannt.