Ein schwerer Sturm hat am Wochenende den Nordosten der USA erfasst und Küstenüberschwemmungen, Stromausfälle sowie erhebliche Verkehrsbehinderungen ausgelöst. New York und New Jersey riefen den Notstand aus. Der Nationale Wetterdienst warnte von Virginia bis Maine vor gefährlichen Überflutungen an der Küste, starken Winden und heftigen Regenfällen. Den Höhepunkt sollte der Sturm am Samstag erreichen.
Betroffen waren Straßen- und Flugverkehr ebenso wie größere Veranstaltungen. In Teilen der Küste New Jerseys drang Wasser in Straßen und Häuser ein. Flüge verspäteten sich oder fielen aus; mehrere Konzerte und Sportveranstaltungen wurden aus Sicherheitsgründen verschoben oder abgesagt.
Küstenorte in New Jersey melden Überschwemmungen
Am Samstag wurden Überflutungen in Küstenorten wie Surf City und Manasquan gemeldet. In Beach Haven West nutzten Bewohner Kajaks, um sich auf überfluteten Straßen fortzubewegen. Meteorologen riefen Menschen in niedrig gelegenen Küstengebieten dazu auf, sich auf erhebliche Überschwemmungen einzustellen. Betroffen sein könnten Straßen, Wohnhäuser und Geschäfte.
Der Vollmond am Samstag dürfte die Gezeiten zusätzlich erhöhen und die Überflutungsgefahr verschärfen. New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill forderte die Bevölkerung auf, die Lage ernst zu nehmen, aufmerksam zu bleiben und den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen. In einigen Gemeinden war es bereits zu Überschwemmungen gekommen; die Situation unterschied sich jedoch je nach Ort.
Fast 150.000 Anschlüsse ohne Strom, Flüge beeinträchtigt
In mehreren Gebieten kam es zu Stromausfällen. Das Portal Poweroutage.us, das Ausfälle erfasst, verzeichnete knapp 150.000 Haushalte und Unternehmen ohne Strom. Die Behörden in New York City warnten vor Windböen von bis zu 55 Meilen pro Stunde, also rund 86 Kilometern pro Stunde. Dabei könnten Bäume umstürzen und weitere Ausfälle verursachen.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA empfahl Reisenden, sich bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Flugstatus zu informieren. Daten von FlightAware zeigten mehr als 1.100 Verspätungen und rund 400 gestrichene Flüge. Auch die Anzeigetafeln am Boston Logan International Airport wiesen zahlreiche Ausfälle aus. Der Sturm beeinträchtigte damit den Flugverkehr in der gesamten Region.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani riet den Bewohnern in einer Videoansprache, nicht notwendige Wege zu vermeiden. Zugleich warnte er davor, mit dem Auto oder zu Fuß durch überflutete Bereiche zu gehen. Besonders niedrig gelegene Straßen und Küstengebiete blieben akut gefährdet.
Konzerte und Sportveranstaltungen abgesagt oder verlegt
Auch Veranstaltungen im Großraum Boston waren betroffen. Das Konzert von Ed Sheeran im Gillette Stadium wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Boston Red Sox änderten den Spielplan ihrer Wochenendserie gegen die Chicago Cubs: Die für Sonntag angesetzte Partie wurde auf den folgenden Freitag verlegt.
Abgesagt wurde außerdem ein Profifußballspiel zwischen den New York Red Bulls und St. Louis City SC. Auch das Global Citizen Festival im New Yorker Central Park fand nicht statt. Als Hauptacts waren Lauryn Hill, Wyclef Jean und John Legend vorgesehen. Da der Sturm am Samstag seinen Höhepunkt erreichen sollte, hingen Reise- und Veranstaltungspläne weiterhin von der Wetterlage und den örtlichen Anweisungen ab.