Die US-Börsen verlängern die Handelszeiten für ausgewählte Aktien- und ETF-Optionen. Cboe Global Markets und NYSE American starteten am 19. Oktober zusätzliche Sitzungen vor dem regulären Börsenbeginn und nach Handelsschluss. Anleger können damit schneller auf Konjunkturdaten und Unternehmensmeldungen außerhalb der regulären US-Handelszeit reagieren. Zu den zugelassenen Kontrakten gehören stark gehandelte Namen wie Apple und Nvidia.
Cboe führt zwei zusätzliche Handelsfenster ein
An der Cboe Options Exchange läuft der erweiterte Handel montags bis freitags von 7:30 bis 9:25 Uhr sowie von 16:00 bis 16:15 Uhr US-Ostküstenzeit. Das Angebot umfasst Optionen auf bekannte Unternehmen wie Apple, Nvidia, Tesla und Amazon. Hinzu kommen ETF-Optionen auf SPY, QQQ, IWM, GLD und XLF.
Rob Hocking, globaler Leiter des Derivategeschäfts bei Cboe, erklärte, der Handel mit Einzelaktien- und ETF-Optionen außerhalb der regulären Zeiten gebe Anlegern weltweit mehr Flexibilität bei der Steuerung von Positionen und Risiken in wichtigen Marktwerten.
Der Starttermin war zweimal verschoben worden. Ursprünglich wollte Cboe die zusätzlichen Sitzungen am 13. Juli aufnehmen, verschob den Beginn zunächst auf den 17. August und legte ihn anschließend auf den 19. Oktober.
Zugelassene Kontrakte stehen für 53 Prozent des Optionsvolumens
Nach Angaben von Cboe machten die im erweiterten Handel verfügbaren Aktien und ETFs in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 durchschnittlich rund 53 Prozent des gesamten Volumens börsennotierter US-Optionen aus. Das Programm konzentriert sich damit auf einige der liquidesten Kontrakte des Marktes und nicht auf eine kleine Gruppe wenig gehandelter Produkte.
Cboe begründet die zusätzlichen Handelszeiten mit dem Bedarf, auf Konjunkturveröffentlichungen und Unternehmensmeldungen außerhalb der regulären Sitzung reagieren zu können. Moomoo US und TradeStation Securities bestätigten, ihren Kunden den Zugang zum Start anzubieten. Weitere Broker stellen den Handel bereits bereit oder planen eine Freischaltung der neuen Zeitfenster.
Welche Orders ausgeführt werden können, hängt auch von ihrer Kennzeichnung ab. Als „all sessions“ markierte Aufträge können über mehrere Handelsfenster hinweg aktiv bleiben. Aufträge, die auf die reguläre Handelszeit beschränkt sind, werden in den zusätzlichen Sitzungen nicht ausgeführt. Zulässig sind ausschließlich Limitorders. Market-, Stop- und Stop-Limit-Orders stehen dort nicht zur Verfügung.
Das Zeitfenster von 16:00 bis 16:15 Uhr verlängert vor allem den Handel mit Einzelaktienoptionen. ETF-Optionen konnten bereits bisher bis 16:15 Uhr gehandelt werden; diese Zeit bleibt für sie Teil der regulären Sitzung. Das neue Vormittagsfenster schafft dagegen sowohl für Aktien- als auch für ETF-Optionen einen vorbörslichen Zugang.
NYSE American übernimmt dieselben Handelszeiten
NYSE American, eine Börse der New York Stock Exchange, startete am 19. Oktober ebenfalls vorbörsliche und nachbörsliche Sitzungen. Die Handelszeiten entsprechen denen von Cboe. Zum anfänglichen Angebot gehören Optionen auf SPY, IWM und GLD sowie Aktienoptionen auf große Technologiekonzerne wie Apple, Microsoft, Nvidia, Alphabet, Amazon und Oracle.
Kevin Tyrrell, Chief Product Officer der New York Stock Exchange, sagte, die verlängerten Handelszeiten spiegelten die Nachfrage nach längeren Zeitfenstern, zusätzlichen Handelsmöglichkeiten und weiteren Instrumenten für das Risikomanagement wider. Vorbörsliche und nachbörsliche Optionen können Anlegern ermöglichen, Positionen vor der regulären Eröffnung oder nach Handelsschluss anzupassen. Die neuen Sitzungen bleiben jedoch durch die zugelassenen Ordertypen und die verfügbare Liquidität begrenzt.
Cboe bietet für einige Indexoptionen bereits einen nahezu durchgehenden Handel an Wochentagen an. Die neuen Sitzungen für Aktien- und ETF-Optionen sind kürzer. Die zugelassenen Produkte sollen zudem halbjährlich überprüft werden; Änderungen bei der Aufnahme oder Entfernung von Kontrakten sollen vorab bekannt gegeben werden. Vorerst konzentrieren sich beide Börsen auf stark gehandelte Aktien- und ETF-Optionen und verlängern damit die Zeit, in der Anleger auf neue Marktinformationen außerhalb der regulären Handelszeiten reagieren können.