Chime strebt Übernahme von Stride Bank für 590 Millionen US-Dollar an
Am 8. September 2026 gab der US-amerikanische Mobile-Finanzdienstleister Chime bekannt, einen verbindlichen Kaufvertrag über die Akquisition der Stride Bank, einer in Oklahoma ansässigen national lizenzierten Partnerbank, abgeschlossen zu haben. Die siebenjährige Zusammenarbeit soll mit der Übernahme enden, Stride Bank wird nach Abschluss der Transaktion in "Chime Bank" umbenannt und vollständig als Tochtergesellschaft integriert.
Erlöse durch Synergien von über 100 Millionen US-Dollar erwartet
Chime prognostiziert durch die Übernahme Netto-Synergien von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Diese ergeben sich vor allem aus geringeren Bankpartnerschaftskosten, der Erweiterung des Kreditportfolios sowie erheblichen Einsparungen bei den Finanzierungskosten. Die Akquisition soll sich unmittelbar positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirken. Die Vollzugsvoraussetzungen, inklusive behördlicher Genehmigungen, sind noch nicht erfüllt. Die Vorstände beider Unternehmen haben die Transaktion einstimmig genehmigt, ein Abschluss wird für das erste Halbjahr 2027 angestrebt.
Höhere Prognosen für Q3 und Gesamtjahr 2026
Parallel zur Übernahme hob Chime die Umsatz- und Ergebnisprognosen für das dritte Quartal und das Gesamtjahr 2026 an. Die Umsatzerwartung für Q3 stieg von zuvor 680 bis 690 Millionen US-Dollar auf rund 705 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von circa 30 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die bereinigte EBITDA-Spanne wurde von 105–110 Millionen US-Dollar auf 117–120 Millionen US-Dollar erhöht.
Für das Gesamtjahr wird nun mit einem Umsatzwachstum zwischen 26 % und 27 % auf 2,76 bis 2,77 Milliarden US-Dollar gerechnet, was über der vorherigen Prognose von 2,725 bis 2,745 Milliarden US-Dollar liegt. Die bereinigte EBITDA-Erwartung klettert entsprechend von 465–475 Millionen auf 481–489 Millionen US-Dollar.
Kontinuierliche Begrenzung der Gesamtaktiva unter 10 Milliarden US-Dollar
Chime beabsichtigt, seine Banking-Aktivitäten in der Stride Bank zu bündeln und den Fokus auf das Endkundengeschäft zu richten. Das Unternehmen plant, die Gesamtaktiva dauerhaft unter 10 Milliarden US-Dollar zu halten und betont dabei eine vorsichtige Steuerung von Aktiva und Passiva.
Aktienkurs zeigt nach anfänglichem Anstieg Volatilität
Die Ankündigung der Übernahme führte zunächst zu einem deutlichen Kursanstieg der Chime-Aktie, getrieben von Optimismus hinsichtlich der Expansion des Bankgeschäfts. Im weiteren Handelsverlauf korrigierte der Kurs jedoch einige Gewinne, was auf anhaltende Zurückhaltung gegenüber Integrationsrisiken und der Unsicherheit über die konkrete Umsetzung der erwarteten Synergien hindeutet. Analysten haben ihre Kursziele zwar angehoben, bleiben jedoch hinsichtlich des Erfolgs der Fusion vorsichtig.
Diese Transaktion unterstreicht Chimes strategische Absicht, die hausinternen Bankaktivitäten auszubauen, um Effizienzsteigerungen zu realisieren und das Produktangebot in einem zunehmend wettbewerbsintensiven digitalen Finanzmarkt zu diversifizieren. Die weiteren behördlichen Genehmigungsverfahren und der Integrationsprozess werden im kommenden Jahr genau von Investoren und Marktteilnehmern beobachtet werden.