Meta unterzeichnet 20-Jahres-Vertrag für 1.121 MW saubere Energie ab 2027
Im Juni 2022 schloss Meta Platforms einen langfristigen Stromabnahmevertrag mit Constellation Energy ab, der ab Juni 2027 wirksam wird. Die Vereinbarung umfasst 1.121 Megawatt nuklear erzeugten Strom aus dem Clinton Nuclear Power Plant in Illinois. Dieser Vertrag ist Constellations größtes Engagement im Bereich sauberer Energie für die KI-Branche und übertrifft damit eine kürzlich abgeschlossene Abmachung mit Microsoft über rund 835 Megawatt im Zusammenhang mit dem geplanten Neustart von Reaktorblöcken des Kernkraftwerks Three Mile Island.
Da der Lieferbeginn erst in neun Monaten liegt, spiegeln die aktuellen Quartalsergebnisse und die Prognosen von Constellation Energy die Einnahmen aus diesem Vertrag bisher nicht wider.
Genehmigte Laufzeitverlängerung und Kapazitätssteigerung beim Kernkraftwerk Clinton
Der Vertrag unterstützt Metas Strategie, 100 % seines Energiebedarfs aus sauberen Quellen zu beziehen. Das Kernkraftwerk Clinton liefert weiterhin Strom für das Versorgungsnetz in Illinois und hat kürzlich die behördliche Erlaubnis für eine Betriebsgenehmigung bis Dezember 2047 erhalten. Geplante technische Modernisierungen sollen die Kraftwerkskapazität um 30 Megawatt erhöhen.
Aktuell wird Clinton durch das Zero Emission Credit (ZEC)-Programm des Bundesstaates Illinois gefördert, das im Juni 2027 ausläuft. Die zeitliche Abstimmung des Meta-Vertrags mit dem Auslaufen dieses Förderprogramms sorgt für eine nahtlose Übernahme der Stromvergütung, ohne Unterbrechungen bei der Finanzierung des Kraftwerksbetriebs.
Ausweitung langfristiger Atomstromverträge bei Constellation
Metas Engagement ist Teil eines wachsenden Portfolios langlebiger Stromlieferverträge im Nuklearbereich bei Constellation Energy. Die 20-jährige Vereinbarung mit Microsoft tritt zeitgleich mit dem Neustart der Three Mile Island-Blöcke in Kraft, ebenfalls für 2027 geplant. Die Regulierungsbehörden genehmigten bereits die Übertragung der Netzanschlussrechte von stillgelegten Kohlekraftwerken in Pennsylvania auf das Kernkraftprojekt sowie die Anpassung von Brennstofflizenzen, um den Reaktorneustart zu ermöglichen.
Zusätzlich meldete Constellation im Q2-Bericht neue langfristige Kernenergieverträge über insgesamt 920 Megawatt mit bonitätsstarken Kunden, deren Starttermine zwischen 2029 und 2032 liegen. Ein bedeutender Vertrag über 176 Megawatt mit Walmart sichert den Ausbau des Dresden-Kernkraftwerks in Illinois um 30 Megawatt.
Die schrittweise Aufnahme der Stromlieferungen aus diesen Verträgen beginnt mit Meta im Jahr 2027, gefolgt vom Three Mile Island-Projekt und weiteren Verträgen ab 2029. Aktuelle Jahresergebnisse sind hiervon noch nicht betroffen.
Gewinnanstieg 2026 wird durch Akquisitionen getragen, nicht durch neue KI-Verträge
Für das zweite Quartal 2026 meldete Constellation eine Non-GAAP-Betriebsgewinn je Aktie von 2,55 US-Dollar, was einem Anstieg von 34 % gegenüber 1,91 US-Dollar im Vorjahr entspricht. Dieses Wachstum ist weitgehend auf die Übernahme von Calpine im Januar zurückzuführen, einem Unternehmen für Erdgas- und Geothermieerzeugung. Positive Markteffekte und gute Leistung der Assets trugen ebenfalls bei, während Ausfälle bei Kernkraftanlagen einen Dämpfer darstellten. Die Jahresprognose beim Gewinn je Aktie wurde auf 11,50 bis 12,50 US-Dollar erhöht, was einem Mittelwert von etwa 28 % über dem Wert von 9,39 US-Dollar von 2025 entspricht.
Der Gewinnanstieg in den kommenden Jahren basiert somit vor allem auf bestehenden und neu erworbenen Betriebseinheiten, während die Erlöse aus den KI-bezogenen Atomstromverträgen erst später wirksam werden. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bezogen auf die Prognosen für 2026 bei rund 25, was eine Prämie spiegelt, die von den stabil erwarteten Einnahmen durch langfristige Verträge unterstützt wird.
Betriebliche Herausforderungen und regulatorische Unsicherheiten
Trotz gesicherter langfristiger Verträge stehen weiterhin operative Risiken im Vordergrund. Dazu zählen die termingerechte Wiederinbetriebnahme von Kernreaktoren, Wartungszyklen und behördliche Auflagen. Die konkreten Startzeitpunkte der Verträge sind nicht vorziehbar, was Anlegern eine gewisse Vorsicht bei der Bewertung der Umsatzerwartungen nahelegt.
Insgesamt positioniert sich Constellation Energy mit seinen umfangreichen Atomstromlieferungen an Unternehmen der KI-Branche, allen voran Meta, als Vorreiter. Die gegenwärtige Ergebnisentwicklung stützt sich jedoch auf klassische und kürzlich erworbene Assets, während die Erlöse aus den kürzlich vereinbarten langfristigen Atomstromlieferungen in den kommenden Jahren sukzessive in die Bilanz einfließen werden.