Unterschiedliche Kursbewegungen des US-Dollars gegenüber Hauptwährungen
Am 8. September zeigte der US-Dollar gegenüber Euro, Pfund, Australischem Dollar und Schweizer Franken kaum Veränderung, während er gegenüber dem Neuseeländischen Dollar leicht an Stärke gewann. Gegenüber dem Japanischen Yen und dem Kanadischen Dollar gab der Greenback hingegen leicht nach. Anleger agierten zurückhaltend, angesichts der bevorstehenden Schlüsselveröffentlichungen zur Inflation in den USA – dem Produzentenpreisindex (PPI) am Donnerstag und dem Verbraucherpreisindex (CPI) am Freitag –, deren Ergebnisse als maßgeblich für die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank (Fed) gelten.
Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen spiegeln vorsichtige Markterwartungen wider
Die Renditen US-Staatsanleihen stiegen über alle Laufzeiten hinweg, wobei insbesondere kurzlaufende Papiere deutliche Zuwächse verzeichneten. Dies deutet auf eine vorsichtige Haltung der Investoren im Vorfeld der Inflationsdaten hin. Zum Handelsschluss lagen folgende Renditen vor:
- 2-jährige Anleihe: plus 1,7 Basispunkte auf 4,3957 %
- 5-jährige Anleihe: plus 1,6 Basispunkte auf 4,5662 %
- 10-jährige Anleihe: plus 0,8 Basispunkte auf 4,7922 %
- 30-jährige Anleihe: plus 0,2 Basispunkte auf 5,2475 %
Der breitere Markt rechnet damit, dass höhere PPI- oder CPI-Zahlen die Fed bei einer Zinssenkung zurückhalten könnten, während eine moderate Inflation Spielraum für eine gelockerte Geldpolitik eröffnen würde.
US-Aktien setzen Abwärtskurs fort – Dow Jones mit stärkstem Verlust
Die führenden US-Aktienindizes schlossen überwiegend im Minus. Der Dow Jones Industrial fiel um 628,04 Punkte bzw. 1,18 % auf 52.791,29 und verzeichnete damit den stärksten Rückgang. Der S&P 500 reduzierte sich um 0,58 % und der Nasdaq Composite gab 0,32 % ab. Auch der Russell 2000 (Small Caps) rutschte um 0,52 % ab.
Dabei zeigten 24 Dow-Komponenten schwache Performance. Amgen fiel nach Bekanntgabe des Fehlschlags der Novartis-Phase-3-Studie für das kardiovaskuläre Medikament pelacarsen über 10 % auf 393,17 US-Dollar. Dies löste Bedenken hinsichtlich Amgens ähnlich gelagertem Präparat olpasiran aus, woraufhin BMO Capital die Einstufung von "Outperform" auf "Market Perform" senkte und so den Verkaufsdruck verstärkte.
Weitere Verluste erlitten Salesforce, Home Depot, Sherwin-Williams, Johnson & Johnson und Nvidia. Im Gegenzug profitierten Caterpillar, UnitedHealth und Chevron von gestiegenen Ölpreisen mit Zuwächsen von über 1 %, 0,9 % bzw. 0,67 %.
Ölpreise unterliegen Volatilität durch geopolitische Spannungen
Die Rohölpreise pendelten stark schwankend und erreichten ein Intraday-Hoch von 94,72 US-Dollar, bevor sie auf 91,82 US-Dollar zurückfielen, nahe der 100-Stunden-Durchschnittslinie, die als Unterstützung diente. Anschließend erholten sich die Kurse wieder auf etwa 94,03 US-Dollar. Technisch betrachtet sorgte das Verfehlen eines Unterschreitens dieser Durchschnittslinie für Kaufsignale und begrenzte Verluste.
Die Märkte bleiben sensibel gegenüber den zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Saudi-Arabien wurde von koordinierten Raketen- und Drohnenangriffen der Huthi-Rebellen an mehreren Standorten getroffen, was 73 Verletzte und infrastrukturelle Schäden zur Folge hatte. Riad kündigte eine entschiedene Gegenreaktion an, was Befürchtungen hinsichtlich möglicher Versorgungseinschränkungen verstärkt. Zudem wurden Flüge am Flughafen Dschidda ausgesetzt, was die Sorgen um Transport und Logistik weiter verschärfte.
Darüber hinaus ereigneten sich mehrere Explosionen auf Irans wichtigster Ölexportplattform Jargh Island, die den Großteil der Ölverschiffungen abwickelt. Die Ursachen sind bislang unklar, belasten jedoch die globale Ölversorgungssituation.
Goldpreis fällt unter technische Unterstützung
Der Spotpreis für Gold fiel um 1,55 % auf 1.359,89 US-Dollar je Unze und unterschritt damit außerbörslich die 100-Tage-Durchschnittslinie bei 1.354,86 US-Dollar. Technisch gesehen deutet anhaltender Handel unter diesem Niveau auf anhaltenden kurzfristigen Verkaufsdruck und mögliche weitere Rückgänge hin. Ein Anstieg über die Durchschnittslinie könnte wiederum das Kaufinteresse zurückbringen.
Anleger warten auf wichtige US-Inflationszahlen
Marktakteure richten ihren Fokus auf die Veröffentlichung des US-PPI am Donnerstag um 14:30 Uhr MESZ und später auf die CPI-Daten am Freitag. Das aktuell eher richtungslose Handelsgeschehen zeigt eine Tendenz zur Zurückhaltung, während auf klare Hinweise bezüglich der nächsten geldpolitischen Schritte der Fed und potenzieller Vermögenspreisbewegungen gewartet wird. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten ein wichtiger Faktor für die Volatilität am Ölmarkt, während der Kurs des US-Dollars, der Aktienmärkte und des Goldes maßgeblich von den bevorstehenden Inflationskennzahlen abhängt.