Cantor Fitzgerald empfiehlt Aufstockung der Nvidia-Anteile
Der Analyst C.J. Muse von Cantor Fitzgerald mahnte in seinem aktuellen Kundenbericht, dass der Markt derzeit die Aktie von Nvidia unterschätze. Zwar gebe es kurzfristig keine klaren Kursauslöser, doch bei einem Kursanstieg könnte sich die Dynamik sehr rasch und stark entwickeln. Muse riet Investoren eindringlich, die Aktie genau zu beobachten und mutig zu investieren.
Seine optimistische Einschätzung basiert auf einem erwarteten Ergebnis je Aktie (EPS) von 17 US-Dollar im Jahr 2027 sowie 25 US-Dollar im Jahr 2028. Daraus ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 14 für 2027 und etwa 10 für 2028. Laut Muse ist die Aktie somit gegenwärtig preislich attraktiv. Zudem sei die Gewichtung von Nvidia in vielen Portfolios deutlich geringer als im Nasdaq-100, was auf eine Unterbewertung hindeutet.
Von Chip-Hersteller zum KI-Ökosystem-Architekten
Muse hob hervor, dass Nvidia sich nicht mehr nur als reiner Chiphersteller verstehe. Durch Beteiligungen an KI-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic sowie durch Einnahmeteilungsvereinbarungen mit Cloud-Anbietern wie CoreWeave und Nebius Group etabliere sich das Unternehmen zunehmend als integraler Partner im KI-Ökosystem. Diese Finanzierungs- und Kooperationsformen werde der Markt noch nicht vollständig eingepreist.
Er sieht in dieser Verbindung von Kapitalbeteiligungen und Technologie-Dienstleistungen einen Schlüssel zur Gestaltung der zukünftigen KI-Infrastruktur. Angesichts der verstärkten Chip-Entwicklungen großer Cloud-Plattformen könne Nvidia durch Kooperationen mit spezialisierten Cloud-Anbietern die Widerstandsfähigkeit seines Geschäftsmodells erhöhen. Das Unternehmen weite seinen Kundenstamm sukzessive aus, unter anderem auf Unternehmens- und Regierungsprojekte. Die Einnahmeteilungsmodelle würden die Transformation hin zum Anbieter kompletter KI-Lösungen für Rack, Netzwerk und Hardware-Komponenten unterstützen.
Finanzinnovation stärkt Position als Branchenführer
Ein weiterer Fokus liegt auf Nvidias Finanzierungsmethoden: Muse betonte, dass das Unternehmen 500 Millionen US-Dollar in Partnerschaft mit Finanzinstituten in KI-Infrastruktur investiert und über den Tausch von Rechenleistung für Unternehmensanteile bei Startups den GPU-Bestand in eine nachfrageseitige, liquide Asset-Klasse weiterentwickelt. Dieses Modell schaffe eine hohe Markteintrittsbarriere, da selbst bei technischen Rückschlägen in Teilsegmenten der Branche ein vollständiger Ersatz der Nvidia-Basis durch Wettbewerber schwierig sei. Zahlreiche Cloud-Infrastrukturen beruhten direkt auf Nvidias Kapital- und Softwareunterstützung.
Aktuelle Kursentwicklung und Preisstrategie
Bis zum Schlusskurs letzten Montag fiel die Nvidia-Aktie sieben Handelstage in Folge – die längste Verlustserie seit September 2022. Innerhalb des laufenden Jahres liegt der Kursgewinn bei etwa 12 Prozent, was im Vergleich zum 59-prozentigen Anstieg des PHLX Semiconductor Index deutlich unterdurchschnittlich ist. Zudem mehren sich Berichte, dass Kunden die Preise für Nvidia-KI-Serverchips ab 2027 um über 15 Prozent anheben wollen – die genaue Erhöhung variiere je nach Chiphersteller und Speicherbedarf.
Weiterhin plane Nvidia eine Investition von 6 Milliarden US-Dollar in die KI-Start-up-Firma Poolside, um offene KI-Gewichtssysteme für den US-Markt zu entwickeln. Dies soll im Wettbewerb zu chinesischen Anbietern wie DeepSeek und Moonshot AI stehen. Zu diesen Plänen äußerte Nvidia bisher keine Stellungnahme.
Baldige Veröffentlichung der Quartalszahlen im Fokus
Am kommenden Mittwoch wird Nvidia die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 veröffentlichen. Anleger und Analysten erwarten besonders Informationen zu Umsatzstrukturveränderungen, Fortschritten im KI-Geschäft sowie den zukünftigen Unternehmensprognosen. Die Veröffentlichung dürfte entscheidend sein, um Nvidias Strategieumsetzung im KI-Bereich und die Auswirkungen auf den Aktienkurs weiter zu bewerten.