Kalshi erweitert Angebot um traditionelle Perpetual Contracts
Die Finanztechnologieplattform Kalshi hat bei der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC) den Antrag gestellt, Perpetual Contracts auf wichtige US-Aktienindizes und Kupfer einzuführen. Nach dem erfolgreichen Start des Bitcoin-Perpetual Contracts, der bereits Handelsvolumina von über 5,5 Milliarden US-Dollar erzielt hat, signalisieren die Pläne eine Ausdehnung dieser innovativen Produktkategorie in klassische Märkte.
Als Derivate ohne festes Verfallsdatum erlauben Perpetual Contracts Händlern, Positionen unbegrenzt zu halten. Durch periodische Funding-Raten wird sichergestellt, dass die Kontraktpreise eng an den zugrundeliegenden Spotpreisen ausgerichtet bleiben. Während dieses Produktformat bisher vor allem in ausländischen Märkten dominierte, könnten die neuen CFTC-Anträge eine regulatorische Öffnung in den USA einläuten.
Produktdetails und Marktauswirkungen
Der bereits von der CFTC zugelassene Bitcoin-Perpetual Contract von Kalshi erreichte innerhalb von zwei Wochen Handelsumsätze von mehr als 550 Millionen US-Dollar. CEO Tarek Mansour verdeutlicht, dass das Volumen bereits in der ersten Handelswoche die Marke von einer Milliarde US-Dollar überschritten hat, was auf großes Interesse am Markt hinweist.
Mit der geplanten Ausweitung auf einen US-Aktienindex ähnlich dem S&P 500 sowie auf Kupferpositionen verstärkt Kalshi seine Strategie, Krypto-Produktinnovationen in den etablierten Großhandels- und Derivatemarkt zu übertragen. Die Antragstellung beinhaltet standardisierte Kontraktgrößen, zentrale Clearing-Mechanismen und Margin-Anforderungen, womit die Produkte den US-regulatorischen Vorgaben entsprechen.
Juristische Auseinandersetzungen um rechtlichen Status
Parallel dazu hat die CME Group Klage gegen die CFTC eingereicht und die Einstufung der Bitcoin-Perpetual Contracts angezweifelt. CME argumentiert, dass diese eher als Swaps denn als Futures einzustufen seien. Sowohl Kalshi als auch die CFTC halten jedoch an der Klassifikation als Terminmarktkontrakte ohne festen Verfallstag fest. Das jüngste Aktienindex-Antragsverfahren baut auf derselben rechtlichen Grundlage auf.
Traditionelle Börsenhäuser reagieren ebenfalls. So führte die Cboe Global Markets im Juni Mini-SPX-Binäre Optionen mit festem Settlement ein, die sich konzeptionell vom Perpetual Contract-Modell unterscheiden.
Marktveränderungen und regulatorische Herausforderungen
Der ursprünglich als Pionier in der Kryptoszene geltende Anbieter BitMEX hat angekündigt, sein Geschäftsmodell bis 23. September einzustellen, was von Analysten als mögliche Zäsur für Offshore-Perpetual Contracts interpretiert wird. US-regulierte Produkte wie die von Kalshi könnten dadurch an Marktanteilen gewinnen und zu einer stärkeren Onshore-Konzentrierung führen.
Ein Zeitplan für die Prüfung der neuesten Anträge seitens der CFTC liegt bislang nicht vor. Das Ergebnis der Rechtsstreitigkeiten um den Status von Perpetual Contracts wird maßgeblich beeinflussen, wie schnell diese Produktart auf dem US-Markt weiter etablieren kann.
Die Entwicklungen um Kalshi und die damit verbundenen juristischen Streitigkeiten spiegeln eine wachsende Schnittmenge zwischen traditionellen Finanzmärkten und Krypto-Derivaten wider und bleiben ein zentrales Thema für Investoren und Regulierungsbehörden.