Fondsmanagervertrauen erreicht hohen Stand, Liquiditätsquoten fallen auf Rekordtief
Die im August 2026 von der Bank of America veröffentlichte globale Fondsmanagerumfrage zeigt eine nahezu vier Jahre hohe Marktoptimismus-Stimmung. Rund 180 Fondsmanager mit einem verwalteten Vermögen von über 5000 Milliarden US-Dollar wurden befragt. Die liquiden Mittel sind auf 3,5 % gesunken – ein Wert, der seit Beginn der Erhebung im Jahr 1998 nur selten unterschritten wurde. Diese niedrige Liquiditätsquote signalisiert laut BofA das Aktivieren der speziellen „Cash Rule“ als Indikator für eine mögliche Gegenposition.
Aktienallokation auf Fünfjahreshoch, Übergewichtung setzt sich fort
Die Übergewichtung globaler Aktien erreichte mit einem Nettoanteil von 56 % den höchsten Wert seit November 2021 und hält nun seit 14 Monaten stabil an. Dieses Verhalten zeigt eine starke Kapitalzufuhr in den Aktienmarkt und deutet auf eine ziemlich angespannte Positionierung hin.
Optimismus über Wirtschaftsausblick und sinkende Risikowahrnehmung
56 % der befragten Manager erwarten keine Konjunkturverlangsamung, 43 % prognostizieren sogar ein schnelles Wirtschaftswachstum – Höchstwerte seit Februar 2022. Diese Zuversicht spiegelt eine Entspannung der Sorgen über das Wachstum, die geldpolitische Ausrichtung der Fed, Investitionen in Künstliche Intelligenz sowie politische Risiken wider. Die Anleger bewegen sich zunehmend innerhalb von Risikoaktiva und vergrößern nicht generell ihr Risikoexposure.
Erwartete Zinspolitik und politische Unsicherheiten vor Zwischenwahlen
Rund 72 % der Fondsmanager gehen davon aus, dass Fed-Chef Kevin Walsh die Zinsen vor den Zwischenwahlen im November unverändert lässt. Nur knapp ein Drittel erwartet bei der Jackson-Hole-Konferenz ein eher restriktives Signal, die Mehrheit rechnet mit einer neutralen Haltung. Die Meinung über mögliche Aktienmarktschwankungen bei einem Erfolg der Demokraten bei den Wahlen ist geteilt, ein leichter Mehrheit sieht Druck auf die Märkte.
Sektorrotation: Zunahme in Technologie, Banken und Energie
Im August erhöhten Manager ihre Positionen in den Sektoren Technologie, Banken und Energie, während Industrie und Gesundheitswesen reduziert wurden. Halbleiter bleiben ein überlaufener Handelsbereich, allerdings mit gesunkenem Interesse gegenüber dem Vormonat. Anhaltende Sorgen bestehen über eine mögliche Blase im Bereich Künstliche Intelligenz. Die hohen Investitionen großer Cloud-Anbieter werden als potenzielle systemische Kreditrisiken eingestuft, obwohl davon ausgegangen wird, dass diese Ausgaben in diesem Jahr nicht zurückgefahren werden.
Gold und Anleihen als mögliche Gegenbewegungssignale
Gold wird als am stärksten unterbewertete Anlage seit März 2023 angesehen, während Anleihen gegenüber starkem Verkaufsdruck ausgesetzt sind. Diese antizyklischen Hinweise könnten eine Kurswende signalisieren, besonders wenn die aktuellen Wachstums- und Zinsprognosen nicht eintreten. Gold und Anleihen rücken somit als alternative Investitionsziele in den Fokus.
Die Umfrage der Bank of America zeigt, dass trotz hoher Aktienquoten und niedriger Bargeldbestände Spielraum für neue Käufe begrenzt ist. Das aufkeimende Optimismuslevel der Fondsmanager und ihre Positionierungsstrategien werden die Marktentwicklung und mögliche Volatilitäten in den kommenden Monaten maßgeblich beeinflussen.