Citigroup erweitert Custody+-Plattform um Bitcoin-Treuhand
Citigroup (NYSE: C) gab am 18. August 2026 bekannt, im Laufe dieses Jahres einen institutionellen Bitcoin-Treuhandservice starten zu wollen. Dieser Schritt markiert die erste Integration digitaler Vermögenswerte in die umfangreiche Asset-Management-Plattform des Hauses. Über die Custody+-Lösung werden künftig traditionelle und digitale Assets zusammengeführt, um Kunden eine einheitliche und nahtlose Verwaltung zu ermöglichen.
Die Custody+-Plattform nutzt eine gemeinsame digitale Architektur, mit der sich klassische Wertpapiere und Bitcoin-Kryptowerte innerhalb eines Systems verwalten lassen. Dies trägt der wachsenden Nachfrage nach längeren Handelszeiten und schnelleren Abwicklungsprozessen Rechnung. Kunden profitieren von der Möglichkeit, sowohl Kryptowährungen als auch traditionelle Wertpapiere ohne Systemwechsel aus einer Hand zu verwalten.
Echtzeitverarbeitung als Grundlage für 24/7-Handel
Das Rückgrat des neuen Treuhandservices bildet Citigroups Single Event Processing System, das in der Lage ist, weltweit über 80 % der Event-Daten in den lokalen Märkten zeitnah zu verarbeiten. Auf dem US-Markt werden beispielsweise rund 96 % der Angebote und Dividenden-Optionen innerhalb von zwei Stunden abgewickelt.
Die Plattform integriert zudem Settlement, FX, Liquiditätsmanagement, Tax-Services und Marktdaten, um eine kontinuierliche Abwicklung über verschiedene Asset-Klassen hinweg zu ermöglichen. Citigroups Digital-Asset-Strategie zielt darauf ab, Kapital- und Wertpapiertransaktionen von den Beschränkungen traditioneller Handelszeiten zu lösen und so einen rund um die Uhr aktiven Markt zu fördern.
Im Juni 2026 startete Citigroup außerdem ein Blockchain-basiertes Tokenisierungsprojekt privater Aktienzertifikate in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Infrastrukturbetreiber SIX. Dieses erlaubt akkreditierten Investoren, Private-Equity-Beteiligungen über blockchainbasierte Depositary Receipts zu halten – ein Schritt, der die Integration privater Marktanteile in traditionelle Portfolios vorantreibt und die Liquidität sowie Digitalisierung institutioneller Investments erhöht.
Regulierung schafft Klarheit für digitale Assets im Finanzsektor
Paul Atkins, Vorsitzender der US-Börsenaufsicht SEC, kündigte für 2026 Regelungen zur aufsichtsrechtlichen Behandlung von On-Chain-Transaktionen und Custody-Dienstleistungen an. Damit soll der Anlegerschutz auch im digitalen Umfeld gewährleistet bleiben. Die Currency Comptroller Office (OCC) erlaubte zudem nationalen Banken unter bestimmten Bedingungen, Kryptowährungen für Netzwerkgebühren oder Plattformtests zu halten, was zu einer weiteren Standardisierung der digitalen Asset-Verwahrung beiträgt.
Angesichts der fortschreitenden Migration traditioneller Wertpapiere auf Blockchain-Technologien wächst die Nachfrage nach schnelleren Abwicklungen stetig. Citigroup schätzt, dass der Marktwert digitaler und tokenisierter Wertpapiere bis 2030 von derzeit rund 17 Milliarden US-Dollar auf etwa 5,5 Billionen US-Dollar ansteigen könnte. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für Liquiditätsdienstleistungen auf Token-Basis, die in ausgewählten Märkten nahezu sofortige Kapitalbewegungen ermöglichen.
Mit der Custody+-Plattform setzt Citigroup konsequent auf ein integriertes Treuhandangebot, das traditionelle und digitale Asset-Klassen verbindet und den Bedarf institutioneller Kunden an 24/7-Handel und zügigen Abwicklungen adressiert. Dies spiegelt die fortschreitende Professionalisierung und Expansion des Marktes für digitale Assets auf institutioneller Ebene wider.