- Der Renminbi gegenüber dem US-Dollar (USD/CNY) blieb im frühen Handel in einer engen Spanne, während der Mittelkurs des Renminbi gegenüber dem US-Dollar auf den höchsten Stand seit über drei Jahren angehoben wurde. Dies zeigt, dass trotz der Stärkung des Kassakurses die Regulierungsbehörden durch die Vergrößerung der Abweichung des gegenzyklischen Faktors im Mittelkurs ein Signal zur Geschwindigkeitskontrolle und zur Stabilisierung der bidirektionalen Schwankungen aussenden.
- Der von RatingDog und S&P Global gemeinsam veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China im Mai lag bei 51,8 und damit den sechsten Monat in Folge im Expansionsbereich, was die Markterwartungen übertraf und eine fundamentale Unterstützung für den Renminbi bietet.
- Der globale Devisenmarkt konzentriert sich auf die Fortschritte bei den geopolitischen Verhandlungen im Nahen Osten sowie auf die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten. Die Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) bis Ende des Jahres steigen, und der US-Dollar-Index (DXY) bleibt insgesamt auf hohem Niveau volatil.
Mittelkurs signalisiert Geschwindigkeitskontrolle durch erweiterte Abweichung
Am Montag wurde der Mittelkurs des Renminbi gegenüber dem US-Dollar auf 6,8167 Yuan festgelegt, dem höchsten Stand seit dem 14. Februar 2023. Bemerkenswert ist jedoch, dass dieser tatsächlich veröffentlichte Wert um mehr als 520 Basispunkte schwächer war als die Prognose von Reuters. Marktanalysten weisen darauf hin, dass die Regulierungsbehörden angesichts der vorherigen kontinuierlichen Stärkung des Kassakurses den Mittelkurs bewusst schwächer als die Marktprognosen festgelegt haben, um eine zu schnelle Aufwertung des Renminbi zu vermeiden. Durch die Anpassung des Mittelkurses senden die Regulierungsbehörden ein Signal zur Stabilisierung der bidirektionalen Schwankungen und zur Vermeidung einseitiger Erwartungen. Kurzfristig könnte sich der starke Aufwärtstrend des Renminbi verlangsamen.
Stärkere als erwartete makroökonomische Fundamentaldaten bieten Unterstützung
In Bezug auf die Wirtschaftsdaten zeigt der jüngst veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China im Mai eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Der von RatingDog und S&P Global gemeinsam veröffentlichte saisonbereinigte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank leicht auf 51,8, lag jedoch immer noch über dem vorherigen Median der Reuters-Umfrage von 51,6. Dies ist der sechste Monat in Folge, in dem dieser Indikator, der die Stimmung in kleinen und mittleren Unternehmen widerspiegelt, über der Expansionsschwelle liegt, was darauf hindeutet, dass die Produktions- und Nachfrageaktivitäten im verarbeitenden Gewerbe weiterhin auf einem moderaten Expansionskurs verlaufen. Gesunde makroökonomische Handelspositionen und die anhaltende Erholung der realen Wirtschaftstätigkeit bilden vor dem Hintergrund eines anhaltenden Zuflusses von Devisen eine solide Grundlage für den Renminbi-Wechselkurs.
Saisonale Devisenkäufe und Handelsüberschuss im Spannungsfeld
Im Juni wird der Kapitalfluss, dem der Renminbi-Wechselkurs ausgesetzt ist, saisonal bedingter sein. Das Kapitalmanagementzentrum der China Merchants Bank (CMB) weist in seinem neuesten Bericht darauf hin, dass der Renminbi-Wechselkurs aufgrund des zuvor angesammelten Handelsüberschusses in der mittleren bis kurzen Frist voraussichtlich eine gewisse Widerstandsfähigkeit beibehalten wird. Allerdings ist der Juni traditionell auch die Hochsaison für die Dividendenausschüttung von im Ausland börsennotierten chinesischen Unternehmen, was zu einem Anstieg der saisonalen Devisenkäufe führen könnte, der die Unterstützung durch den Zufluss von Devisen teilweise ausgleichen könnte. Die China Merchants Bank erwartet, dass der US-Dollar-Index im Juni in einer Spanne von 97,6 bis 100,6 schwanken wird, während der Kassakurs des US-Dollars gegenüber dem Renminbi wahrscheinlich in einer Spanne von 6,7 bis 6,79 bidirektional schwanken wird.
Geopolitik und Fed-Politikaussichten im Fokus
Im externen Umfeld sieht sich der internationale Devisenmarkt mit mehreren Unsicherheiten konfrontiert. Im Bereich der Geopolitik steht die Entwicklung im Nahen Osten im Fokus der globalen Händler. Der US-Außenminister Marco Rubio hat diplomatische Gespräche mit hochrangigen Vertretern aus dem Libanon und Israel aufgenommen, während der Iran bestätigt hat, dass die Kommunikationskanäle mit den USA weiterhin offen sind. Sollte sich die geopolitische Spannung entspannen, könnte dies die globale Risikobereitschaft erhöhen und den US-Dollar unter Druck setzen. Da der Markt jedoch empfindlich auf die am Freitag erwartete Zunahme der US-Beschäftigung um 85.000 und die Beibehaltung der Arbeitslosenquote bei 4,3 % reagiert und allgemein davon ausgeht, dass der nächste Schritt der Fed eine Zinserhöhung sein wird, die möglicherweise noch vor Jahresende erfolgt, hat der US-Dollar-Index am Montag eine relativ stabile Entwicklung gezeigt, was zu einer möglichen Neubewertung der Nicht-US-Währungen führen könnte.