- Das US-Militär hat im Persischen Golf drei gezielte Selbstverteidigungsschläge gegen iranische Luftabwehr- und Radarsysteme durchgeführt, als Vergeltung für den kürzlichen Abschuss eines US-Militärhubschraubers. Diese Aktion hat die Spannungen im Nahen Osten erneut verschärft und Befürchtungen über eine vollständige Blockade der Straße von Hormus ausgelöst.
- Der internationale Goldpreis erlebte am Mittwoch während der asiatischen Handelssitzung einen starken Verkaufsdruck und fiel erheblich. Der Spot-Goldpreis sank im Tagesverlauf um 71 US-Dollar und durchbrach kurzzeitig die Marke von 4200 US-Dollar pro Unze, wobei er technisch die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie unterschritt.
- Die internationalen Rohölpreise erlebten aufgrund der zunehmenden geopolitischen Risiken eine schnelle Erholung. Die Erwartungen einer erneuten globalen Inflationssteigerung schränkten den Spielraum der wichtigsten Zentralbanken für Zinssenkungen weiter ein, wodurch nicht verzinsliche Edelmetallanlagen weiterhin einem kurzfristigen Bewertungsdruck ausgesetzt sind.
Plötzliche Eskalation des geopolitischen Konflikts
Das US-Verteidigungsministerium und relevante Beamte bestätigten, dass das US-Militär am Dienstag um 17 Uhr Ostküstenzeit drei intensive Luftangriffe auf den Süden Irans durchgeführt hat. Die Angriffe zielten auf mehrere iranische Luftabwehreinrichtungen und Radarsysteme rund um die Straße von Hormus, als gezielte Selbstverteidigungsmaßnahme für den vorherigen Abschuss eines US-Militärhubschraubers vor der Küste Omans. Die iranischen Staatsmedien bestätigten daraufhin, dass auf der nördlichen Seite der Straße mindestens sechs heftige Explosionen auf der Insel Qeschm stattfanden und in den Hafenstädten Sirik und Bandar Abbas entlang der Küste laute Geräusche zu hören waren. Die Iranische Revolutionsgarde erklärte über soziale Medien, dass sie als Vergeltung mehrere Raketen und Drohnen auf US-Militärziele in der Region abgefeuert habe. Der iranische Außenminister Araghchi betonte in einer öffentlichen Erklärung, dass Teheran keine Angriffe oder Bedrohungen ignorieren werde. Diese direkte militärische Auseinandersetzung bedroht das ohnehin fragile Waffenstillstandsabkommen und könnte dazu führen, dass die Straße von Hormus, eine wichtige globale Energiearterie, langfristig blockiert wird, was die Unsicherheit in den globalen Lieferketten erheblich erhöht.
Wichtiger technischer Durchbruch bei Gold
Aufgrund der jüngsten Verschärfung der geopolitischen Lage und der daraus resultierenden Anpassung von Sicherheitspositionen erlebte der Spot-Goldpreis am Mittwoch zu Beginn der asiatisch-pazifischen Sitzung starken Gewinnmitnahmen und Liquidationsdruck. Der Goldpreis durchbrach direkt die psychologische Marke von 4200 US-Dollar pro Unze und erreichte ein Tief von etwa 4188 US-Dollar pro Unze, wobei der Tagesverlust auf 71 US-Dollar anstieg. Bereits am Vortag hatte der Goldpreis einen deutlichen Rückgang von 1,6 % verzeichnet. Seit dem Ausbruch bewaffneter Konflikte in der Region Ende Februar hat der Goldpreis von seinem damaligen Höchststand etwa 20 % verloren. Von systematischer Bedeutung ist, dass der Goldpreis bei diesem Rückgang die wichtige technische Marke der 200-Tage-Durchschnittslinie unterschritten hat. Da diese Linie von globalen Makro-Hedgefonds und großen institutionellen Investoren als entscheidender Indikator für langfristige Markttrends angesehen wird, löste das Unterschreiten dieser Referenzmarke größere algorithmische Verkaufswellen aus, die den kurzfristigen technischen Abwärtstrend weiter verstärkten.
Energiepreisanstieg verschärft Inflationssorgen
Im Zusammenhang mit der Verknüpfung von Rohstoffmärkten und der Übertragung makroökonomischer Politik führte die erneute Krise in der Straße von Hormus zu einer schnellen Erholung des internationalen Brent-Rohölpreises, nachdem er am Dienstag aufgrund von Nachfragerückgängen um 3 % gefallen war. Der erneute Anstieg der Rohölpreise weckte erneut die Besorgnis der globalen Finanzmärkte über strukturelle, hartnäckige Inflation. Sollte der zentrale Energieversorgungskorridor im Nahen Osten weiterhin durch militärische Konflikte bedroht sein, könnte der allgemeine Anstieg der Rohstoffpreise die US-Notenbank und die wichtigsten Zentralbanken weltweit dazu zwingen, die derzeit hohen Zinssätze über einen längeren Zeitraum beizubehalten oder sogar einen neuen Zinserhöhungszyklus einzuleiten. Die anhaltend hohen realen Zinssätze erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold, das keine Zinsen abwirft, und stellen einen strukturellen makroökonomischen Nachteil für Edelmetallanlagen dar, was zu einer Neugewichtung von Kapitalströmen innerhalb der Rohstoffmärkte und zwischen den festverzinslichen Märkten führt.
Institutionelle Positionen und Marktsupport
Suki Cooper, Leiterin der globalen Rohstoffforschung bei der Standard Chartered Bank, wies in ihrem neuesten Marktanalysebericht darauf hin, dass der Goldpreis kurzfristig anfälliger wird, da die Erwartungen an hohe Zinssätze oder Zinserhöhungen durch die globalen Zentralbanken erneut steigen. Sie betonte insbesondere, dass, wenn der Goldpreis nicht schnell die wichtige Durchschnittslinie zurückerobert und zu einem weiteren Abwärtsimpuls führt, die langfristigen Positionen vieler Gold-ETFs in Gefahr geraten, in den Verlustbereich zu rutschen, was eine zweite Runde von institutionellen Verkäufen auslösen und zu einem größeren Abwärtsrisiko führen könnte. Aus technischer Sicht liegt die nächste wichtige Unterstützungslinie für den Goldpreis derzeit bei etwa 4100 US-Dollar pro Unze. Cooper fügte hinzu, dass trotz der relativ schwachen physischen Nachfrage in traditionellen Kernmärkten wie Indien die physische Goldnachfrage in China weiterhin ein Lichtblick ist, wobei die Prämien für physisches Gold auf dem chinesischen Markt stabil unter 10 US-Dollar pro Unze liegen, was auf eine anhaltende defensive Kaufbereitschaft hinweist.